Birmensdorf

«Organ Meets Drums»: Selbst im fernen Osten wurde das Konzert geschaut

Organist Wolfgang Bolsinger und Schlagzeuger Rob Steinicke bei den Proben in der St. Martin-Kirche in Birmensdorf.

Organist Wolfgang Bolsinger und Schlagzeuger Rob Steinicke bei den Proben in der St. Martin-Kirche in Birmensdorf.

Der Auftritt in der katholischen Kirche Birmensdorf stiess auf YouTube auf viel Resonanz. Tatsächlich könnten Livestreams in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, glaubt der Initiant.

In Zeiten von Corona übertragen immer mehr Kunstschaffende ihre Auftritte per Livestream im Internet. So ging letzten Sonntag auch das Konzert «Organ Meets Drums» in der Kirche St. Martin in Birmensdorf ohne Publikum über die Bühne. Stattdessen wurde es live auf dem YouTube-Kanal «Vox Sacra» ausgestrahlt.

Wolfgang Bolsinger, Organist und Initiant des Konzerts, zieht ein positives Fazit: «Ich bin sehr zufrieden mit dem You­Tube-Stream als Alternative. Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt.» Für die Liveübertragung hatte er eigens ein zweiköpfiges Filmteam engagiert, das sich um Bild und Ton kümmerte. Die Technik habe problemlos funktioniert, sagt Bolsinger. «Wir können zufrieden sein.»

«Es gibt noch Nachholbedarf»

Auch das Feedback von jenen, die zugeschaltet haben, sei positiv ausgefallen. Einige hätten gleich während des Livestreams kommentiert. «So macht es natürlich umso mehr Spass. Ich habe auch schon neue Ideen für weitere Konzerte dieser Art», sagt der Kirchenmusiker der katholischen Kirche Birmensdorf. Wie viele Personen denn tatsächlich dem Konzert gefolgt seien, könne er zwar nicht sagen, da man sich auch anonym im Netz bewegen kann. Eine Analyse des Streams habe jedoch ergeben, dass es sogar in Ägypten, Mauritius und Taiwan geschaut wurde.

Bolsinger kann sich gut vorstellen, dass Livestreams in der Kunst- und Kulturszene eine wichtige Option sein werden – vor allem während Corona. Nichtsdestotrotz sehnt er sich nach Live-Publikum. «Man kann als Künstler die Reaktionen der Hörer nur bedingt spüren. Kommentare und Likes müssen ausreichen. Das ist nicht zu vergleichen mit richtigen Konzerten.» Zudem sei es schwierig, ältere Menschen, die nicht mit dem Internet vertraut sind, zu erreichen. «Da gibt es sicher noch Nachholbedarf.»

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