Dietikon

Quartierverein lädt zur Podiumsdiskussion: Es gibt noch viel zu tun im Limmatfeld

Die Verkehrsführung im Limmatfeld wird als chaotisch empfunden. Hier die Heimstrasse in einem ruhigen Moment.

Die Verkehrsführung im Limmatfeld wird als chaotisch empfunden. Hier die Heimstrasse in einem ruhigen Moment.

Was kann die Politik für den jungen Stadtteil und seine Brennpunkte tun? Der Quartierverein wollte Antworten und lud Stadtrats- wie Stadtpräsidiumskandidaten zur Podiumsdiskussion ein.

Es war eine illustre Runde, die sich im Lokal Annas Lounge einfand, um die Zukunft des jüngsten Dietiker Stadtteils ins Visier zu nehmen. Der Quartierverein Limmatfeld lud zur Podiumsdiskussion und wollte wissen, was die Politik tun kann, um das Gebiet aufzuwerten, und wie man Probleme lösen könnte.

Vereinspräsident Peter Metzinger hiess deshalb am Mittwochabend die Stadtpräsidiumskandidaten Anton Kiwic (SP), Roger Bachmann (SVP) und Heinz Illi (EVP), die Stadtratskandidaten Reto Siegrist (CVP), Philipp Müller (FDP), Sven Johannsen (GLP) und Lucas Neff (GP) sowie Gemeinderat Ernst Joss (AL) willkommen. Moderiert wurde der Anlass von David Egger, dem designierten Chefredaktor der Limmattaler Zeitung.

Einige Brennpunkte

Klar wurde: Das Limmatfeld weist bereits in seinen jungen Jahren einige Brennpunkte auf, welche die Anwohner bewegen. Im Fokus stand zunächst der Rapidplatz, der zu einem Teil der Stadt (Migros-Hälfte), zum anderen der Rapid AG (Lidl-Hälfte) gehört. Mehrmals wurde der Platz als «tote Mitte» bezeichnet. Dass sie bald mit der Skulptur «Joy» des Künstlers Josef Staub bereichert werde, reiche nicht.

«Mit dem Feierabendmarkt, der ab Mai auf dem Rapidplatz stattfindet, hat die Stadt bereits einen Schritt getan», sagte Siegrist. Der Markt müsse weiter alle Dietiker ansprechen, sagte Bachmann. Er appellierte ans Publikum: «Die Quartiere müssen sich miteinander vernetzen. Geht hinaus und besucht das Limmatfeld!»

Dass Aktionen auf dem Platz einen schweren Stand haben, wusste hingegen Kiwic: «Etwa beim Eisfeld gab es Beschwerden. Leute, welche die absolute Ruhe suchen, sollten besser am Waldrand wohnen.» Ein Satz, der das Publikum applaudieren liess. Alle anwesenden Politiker versicherten zudem, dass sie sich für eine Belebung des Rapidplatzes einsetzen würden. Müller riet den Bewohnern des Limmatfelds, sich selbst in der Politik zu engagieren, um ihre Interessen einzubringen.

Verkehr und Wildparkierer

Auch die Verkehrssituation im Limmatfeld bewegt die Bewohner. Die Ecke Heim- und Grünaustrasse sorge mit Staus für Chaos. Die Heimstrasse sei zudem sehr laut, sagte Joss. «Eine Möglichkeit wäre, auf der Heimstrasse künftig Tempo 30 vorzuschreiben.» Ebenso könnte die Grünaustrasse zur Einbahnstrasse werden, wie gleich mehrere Kandidaten vorschlugen.

«Betreffend des Verkehrs sind aber die Parkplätze beim Rapidplatz das Hauptproblem», so Illi. Das Wildparkieren sorgte im Lauf des Abends für reichlich Gesprächsstoff. Viele Autofahrer würden den Strassenrand an der Grünaustrasse dem Parkhaus vorziehen. Alle Podiumsteilnehmer waren sich einig, dass deshalb Handlungsbedarf bestehe. Siegrist warf ein, dass die Stadt bereits vier verschiedene Konzepte zur Änderung erarbeitet habe.

Das fehlende Schulhaus

Die eigentliche Achillesferse des Limmatfelds ist aber das fehlende Schulhaus. Ein solches möchte die Stadt eigentlich im Gebiet Stierenmatt bauen. Doch nach wie vor ist die dort längst überfällige Moorschutzverordnung nicht in Kraft. Da die Naturschutzorganisation Birdlife sowie einige betroffene Grundeigentümer Rekurs eingelegt haben, könnte das Vorhaben noch Jahre dauern.

«Es handelt sich nicht um einen Zwist zwischen Naturschutz und Nutzern. Viel eher handelt es sich um unmögliche planerische Vorgaben, die erarbeitet wurden», sagte Neff. Eine Mediation, wie sie Siegrist vorgeschlagen hat, erfordere Fingerspitzengefühl und sei nun angebracht, sagte Johannsen. «Aus meiner Sicht trug das Limmatfeld bereits seinen Teil zum Naturschutz bei. Es ist ein dicht besiedeltes Gebiet in der ÖV-Güteklasse A, das gibt es im Kanton sonst nur in Zürich oder Winterthur.»

Eine Stimme aus dem Publikum wollte wissen, wann und ob denn nun ein Schulhaus erwartet werden könne. «Ein Schulhaus kann frühestens 2026 eröffnet werden, da derzeit noch ein unvorhersehbarer Rechtsstreit zwischen den Parteien läuft», erklärte Moderator David Egger.

Reges Interesse

Gegen Ende der Runde wurde noch über das Limmatfeld-Gewerbe gesprochen. Leere Flächen, Konkurse oder Mieterwechsel waren das Thema. «Das Gewerbe im Limmatfeld kann aber durchaus funktionieren und die Politik kann dafür sorgen, dass der Rapidplatz belebt wird», sagte Müller. Alle Politiker stimmten ihm zu, dass dies viel zum Erfolg des Gewerbes beitragen würde.

Die Podiumsdiskussion, die auch ein bisschen Wahlkampf war, stiess auf reges Interesse. Ganz zur Freude des Quartiervereins Limmatfeld, der mittlerweile rund 50 Mitglieder zählt. Präsident Metzinger, der selbst für die FDP für den Dietiker Gemeinderat kandidiert, hofft weiter zu wachsen und liess den Abend live auf der Facebook-Seite des Vereins übertragen. Dort ist das Video weiterhin abrufbar.

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