Uitikon

Das Kaminfeger-Set der Feuerwehr wurde aus den Tiefen des Tanklöschfahrzeugs geholt

Die Feuerwehr Uitikon hat eine Übung genutzt, um nur selten im Einsatz stehende Geräte auszuprobieren.

Für die aktiven Feuerwehrleute der Gemeinde Uitikon stehen jährlich zwölf Übungen auf dem Programm, um einsatzbereit zu sein. Am Dienstagabend lag nun der Fokus in der Mannschaftsübung für einmal auf Gegenständen, die nur selten gebraucht werden – und bei denen es dennoch wichtig ist, zu wissen, wo sie sich befinden und wie sie zu bedienen sind.
Einen Posten leitete Oberleutnant Jakob Bosshard. Er zeigte, was alles in einem Tanklöschfahrzeug steckt oder versteckt ist. Neben einem Defibrillator, der im Notfall wichtige Hilfe leistet, kam dabei auch ein Kaminfeger-Set zum Vorschein. Dieses wird bei einem Brandfall benötigt, wenn ein Kamin verstopft ist – andernfalls könnte er in die Luft gehen, wie Andrin Metzger erklärte. Einen solchen Einsatz habe es schon gegeben, sagte Kadermitglied Werner Steudler, der sich seit 1994 für die Feuerwehr einsetzt. «Es gibt Dinge, die wir als Pflichtmaterial mitführen müssen, weil das die Gebäudeversicherung vorgibt, und es gibt Objekte wie dieses Set, welches wir als Feuerwehr freiwillig besitzen.»

Etwas mehr zu sehen gab es beim Posten von Kommandant Werner Oetiker, als zu fortgeschrittener Stunde bei hellem Scheinwerferlicht mit einer kleinen Motorspritze aus dem Brunnen vor der Gut’s Hereford Ranch Wasser gepumpt wurde.

Feuerwehrleute haben nie ausgelernt

«Ich lerne nach so vielen Jahren noch immer dazu, weil kein Einsatz dem anderen gleicht. Und genau das macht es so spannend», äusserte sich Ausbildungsleiter Max Hälg zu seinem Engagement.

Bei der Übung waren unter den Feuerwehrleuten auch zwei Frauen. Joseline Rinderknecht begeisterte sich bereits mit 14 Jahren für die Tätigkeit und stieg bei der Jugendfeuerwehr ein. «Meiner Meinung nach gibt es bei der Feuerwehr mehr Action als bei den Pfadfindern», sagte sie.

Ein Highlight seien für sie jeweils Übungen mit der Atemschutzmaske. Seit einem Jahr ist sie nun fix bei der Feuerwehr dabei und war inzwischen auch schon für einen Ernstfall bei einem Verkehrsunfall zur Stelle. «Diese Aufgabe hilft mir auch, weil ich Rettungssanitäterin werden will, die Feuerwehr ist eine ideale Basis», so Rinderknecht weiter.

Etwas länger im Einsatz steht Monika Jud. Und sie wäre noch länger dabei. Doch: «Mir fehlte die Zeit, sonst wäre ich schon früher eingestiegen, ich fand die Arbeit immer sehr interessant.» Es sei toll, in einer Gruppe zu arbeiten, jeder könne seine Stärken einsetzen. Das Motto der Feuerwehr Uitikon zeuge auch von Humor und passe sehr gut zu ihnen: «Wir machen Tag und Nacht Hausbesuche.»

Genauso wichtig wie das Wissen rund um schwierige Situationen ist es, die Kameradschaft zu pflegen, weswegen im Anschluss an eine Übung immer das Gemeinschaftliche zelebriert wird: «Wenn du nicht weisst, was dich beim Einsatz erwartet, ist es umso wichtiger, dass du der Person hinter dir vertrauen kannst und diese gut kennst», sagte Oetiker. Und zum Übungsabend mit den selten genutzten Gegenständen meinte er: «Es wird so sein, dass wir die Materialien vielleicht zehn Jahre nicht benötigen werden. Und dann kommt plötzlich der Tag, an dem du froh bist, dass wir sie dabeihaben und sie funktionieren.»

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