Limmattal

Badis freuen sich zwar über guten Sommer – aber in den Kassen klafft trotzdem ein Corona-Loch

Im Limmattal haben diese Saison alle Freibäder, hier im Bild das Fondli in Dietikon, verspätet den Betrieb aufgenommen.

Im Limmattal haben diese Saison alle Freibäder, hier im Bild das Fondli in Dietikon, verspätet den Betrieb aufgenommen.

Die Saison ist zwar noch nicht ganz zu Ende, doch die Freibäder im Limmattal blicken versöhnlich auf die letzten Monate zurück. Man sei «der Situation entsprechend zufrieden», heisst es etwa aus der Badi Geren in Birmensdorf.

Das Frei- und Hallenbad Fondli in Dietikon hat vor allem im Juli viele Besucher verzeichnet – rund 11000 mehr als im Juli 2019, sagt Bruno Rabe, Leiter Amt für Umwelt und Gesundheit. Der Hauptgrund dafür sei wohl, dass viele Leute während den Ferien zuhause blieben. Die Einbussen der Vormonate – das Fondli öffnete später – habe man aber nicht wettmachen können.

Ähnliche Bilanz in Schlieren: Auch im Bio- und Gartenbad Im Moos sind während der Schulferien höhere Besucherzahlen als in den Vorjahren verzeichnet worden. André Thoma, Leiter Sekretariat Werke, Versorgung und Anlagen, stimmt dies versöhnlich. Doch wegen des späteren Saisonstarts bleibe wie in Dietikon ein Umsatzloch.

In Oberengstringen öffnete das Freibad Zwischen den Hölzern mit rund einem Monat Verspätung. Dennoch hat man bis 23. August total 45000 Eintritte verbucht. Dies sind bloss 4000 weniger als zum selben Zeitpunkt im Vorjahr, teilt Stefanie Süess vom Sportamt der Stadt Zürich mit. Die Saison sei bis jetzt positiv verlaufen, die geltenden Schutzkonzepte würden eingehalten.

Auch das Freibad Weihermatt in Urdorf ist zufrieden mit dem aktuellen Schutzkonzept. Thomas Bollinger, Bereichsleiter Liegenschaften und Sportbetriebe, lobt die Flexibilität der Badegäste und das grosse Engagement der Mitarbeitenden, sich den erschwerten Bedingungen anzupassen. An Spitzentagen sei so beinahe die Limite von 1500 Besuchern erreicht worden.

Renovation der Infrastruktur steht bevor

Auch Birmensdorf – die Badi öffnete erst am 11. Juni statt am 1. Mai – zieht ein positives Fazit. Wie der zuständige Gemeinderat Ringo Keller sagt, sei man «der Situation entsprechend zufrieden». Vor allem Erwachsene hätten die Badi nach der Eröffnung aber eine Zeit lang gemieden. Mit dem Corona-Schutzkonzept wurde die Besucherzahl in der Badi Geren auf 1000 limitiert. Dass einen Monat nach der Öffnung zwei Badmeister während der Probezeit kündeten, sei natürlich suboptimal gewesen, sagt Keller. Wieso es zu den Kündigungen kam, lässt er offen. Eine der Stellen habe man aber gleich neu besetzen können. Zudem helfen mehrere Aushilfen bei der Eingangskontrolle und der Kasse.

Die Badi Geren steht auch künftig vor Herausforderungen. «Die Becken-­Sanierung wird ein grosses Thema. Der Beton ist nicht mehr im besten Zustand», sagt Ringo Keller. Auch überlege man sich, gleich die restliche Infrastruktur auch zu erneuern, wie Garderoben und Spielplatz. Das Stimmvolk werde noch über ein Projekt abstimmen müssen.

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Die Birmensdorfer Badi hatte schon 2019 zu kämpfen. Aufgrund negativer Rückmeldungen von Besuchern wurde gar eine Sondersitzung einberufen. Im Zentrum der Kritik stand das Selbstbedienungsrestaurant, es wurde laut Keller den Erwartungen der Kunden nicht mehr gerecht, so sei zum Beispiel das Angebot zu klein gewesen. Auf diese Saison hin änderte sich einiges: Der bisherige Pächter weilt seit dem Winter in Thailand und konnte wegen Corona nicht ausreisen. Als Ersatz wurde deshalb Dominic Stutz ein­gestellt. Er habe genügend Personal und die nötige Gastro-­Erfahrung, um das Restaurant zu führen, sagt Keller. So sei das Feedback bisher positiv ausgefallen. Man wolle daher auch in Zukunft mit Stutz planen.

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