Unterengstringen

Das 38. Fischessen lockte sogar Brautleute ins Kloster Fahr

Schlange stehen für feinen Fisch: Viele Helferinnen und Helfer kümmerten sich um den Betrieb der Festwirtschaft.

Aufgrund knapper Fangerträge wurden den Gästen am Wochenende statt Felchen aus Schweizer Seen ausländische Zanderfilets serviert.

Er hätte sich eine beliebige Aufgabe aussuchen können: Fische frittieren, die Kasse hüten oder Bier verkaufen zum Beispiel. Stattdessen arbeitet Pius Biffiger in der Abwaschstation. «Ich packe an und helfe, wo es gerade Hilfe braucht.» Der Präsident des Fischvereins Kloster Fahr ist sich für nichts zu schade. Lachend fügt er an: «Mein Hauptressort ist eigentlich der WC-Wagen.» Früher hatte der Verein dafür eine externe Putzkraft angestellt. «Das kann ich aber auch selber machen», sagt Biffiger. Er hat zu tun, nach dem Interview sucht er sofort wieder die Abwaschstation auf. Nicht von ungefähr wird dort hart gearbeitet. Wie in den Vorjahren lockte das 38. Fischessen im Kloster Fahr am Wochenende zahlreiche Besucherinnen und Besucher an. Fast alle Festbänke sind am Samstagnachmittag besetzt und fast überall werden die traditionellen Fischknusperli verzehrt. In der nicht mehr allzu heissen Sommersonne schmecken sie gleich doppelt so gut.

Sogar der Vegetarierin hat es geschmeckt

Zu den regulären Gästen gesellte sich am Vormittag ganz unverhofft eine 25-köpfige Hochzeitgesellschaft. Da ihr Wunsch-Restaurant geschlossen hatte, entschieden sie sich spontan für einen Fisch-Apéro – und waren durchaus davon angetan. Sogar der einzigen Vegetarierin soll es geschmeckt haben, versichert Biffiger, der für die Gäste noch Nüssli, Chips und Prosecco organisiert hat.

Beim Fisch handelt es sich dieses Jahr nicht wie geplant um Felchen, zu knapp fielen die Fangerträge in den Schweizer Seen aus. Stattdessen gibt es ausländische Zanderfilets im Bierteig und davon nicht wenige. 400 Kilogramm wurden für das Wochenende eingelegt und vorbereitet, weitere 100 Kilogramm als Reserve eingefroren. Erfahrungsgemäss werden an einem Spitzenwochenende bis zu 2500 Portionen serviert.

Die Einnahmen kommen dem Fischereiverein zugute, der damit die vom Kloster gepachteten Flussabschnitte bewirtschaftet. Als einziges Fischerei-Revier in Zürich gehören sie laut Biffiger nicht dem Kanton und fallen deshalb ganz in den Zuständigkeitsbereich des Vereins. Dieser kümmert sich um das Aussetzen neuer Fische und um die Reinigung der Limmat und seiner Seitenarme, dem inneren und dem äusseren Giessen.

Zahlreiche Helferinnen und Helfer sorgten am Wochenende für den Betrieb der Festwirtschaft; neben Kollegen, Geschwistern und Verwandten der Vereinsmitglieder war auch dieses Jahr wieder der Turnverein Engstringen im Einsatz. Für die Bewachung der Anlagen war ab 22 Uhr der Hundeverein Weiningen verantwortlich. Er sollte verhindern, dass – wie auch schon passiert – Festbänke über Nacht im Flussbett landen.

Zu den Helfern zählte auch Walter Ruf. Er hat bereits beim ersten Fischessen vor 38 Jahren mitgewirkt. Wie damals, und wie alle Jahre danach, war er auch heuer für das Frittieren der Fische zuständig. «Trotz den vielen Besuchern ist keine Hektik ausgebrochen», berichtete er. «Wir konnten am Morgen sogar einen Spezialwunsch erfüllen und für einen allergischen Gast eine Portion Fisch ohne Bierteig zubereiten.»

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