Schlieren
63 Bilder: Das Schlieremer Daumenkino wächst

Die neusten Fotografien der Langzeitbeobachtung wurden dieser Tage veröffentlicht. Sie zeigen, dass mit der Urbanisierung noch lange nicht Schluss ist.

Alex Rudolf
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Zürcherstrasse: Blick auf das Wagi-Areal
4 Bilder
2009
2015
2017

Zürcherstrasse: Blick auf das Wagi-Areal

Limmattaler Zeitung

Nur wenige Städte unterziehen sich innert so kurzer Zeit einem derart drastischen Wandel wie Schlieren. Anfang der Nullerjahre war die Stadt noch geprägt von grossen Brachen und ländlichen Strukturen. Mit der Realisierung zahlreicher Grossprojekte wurde die Stadt zwischenzeitlich um ein Vielfaches urbaner. Wohl darum wählte die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) den Ort für ihre fotografische Langzeitbeobachtung aus. Das Konzept des Projektes ist schnell erklärt: An insgesamt 63 verschiedenen Orten auf dem ganzen Stadtgebiet verteilt zwischen Limmatufer und Schlieremer Berg werden alle zwei Jahre Fotos aus derselben Perspektive geschossen.

2005 Lange tat sich auf dieser Seite der Engstringerstrasse nichts, während auf der anderen beispielsweise das Sony-Gebäude erstellt wurde. Der Rückbau der Geistlich-Gebäude markiert den Startschuss für die gleichnamige Überbauung – auf den Fotos von 2020 werden sie fertiggestellt sein.
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2009
2015
2017

2005 Lange tat sich auf dieser Seite der Engstringerstrasse nichts, während auf der anderen beispielsweise das Sony-Gebäude erstellt wurde. Der Rückbau der Geistlich-Gebäude markiert den Startschuss für die gleichnamige Überbauung – auf den Fotos von 2020 werden sie fertiggestellt sein.

Limmattaler Zeitung

2005 starteten Ulrich Görlich und Meret Wandeler vom Institut für Gegenwartskunst an der ZHdK mit der Langzeitbeobachtung. Zwischenzeitlich wurden auch 2007, 2009, 2011, 2013 und 2015 Fotos geschossen – die Stadt verfügt also über ein Daumenkino mit 63 unterschiedlichen Sujets. Dieser Tage schalteten die Projektverantwortlichen die Fotos aus dem Jahr 2017 auf ihrer Website online, und auch diese zeigen die jüngsten Veränderungen in Schlieren eindrücklich. Hatte die Stadt vor 13 Jahren, als das Projekt startete, lediglich 13'000 Einwohner, waren es im vergangenen Jahr bereits über 18 600. Nur eine rasante Bautätigkeit ermöglicht eine derartige Bevölkerungszunahme. Vorbei ist die Bauerei noch lange nicht. So sind die Fotos aus dem vergangenen Jahr auch Vorboten der Projekte, die noch kommen. So verschwinden alte Häuser allmählich wie auf dem Geistlich-Areal. Bauabsperrungen signalisieren Aufbruchstimmung wie beim Spital Limmattal. Auch schiessen Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden, wie auf dem Wagi-Areal zu beobachten ist.

2005 2005 waren die Mehrfamilienhäuser vis-à-vis dem Spital Limmattal kurz vor der Fertigstellung. Heute hat sich die Baustelle auf die andere Strassenseite verlagert. Auf dem letzten Foto sind die Absperrungen zum Spitalneubau «LimmiViva» zu sehen.
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2005 2005 waren die Mehrfamilienhäuser vis-à-vis dem Spital Limmattal kurz vor der Fertigstellung. Heute hat sich die Baustelle auf die andere Strassenseite verlagert. Auf dem letzten Foto sind die Absperrungen zum Spitalneubau «LimmiViva» zu sehen.

Limmattaler Zeitung

Mit der fotografischen Langzeitbeobachtung wollen die Verantwortlichen ein neues Instrument für das Monitoring räumlicher Veränderung schaffen. «Bis 2020 entsteht eine für die Schweiz einmalige Dokumentation des räumlichen Wandels einer gesamten Stadt», schreiben sie auf ihrer Website. So würden wesentliche Fragestellungen der Raumentwicklung anhand konkreter Orte aufgezeigt, was zu einer Sensibilisierung für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung beitrage. Alle Fotos finden sie unter www.beobachtung-schlieren.ch.