Coronavirus

Party trotz Lockdown: 20-Jähriger eine Nacht in Haft

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat zwei Personen wegen Missachtung der Covid-19-Verordnung während des Lockdowns verurteilt. (Symbolbild)

Die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hat zwei Personen wegen Missachtung der Covid-19-Verordnung während des Lockdowns verurteilt. (Symbolbild)

Die Winterthurer Staatsanwaltschaft hat erste Personen wegen Verstössen gegen die Covid-19-Verordnung verurteilt.

Die ganz strengen Regeln sind schon seit Wochen wieder aufgehoben, nun werden erstmals zwei Urteile der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Nichteinhaltens der Covid-19-Verordnung bekannt.

Bereits Anfang April hatte ein 31-jähriger Verkäufer aus Winterthur in seinem Garten einen Grillabend veranstaltet und dabei sieben Personen eingeladen. Doch auf das Fest wurde auch die Polizei aufmerksam.

Busse für Grillabend

Der «Verstoss gegen das Verbot von Menschenansammlungen» bescherte dem Mann nun eine Busse von 400 Franken und Verfahrenskosten von 800 Franken. Eine Geldstrafe von 1600 Franken muss der «Organisator und Veranstalter» nur zahlen, wenn er in den nächsten zwei Jahren erneut verurteilt wird. Vorgenommen wurde auch ein Eintrag ins Vorstrafenregister, wie aus dem Strafbefehl gegen den Mann hervorgeht.

Der zweite Strafbefehl betrifft einen 20-Jährigen aus Seen. Eine Freundin hatte für ihn im Mai in Embrach ein Geburtstagsfest organisiert, ihr Verfahren läuft separat. Bei der Party mit 20 Teilnehmern musste die Polizei nachts um 1 Uhr ein erstes Mal intervenieren. Beim zweiten Mal eine Stunde später wurden alle Teilnehmer weggewiesen.

Die Party geht dennoch weiter

Doch trotz dieser Wegweisung kamen fast alle wieder zurück an den Ort des Geschehens, auch die 20-jährige Hauptperson des Abends. Der vorbestrafte Winterthurer wurde eine Nacht in Haft genommen und muss nun eine 600-Franken-Geldstrafe und 1000 Franken Verfahrenskosten bezahlen.

Neben den Verfahren der Staatsanwaltschaft wurden während der Lockdown-Monate auch Hunderte Personen direkt von der Winterthurer Polizei gebüsst. Die in Zusammenhang mit der Coronapandemie verhängten Verbote beziehungsweise deren Übertretungen haben bis Ende Mai unerwartete Bussenerträge von fast 40000 Franken in die Winterthurer Stadtkasse gespült.

Von Mitte März bis Ende Mai wurden 191 Bussen verteilt, weil der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten wurde. 187 Ordnungsbussen wurden ausgestellt, weil die Polizei Gruppen von mehr als fünf Personen im öffentlichen Raum angetroffen hatte. Im Vergleich zu anderen Korps hatte die Winterthurer Stadtpolizei verhältnismässig viele Bussen ausgestellt.

Meistgesehen

Artboard 1