Bergdietikon
Ausstellung: Im Wiesental hängen jetzt Erde aus Mali und neue Werke von Doris Bosshard

Die Kunstgalerie Bachlechner hat eine besondere Vernissage gefeiert. Unter anderem stellt die Dietiker Künstlerin Doris Bosshard-Columberg ihre neusten Werke aus und Galerist Hanns Bachlechner zeigt im Video, wie er unter anderem ihr Atelier besucht.

David Egger
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Vernissage in der Kunstgalerie Bachlechner am 24. März 2018
23 Bilder
Béatrice und Hanns Bachlechner: Ihre Kunstgalerie ist jetzt schon seit zehn Jahren in Bergdietikon.
Bosshards abstrakte Collagen kommen ohne Titel aus.
«Titel sind einschränkend. Meine Werke sind offen», sagt sie dazu.
In Gianni di Fazios Werken steckt Erde aus der ganzen Welt, so etwa aus Mali und Brasilien.
Allein aus Erde, Sand und Bindemittel zaubert er Gesichter auf die Leinwände.
Diese schauen den Betrachter zuweilen sehr direkt an, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Es ist Gianni Di Fazios erste Ausstellung in der Deutschschweiz.
Bei Bachlechners werden Bilder und Skulpturen vereint. Hier sind Bilder von Di Fazio und eine Skulpur von Friedrich Sebastian Feichter zu sehen.
Der Südtiroler und die Bachlechners kennen sich schon sehr lange.
Seine Blumen-Skulpturen hat jeder Spaziergänger im Wiesental schon mal gesehen.
Sie sind in verschiedenen Formen im Wiesental anzutreffen, ob klein oder gross.
Und sie blühen sozusagen das ganze Jahr.
Bekannt ist auch sein Homo solaris, die er in verschiedenen Formen anfertigt, der aber immer aus einer Sonne drei Beine wachsen.
Auch Feichters Alien-Wesen tragen klar seine Handschrift.
Vielleicht sind sie irgendwo auf einem anderen Planeten lebendig? "Alles ist möglich", sagt Feichter.
Die Vernissage war sehr gut besucht, Über 50 Personen pilgerten ins Wiesental.
Humorvoll durch den Abend führte Martin Schinagl.
Diese Kunstwerke und Bücher wurden an der Vernissage verlost.
Gespannt lauschen die Besucher der Bekanntgabe der Gewinner.
Hier überreicht zum Beispiel Gianni Di Fazio eine seiner Zeichnungen an die Gewinnerin.
Angeregt wurde bei Bachlechners bis in die Nacht diskutiert.
Zur Vernissage gehörte auch, dass Galerist Hanns Bachlechner seine Video-Reportage zeigte, die er von seinen Besuchen in den Ateliers der drei ausstellenden Künstlern anfertigte.

Vernissage in der Kunstgalerie Bachlechner am 24. März 2018

az/David Egger

Wenn Doris Bosshard-Columberg viel rote Farbe benutzt, heisst das nicht, dass auf dem fertigen Werk auch tatsächlich rote Farbe zu sehen ist. Da schleift, schabt und kratzt sie wieder Farbe weg, dort klebt sie eine Karton- oder Papierschicht darüber oder greift nochmals zu einer anderen Farbe, bis ihr Werk fertig ist. Unter dem Motto «Neuster Zyklus« stellt Bosshard derzeit in der Bergdietiker Kunstgalerie Bachlechner ihre neusten abstrakten Collagen aus.

Am Samstag eröffnete das Limmattaler Galeristen-Paar Hanns und Béatrice Bachlechner die Ausstellung mit einer ihrer beliebten, bis in die Nacht dauernden feierlichen Vernissagen, dank denen Kunstschaffende und -begeisterte aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland ins Wiesental pilgern.

Nebenbei ein doppeltes Jubiläum

Gleich doppelt lässt sich die Vernissage als Jubiläum bezeichnen. Denn zehn Jahre ist es nun her, seit Bachlechners ihre 2000 eröffnete Galerie von der alten Mühle in Weiningen in die alten Rossstallungen der ehemaligen Fabrik Fröhlich an der Reppisch zügelten. Zehn Jahre ist es auch her, seit Doris Bosshard im Jahr 2008 ihre erste grosse Ausstellung eröffnete – bei Bachlechners, damals in Weiningen.

Bosshards Leinwand-Kompositionen aus ihrer Mixed-Media-Serie – für die sie sich dieses Mal mitunter von einer Reise durch Kuba inspirieren liess – kommen ohne Titel aus. Stattdessen tragen sie Nummern. «Titel sind einschränkend. Meine Werke sind offen. Es kommt auch vor, dass mich die Leute auf etwas hinweisen, das sie sehen, das mir selber nicht aufgefallen ist», sagt Bosshard, die auch Bitumen braucht, das sonst eher aus dem Strassenbau bekannt ist.

Direkt aus dem Death Valley

Explizit international sind die Bilder von Gianni Di Fazio aus Lausanne. Unter dem Motto «Origin» (englisch für «Ursprung) fertigt er aus Erde, Sand und Bindemittel Gesichter auf Leinwand. Umso mehr erstaunen die vielen natürlichen Farben dieser Gesichter, die den Betrachter zuweilen sehr direkt anschauen, ohne dabei aufdringlich zu sein. Die Erde und den Sand holt er sich in der Schweiz, in Mali, in der Sahara, im Death Valley in den USA, in Brasilien und vielen weiteren Orten. Erstmals stellt er nun, dank Bachlechners, sein Schaffen in der Deutschschweiz aus. Ihre Galerie schloss Di Fazio sofort ins Herz: «Es braucht mehr solche Galerien im Land, die Bilder, Skulpturen und Darbietungen verbinden», sagte er.

Dritter Bestandteil der neuen Ausstellung sind die Skulpturen unter dem Motto «Andere Welten» von Friedrich Sebastian Feichter. Seine Aliens, sein dreibeiniger Homo solaris in verschiedensten Formen, Farben und Grössen oder seine grossen Blumen-Skulpturen sind Besuchern der Bachlechners schon lange ein Begriff.

Durch die Vernissage führte der Künstler, Filmemacher und Dichter Martin Schinagl. Zum Abend gehörte auch eine Verlosung dreier Werke der ausstellenden Künstler, eine Darbietung der Sängerin Severina Stoyanova (siehe Video unten) sowie eine von Hanns Bachlechner erstellte Video-Reportage seiner Besuche in den Ateliers der drei ausstellenden Künstler (siehe Video oben).

Infos zur neuen Ausstellung:

Die neue Ausstellung dauert bis am 29. April.

Sie ist jeweils geöffnet donnerstags und freitags von 14 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 15 Uhr und sonntags von 13 bis 16 Uhr.

Am 1., 15. und 22. April gibt es jeweils einen Apéro zwischen 13 und 16 Uhr.

Am 29. April von 13 bis 16 Uhr findet zudem die Finissage statt.

Ausserdem lässt sich die Ausstellung auch nach Vereinbarung besuchen.

Immer sehen lässt sich der Skulpturenpark, zum Beispiel bei einem Spaziergang durchs Wiesental.