Birmensdorf
Nach der Rechnung folgte der Abschied: Gemeinderätin Annegret Grossen wurde nach 15 Jahren verabschiedet

Die Gemeindeversammlungen der Primarschule und der politischen Gemeinde Birmensdorf sowie der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch hiessen alle Jahresrechnungen 2020 gut. Am Abend wurde zudem Abschied von einem altbekannten Gesicht genommen.

Sven Hoti
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Die Gemeindeversammlungen fanden am Dienstagabend im Gemeindezentrum Brüelmatt in Birmensdorf statt.

Die Gemeindeversammlungen fanden am Dienstagabend im Gemeindezentrum Brüelmatt in Birmensdorf statt.

Archivbild: Sandra Ardizzone

Im Vordergrund der drei Gemeindeversammlungen am Dienstagabend im Gemeindezentrum Brüelmatt in Birmensdorf standen eigentlich die Jahresrechnungen 2020 der Schulgemeinden und der politischen Gemeinde sowie die Gebührenverordnung der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch. Alle Traktanden wurden von den 47 Stimmberechtigten diskussionslos und ohne Gegenstimme genehmigt. Weitaus emotionaler ging allerdings die Verabschiedung der zurückgetretenen Gemeinderätin Annegret Grossen (FDP) über die Bühne.

Sie sei eine engagierte, mit Herzblut kämpfende Gemeinderätin gewesen, die mehr gemacht habe als man eigentlich von ihr erwartet habe, sagte Gemeinderatspräsident Bruno Knecht (parteilos) gegen Ende der Gemeindeversammlung. «Mit Annegret verlieren wir eine kompetente, offene und ehrliche Gemeinderätin. Nichtsdestotrotz sind wir alle einverstanden, dass sie ihren Ruhestand mehr als verdient hat.»

Annegret Grossen (FDP) war 15 Jahre Teil des Birmensdorfer Gemeinderats. Nun tritt sie den Ruhestand an.

Annegret Grossen (FDP) war 15 Jahre Teil des Birmensdorfer Gemeinderats. Nun tritt sie den Ruhestand an.

Archivbild: Fabio Baranzini

Nach einem kräftigen Applaus trat die Verabschiedete selbst ans Rednerpult. «Es war mir gar nicht bewusst, dass es schon so viele Jahre sind», sagte Grossen über ihre 15-jährige Amtszeit. «Das hat damit zu tun, dass ich all die Jahre Freude an meiner Arbeit hatte und engagiert dabei war.» Es sei eine wertvolle und bereichernde Zeit gewesen, die ohne ihre Wählerinnen und Wähler in diesem Umfang nicht möglich gewesen wäre, sagte sie. «In dem Sinne möchte ich Ihnen ganz herzlich danken und meiner Nachfolgerin oder meinem Nachfolger alles Gute wünschen.»

Die 69-Jährige hatte im Februar nach 15 Jahren im Gemeinderat und ein Jahr vor Ablauf ihrer Amtsperiode ihren Rücktritt erklärt – unter anderem, um Jüngeren Platz zu machen. Die Suche nach einem Ersatz läuft bereits. Von den drei Kandidierenden erreichte am vergangenen Sonntag in Birmensdorf keiner das absolute Mehr, sodass voraussichtlich im September ein zweiter Wahlgang nötig wird.

Weniger Ausgaben aufgrund ausgefallener Anlässe

Die Rechnung der politischen Gemeinde schliesst bei einem Aufwand von 28,84 Millionen und einem Ertrag von 28,92 Millionen Franken mit einem Plus von rund 76’000 Franken. Budgetiert war ein Minus von knapp 375’000 Franken. Zurückzuführen ist der Überschuss laut der Finanzvorsteherin Gabriele Stampa (parteilos) hauptsächlich auf die Mehreinnahmen bei den Grundstückgewinnsteuern und allgemeinen Gemeindesteuern.

Die Primarschulgemeinde beendete das Jahr 2020 mit einem Plus von 1,2 Millionen Franken statt dem budgetierten Minus von 285'000 Franken. Dem Aufwand von 11,4 Millionen steht ein Ertrag von 12,6 Millionen Franken gegenüber. Hauptverantwortlich für den unerwartet hohen Zustupf waren laut Jacqueline Lieberherr, Finanzvorsteherin der Primarschule, Mehreinnahmen bei den Steuern sowie coronabedingte Einsparungen, etwa durch ausgefallene Anlässe, Klassenlager oder Weiterbildungen.

Auch die Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch schloss 2020 bei einem Aufwand von 5,8 Millionen und einem Ertrag von 6,9 Millionen Franken mit einem Plus ab. Der Ertragsüberschuss von 1,1 Millionen Franken liegt deutlich über den erwarteten 70’000 Franken. Wie bei der Primarschule haben mehrheitlich coronabedingte Einsparungen die Rechnung verbessert.

Die Stimmberechtigten genehmigten auch die neue Gebührenverordnung der Sekundarschule. Bisher waren die Gebühren für bestimmte Verwaltungsleistungen mit verschiedenen Reglementen geregelt worden. Weil mit Inkrafttreten des kantonalen Gemeindegesetzes 2018 die kantonale Gebührenverordnung weggefallen ist, wurde eine eigene kommunale Verordnung nötig.

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