Dietikon

Das Alte Bauamt wird zum Kindergarten - 2022 soll er bezogen werden

Derzeit ist noch das Studio Dietikon im Alten Bauamt untergebracht.

Derzeit ist noch das Studio Dietikon im Alten Bauamt untergebracht.

Der Dietiker Stadtrat beantragt einen Kredit von rund vier Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau des Alten Bauamts

Das Alte Bauamt im Dietiker Kronenareal hat seit seiner Erstellung im 18. Jahrhundert schon so einiges erlebt. Nun soll seiner Geschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat die Genehmigung eines Ausführungskredit in der Höhe von rund 4,06 Millionen Franken für die Sanierung und den Umbau sowie den Übertrag der Liegenschaft an der Unteren Reppischstrasse 14 vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen. Wie aus dem Antrag hervorgeht, soll das Geschäft in der Gemeinderatssitzung vom 5. September behandelt werden. Damit könnte die Vorlage auf den Abstimmungstermin vom 29. November dem Volk unterbreitet werden.

Entstehen sollen im Gebäude, das sich im kommunalen Inventar der schützenswerten Bauten befindet und in einem prekären Zustand ist, ein Kindergarten im Erdgeschoss sowie je eine Wohnung im Obergeschoss beziehungsweise im Dachgeschoss. Allerdings ist angedacht, das Projekt wegen der heute noch ungeklärten Gewässerraumausscheidung zur Reppisch in zwei Etappen auszuführen. Laut Stadtrat wird in der ersten Etappe das bestehende Gebäude saniert und neu organisiert. Auf den im Projekt des Büros Stehrenberger Architektur aus Zürich vorgesehen Anbau wird noch verzichtet. Der Gruppenraum zum Kindergarten findet in der künftigen Wohnung im ersten Obergeschoss Platz. «Erst in der zweiten Etappe, nach gesicherter Gewässerraumausscheidung, soll die Raumorganisation gemäss dem Wettbewerbsprojekt umgesetzt werden», schreibt der Stadtrat.

Eine 2.5- und eine 3.5-Zimmerwohnung

Dieses sieht vor, dass sich nach der Vollendung der zweiten Etappe im Obergeschoss eine rund 80 Quadratmeter grosse 3.5-Zimmerwohnung befinden wird. Das Dachgeschoss wird zu einer etwa 60 Quadratmeter grossen 2.5-Zimmerwohnung umgebaut. Beide erhalten mit dem Anbau eine je rund 36 Quadratmeter grosse Veranda in Richtung Reppisch. Für die 2.5-Zimmerwohnung ist eine Miete um 1550 Franken und für die 3. 5-Zimmerwohnung eine um 1950 Franken vorgesehen. Das entspricht jährlichen Mieteinnahmen von 42'000 Franken.

Erschlossen werden die Wohnungen über einen separaten Hauseingang vom öffentlichen Vorplatz her. Gemäss Projekt bleibt die Raumstruktur des Ober- und Dachgeschosses als Grundgerüst bestehen. «Im Bereich von Küche und Wohnen wird sie zugunsten einer grosszügigen Wohnform etwas aufgebrochen. Die Küche ist so angeordnet, dass sie zur Schaltstelle zwischen dem Wohnraum und der künftigen Veranda wird», heisst es im Antrag. Wegen ihres schlechten Zustands müssen allerdings sämtliche Wände neu erstellt werden. Einzige Ausnahme ist das Frontzimmer unter dem Giebel zur Strasse hin.

Anders als bei den Wohnungen ist der Zugang zum Kindergarten konzipiert. Er wird über den Garten erschlossen. Dort führt eine behindertengerechte Rampe zum gedeckten Vorplatz und zum Eingang im Hochparterre. Der Empfangsraum dient als Garderobe und Hauptzugang zum Schulzimmer. «Letzteres wird in verschiedene Zonen unterteilt: Versammlung im Kreis, Arbeitstische und verschiedene Bereiche für das kleine und grosse Rollenspiel», schreibt der Stadtrat. Der Gruppenraum befindet sich in der ersten Etappe im ersten Obergeschoss. Ein WC für das Lehrpersonal wird im bestehenden kleinen Latrinenanbau angeboten. Im Erdgeschoss befindet sich ein behindertengerechtes WC für Knaben und Mädchen.

Verschiedene Spielmöglichkeiten im Garten geplant

Der Aussenraum zum Kindergarten soll gemäss den Verantwortlichen «möglichst gut genutzt werden können, aber auch viel Atmosphäre verströmen». Vorgesehen sind unter anderem ein mit einem Sonnenschutz überspannter Platz sowie eine Sitzbank. Weiter sind ein Sandkasten, eine Wasserstelle mit Wasserhahn sowie einfache Spiel- beziehungsweise Balancierbalken aus Holz vorgesehen. «Die Bepflanzung bietet Schutz zur Strasse und macht den Ort zum vielfältigen Garten, eine kleine Wiese mit Baum rundet das Bild ab. Flussseitig soll es schlichte Spielmöglichkeiten geben», hält der Stadtrat weiter fest.

Der Zeitplan sieht vor, dass der Kindergarten sowie die Wohnung im Dachgeschoss auf den Sommer 2022 hin in Betrieb genommen werden können. Der Stadtrat erhofft sich ab dann tagsüber eine weitere Belebung des Kronenquartiers. Zudem deckt der Kindergarten den wegen der steigenden Schülerzahlen erwarteten zusätzlichen Bedarf an Schulraum im Dietiker Zentrum.

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