Aesch
Nun entscheidet die Bevölkerung über das 19 Millionen Franken schwere Generationenprojekt

Inzwischen liegt das fertige Bauprojekt für das neue Mehrzweckgebäude und die neue Doppelturnhalle auf dem Areal Nassenmatt vor. Ende November stimmen die Aescherinnen und Aescher an der Urne über den Baukredit ab.

Florian Schmitz
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Das bestehende Mehrzweckgebäude (links), der Sportplatz dahinter und der Schulpavillon müssen für das Neubauprojekt weichen. Der neue Sportplatz wird laut Plänen leicht nach hinten verschoben und um 90 Grad gedreht.

Das bestehende Mehrzweckgebäude (links), der Sportplatz dahinter und der Schulpavillon müssen für das Neubauprojekt weichen. Der neue Sportplatz wird laut Plänen leicht nach hinten verschoben und um 90 Grad gedreht.

Valentin Hehli/LTA

Die zurzeit aufgestellten Bauvisiere lassen bereits erahnen, wie das Generationenprojekt Nassenmatt das Areal am westlichen Dorfrand von Aesch verändern wird. «Es ist ein grosser Wurf», sagt Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum). Inzwischen liegt das fertige Bauprojekt vor. Der Kostenvoranschlag rechnet mit 19 Millionen Franken – 200'000 Franken mehr als zuvor in der noch weniger präzisen Kostenschätzung des Vorprojekts.

Die wichtigste Hürde steht aber noch bevor: Am 28. November entscheiden die Aescherinnen und Aescher an der Urne über den Baukredit für das Grossprojekt. Die 19 Millionen Franken umfassen eine Reserve von 600'000 Franken sowie bereits ausgeführte Planungsarbeiten von 1,3 Millionen Franken. Aus dem Sportfonds des Kantons Zürich erwartet die Gemeinde zudem einen Unterstützungsbeitrag von 800'000 Franken.

Submissionen werden schon vorbereitet, um keine Zeit zu verlieren

Um keine Zeit zu verlieren, sei die Baueingabe bereits vor dem Urnenbeschluss erfolgt, sagt Jahn. Damit werde das Projekt bereits vor der Urnenabstimmung vor Ort sichtbar. Zudem könne so, wie beim Projektierungskredit vorgesehen, die Submissionen schon vorbereitet und im Fall einer Annahme schneller durchgeführt werden.

«Natürlich wird aber nichts vergeben, bis der Kredit gesprochen ist.»

Er erwarte eher nicht, dass während der in der nächsten Woche zu Ende gehenden öffentlichen Auflage des Bauprojekts noch Begehren um den Baurechtsentscheid eingehen, sagt Jahn.

Gemeindepräsident Johann Jann zeigt bei einer Begehung vor Ort, wie sich das Areal verändern wird. Die aufgerichteten Bauvisiere lassen bereits die Grösse der geplanten Neubauten erahnen.

Gemeindepräsident Johann Jann zeigt bei einer Begehung vor Ort, wie sich das Areal verändern wird. Die aufgerichteten Bauvisiere lassen bereits die Grösse der geplanten Neubauten erahnen.

Florian Schmitz

Jetzt gehe es vor allem um den politischen Entscheid an der Urne. «Die grossen Diskussionen drehen sich vor allem um die Finanzen», sagt er. Es freue ihn, dass die Rechnungsprüfungskommission das Projekt unterstütze. 19 Millionen Franken seien eine beträchtliche Summe, aber vom Projekt profitiere die Gemeinde auf Jahrzehnte. Es diene vor allem auch den kommenden Generationen, sagt Jahn. Das bestehende Mehrzweckgebäude habe schliesslich auch über 50 Jahre seinen Zweck erfüllt.

Um das Projekt und die Finanzierung im Detail vorzustellen und offene Fragen zu beantworten, führt die Gemeinde am 3. November um 19.30 Uhr einen Informationsanlass im Gemeindesaal Nassenmatt durch.

Der neue Gemeindeplatz soll die Doppelturnhalle (links) mit dem neuen Mehrzweckgebäude verbinden. Von der Lielistrasse aus gelangen Besucherinnen und Besucher ebenerdig in den neuen Gemeindesaal. Darunter sind ein Hort und Musikräume geplant.

Der neue Gemeindeplatz soll die Doppelturnhalle (links) mit dem neuen Mehrzweckgebäude verbinden. Von der Lielistrasse aus gelangen Besucherinnen und Besucher ebenerdig in den neuen Gemeindesaal. Darunter sind ein Hort und Musikräume geplant.

Zvg/Limmattaler Zeitung

Neuer Gemeindeplatz zwischen Turnhalle und Mehrzweckgebäude

Seit der Gemeinderat das Vorprojekt an der Gemeindeversammlung im Juni vorstellte, hat sich kaum etwas verändert. Die vertiefte Weiterbearbeitung habe die Konzeption der Gebäude bestätigt, sagt Jahn. Bei der genauen Materialwahl seien noch Präzisierungen erfolgt. Im Laufe der Vorprojekt- und der Bauprojektbearbeitung seien die Gebäude und die weiteren Anlagen mehrfach hinterfragt und Optimierungsschritten unterworfen worden. Weitere Kosteneinsparungen würden laut Jahn zu empfindlichen Nutzungseinschränkungen führen.

Bis zum Sommer 2024 soll das bestehende Mehrzweckgebäude mit Einzelturnhalle durch zwei mehrheitlich aus Holz bestehende Neubauten ersetzt werden: ein neues Mehrzweckgebäude mit Gemeindesaal, Hort und Musikräumen sowie eine Doppelturnhalle.

Im zweistöckigen Mehrzweckgebäude sind im unteren der beiden Stockwerke, das ebenerdig an den Pausenplatz anschliesst, die schulischen Nutzungen vorgesehen. Darüber ist der neue Gemeindesaal geplant, der für 350 Plätze mit Konzertbestuhlung und 250 Plätze mit Bankettbestuhlung ausgerichtet ist. Angesichts der wachsenden Bevölkerung brauche die Schule sowieso mehr Raum, sagt Jahn. Auch die bestehende Turnhalle habe ihre Kapazitätsgrenzen bereits überschritten. Zudem soll Richtung Lielistrasse zwischen der Turnhalle und dem Mehrzweckgebäude ein neuer Gemeindeplatz entstehen. Auch der Schulplatz wird neu gestaltet sowie der Sportplatz erneuert.

Im Frühling 2021 soll die Aufstockung des Schulhauses Nassenmatt 2 abgeschlossen sein.

Im Frühling 2021 soll die Aufstockung des Schulhauses Nassenmatt 2 abgeschlossen sein.

Florian Schmitz

Der Schulpavillon auf der Wiese wird ebenfalls bis zum geplanten Baustart im Juni 2022 weichen. Nach der Aufstockung des Schulhauses Nassenmatt 2 werden die Container nicht mehr benötigt. Die laufenden Arbeiten sollen wie geplant im Frühling 2022 abgeschlossen sein, wie Schulpräsidentin Petra Mörgeli auf Anfrage sagt. Der Pavillon werde künftig voraussichtlich von der Sekundarschule Birmensdorf genutzt.

Informationsanlass zur Abstimmung: 3. November, 19.30 Uhr; Gemeindesaal Nassenmatt an der Lielistrasse 16 in Aesch

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