Uitikon
Rebmeister tritt zurück: Nach 24 Jahren freut sich Ernst Schär auf mehr Freizeit

Insgesamt 40 Jahre hat sich Schär für den Rebberg in der Gättern eingesetzt. Per Ende Jahr wird Markus Tobler sein Amt übernehmen.

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Abschiedsportrait Ernst Schär

Abschiedsportrait Ernst Schär

Virginia Kamm

Nach 24 Jahren im Amt tritt der Uitiker Rebmeister Ernst Schär per Ende Jahr zurück. Schon seit dem Aufbau des gemeinde­eigenen Rebbergs in der Gättern 1980 engagierte sich der gelernte Schreiner dafür. 1997 übernahm Schär schliesslich das Amt des Rebmeisters. Sein Nachfolger wird Schärs bisheriger Stellvertreter Markus Tobler. «Ich freue mich, nun mehr Zeit in unserem Ferienhaus im Simmental verbringen zu können», sagt der 85-jährige Schär.

Etwa gleichzeitig mit seiner Pensionierung hatte Schär einen Kurs für Hobbywinzer besucht und sein Engagement als Rebmeister der knapp 600 Reben Riesling-Sylvaner aufgenommen. Aufgrund seines Alters sei er nun froh, die Aufgabe abgeben zu können. Dazu gekommen sei er damals durch den Feuerwehrverein, der Träger des Rebbergs ist.

Ein Highlight war das gemütliche Beisammensein

«Ich werde auch in Zukunft bei den Arbeiten am Rebberg helfen, wenn es mich braucht», sagt Schär. Zum Beispiel für die jährliche Weinlese werden jeweils zahlreiche Freiwillige des Feuerwehrvereins aufgeboten. Auch das Befestigen der Reben an Holzstickeln gehört zu den Aufgaben, die die Helfer bewerkstelligen. Der Rebmeister ist für die Betreuung des Rebbergs verantwortlich und vollzieht zum Beispiel das Schneiden, das Spritzen von Fungiziden oder das Grasmähen. Produziert wird der Gätterewy, der an öffentlichen Veranstaltungen der Gemeinde Uitikon zu geniessen ist, durch den
Weininger Winzer Hans-Heinrich Haug.

«Wenn in einem Jahr alles rund gelaufen ist, hat die Arbeit am Rebberg besonders viel Spass gemacht», sagt Schär. Zudem habe es ihn gefreut, dass immer genug Helfer zu finden gewesen seien. «Ein Highlight meiner Zeit als Rebmeister war das gemütliche Beisammensein mit den Helfern nach getaner Arbeit, zum Beispiel nach der Wümmet im Herbst», sagt er.

Doch auch einige negative Erlebnisse haben Schärs Zeit als Rebmeister geprägt: «2017 hat ein starker Spätfrost für einen Ausfall der Ernte gesorgt», sagt er. «Viele Pflanzen waren dörr und die jungen Triebe sind verfroren.» Zwei Jahre später startete das Jahr für die Reben zwar gut, schliesslich wurden sie aber von Mehltau befallen und die Ernte fiel erneut aus. «In diesem Jahr war ich nun doppelt vorsichtig, um den richtigen Zeitpunkt zum Spritzen der Pflanzen nicht zu verpassen», sagt Schär. Und die Vorsicht hat sich gelohnt: 2020 sei ein sehr schönes Erntejahr gewesen, sagt er.

Dass er nun mehr Zeit für Spaziergänge oder gemeinsames Skifahren mit seinen Enkeln hat, freut Schär, der auch Hobbygärtner ist. «Ich mache oft Aktivferien gemeinsam mit meiner Frau, zum Beispiel mit dem Velo», sagt er. Auch für das kommende Jahr sei bereits eine Reise geplant, allerdings sei noch unklar, ob diese wegen der Coronapandemie stattfinden könne.

«Die Übergabe meines Amts an Markus Tobler verläuft fliessend», sagt Schär. Er ist zuversichtlich, dass unter seinem Nachfolger alles rund laufen werde. Stellvertreter von Tobler wird in Zukunft Toralf Groh sein.