Pfarrer-Stellvertreter Ueli Schwendener war die Begeisterung anzusehen. Und er fasste sie nach dem Konzert in schöne Worte des Lobes. «Als ich im Vorfeld das Programm für das Dreikönigskonzert anschaute, dachte ich: Was für ein Durcheinander! Aber Ihr macht ein Konzert daraus, das brillant und beeindruckend ist», sagte er zum Trio, das sich extra für das Dreikönigskonzert zusammengetan hatte.

Zwar kannten sich die Klarinettistin Michal Lewkowicz, der Violinist Ronny Spiegel und die Hauptorganistin der Reformierten Kirche Schlieren, Helga Váradi, untereinander schon von anderen Auftritten. Aber in dieser Besetzung zu dritt haben sie noch nie aufgespielt. Gut, dass es gestern Abend nun so weit war.

Die elf Stücke waren so angeordnet, dass das Konzert in sich einen Kreis schloss. Die runde Sache begann mit einem jüdischen Tanz und endete mit einem jüdischen Tanz. Dazwischen die Triosonate in Es-Dur von Johann Sebastian Bach – einen Ton höher gespielt – sowie der «Grosso Mogul», ein Violinkonzert in D-Dur von Antonio Vivaldi, und Tangos von Ilya Mischchenkov. Für letztere wechselte Helga Váradi die Orgel gegen das Klavier. Bei der Klarinetten-Sonate in Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy konnte derweil die Klarinettistin Michal Lewkowicz voll auftrumpfen.

Atemberaubendes Tempo

Das überraschende Wechselspiel am Dreikönigskonzert begeisterte gerade in seiner Gesamtheit das zahlreiche Publikum in der reformierten Kirche. Aber auch jedes Stück stach auf seine Weise hervor. So zum Beispiel jenes von Vivaldi, bei dem Violinist Ronny Spiegel mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit und Präzision aufspielte, die ein Zuschauer während des Klatschens mit «Wahnsinn!» quittierte.

Das aussergewöhnliche Trio erhielt beim Dreikönigskonzert auch Hilfe von oben. Just als Helga Váradi zum Schluss des dritten Stücks, einem alten jiddischen Tanz, den letzten Orgel-Ton zu Ende gespielt hatte, ertönte auf die Sekunde genau der Viertelstundenschlag der Kirchenglocke. Es schien, als wäre es minutiös geplant gewesen. Jedenfalls sorgte dies für Heiterkeit beim Publikum.

Die fulminante Musik mit den beeindruckenden Soli begeisterte. So auch die Vizepräsidentin der Kirchenpflege, Selina Zürrer. «Ihr habt die Spielfreude in die Kirche gebracht. Es war eine Riesenfreude Euch zuzuhören», sagte sie nach Ende des Dreikönigskonzert zum neuen Trio.

Im Anschluss an das Konzert offerierte die Kulturkommission der Stadt Schlieren einen Neujahrsapéro im Saal des Stürmeierhuus.