Birmensdorf/Aesch/Uitikon
92,7 Prozent sagen Ja: Die Ozon-Anlage der ARA Birmensdorf kann gebaut werden

Die Stimmberechtigten winken den 10,5-Millionen-Kredit für eine neue Reinigungsstufe der Kläranlage Birmensdorf durch.

Lukas Elser Jetzt kommentieren
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So soll die neue Reinigungsstufe aussehen.

So soll die neue Reinigungsstufe aussehen.

Visualisierung: zvg

Das Ergebnis hätte wohl nicht klarer ausfallen können: 92,7 Prozent der Stimmberechtigten der sechs Zweckverbandsgemeinden Uitikon, Birmensdorf, Aesch, Stallikon, Bonstetten und Wettswil sagten am Abstimmungssonntag Ja zur Modernisierung der Kläranlage Birmensdorf.

Und in absoluten Zahlen: 10279 Personen sagten Ja zum 10,5-Millionen-Franken-Kredit für den Bau einer neuen Reinigungsstufe der Kläranlage Birmensdorf. Nur gerade 806 Stimmberechtigte legten ein Nein in die Urne. Und das alles bei einer Stimmbeteiligung von durchschnittlich 63 Prozent – definitiv ein Glanzresultat.

Trotzdem klingt der Birmensdorfer Gesundheitsvorstand und Präsident des Zweckverbands, Ringo Keller (SVP), am Telefon recht nüchtern. Freut er sich nicht? Erst auf diese Frage hin sagt er:

«Logisch freue ich mich sehr!»

Bereits nächste Woche werde sich das Bauamt mit dem Ingenieurbüro treffen, um die Baueingabe aufzugleisen, verkündet er.

Und wie erklärt er sich den hohen Ja-Anteil? Keller sagt: «Den Leuten war wohl bewusst, dass es um die Qualität ihres Wassers geht.» Und geholfen habe sicher auch, dass in den Medien in den letzten Jahren so viel zum Thema Mikroverunreinigung und Medikamentenrückstände geschrieben worden sei. Er sagt:

«Die Leute sind sensibilisiert für das Thema.»

Mit diesem Entscheid steht der Modernisierung der Kläranlage nichts mehr im Weg. So stattet die neue Reinigungsstufe, die im nordwestlichen Teil des Areals errichtet wird, die Abwasserreinigungsanlage (ARA) mit einem zusätzlichen Verfahren namens Ozonung aus.

Die bereits in anderen Kläranlagen angewendete Technologie soll das Abwasser von Mikroverunreinigungen wie Medikamentenrückständen, Pflanzenschutzmitteln oder Kosmetikprodukten befreien.

Antwort auf erwartetes Bevölkerungswachstum

Mit der neuen Stufe ist die vorläufig letzte Etappe in einem grösseren Ausbau der fast 50-jährigen ARA Birmensdorf beschlossen. Bereits 2013 sprachen die Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden einen Kredit in der Höhe von 25,6 Millionen Franken.

Die neue Anlage aus der Vogelperspektive.

Die neue Anlage aus der Vogelperspektive.

Visualiseriung: zvg

Mit dem Ausbau will man für das bevorstehende Bevölkerungswachstum gerüstet sein. Im Kanton müssen bis 2035 insgesamt 34 kommunale Kläranlagen mit einer neuen Technik ausgerüstet werden.

In Birmensdorf wird der Bund vor­aussichtlich 70 Prozent des Betrags übernehmen. Das sind 7,3 Millionen Franken. Die Gesamtkosten werden unter den Gemeinden aufgeteilt. Der Spatenstich soll im Sommer erfolgen und die Inbetriebnahme zwei Jahre später.

Auch die Verbandsstatuten werden geändert

Die Stimmberechtigten der Gemeinden Birmensdorf, Aesch, Uitikon, Bonstetten, Stallikon und Wettswil haben am Abstimmungssonntag der Totalrevision der Statuten des Zweckverbands der Kläranlage Birmensdorf mit 93,7 Prozent Ja-Stimmenanteil zugestimmt. Das am 1. Januar 2018 in Kraft getretene neue Gemeindegesetz schreibt die Anpassung vor. Jetzt werden die Aufgaben und Finanzkompetenzen der Gemeindevorstände und des Verbandsvorstandes klar definiert. Und, wie im neuen Gewässerschutzgesetz vorgesehen, werden die Art und die Menge des Abwassers im Kostenteiler berücksichtigt. Die neuen Regelungen treten per 1. Januar 2022 in Kraft. (lue)

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