Pandemie

Das Limmi rüstet auf: Nicht nur in Coronazeiten wird der Helikopter auf dem Spital-Dach landen

Seine Basis hat der blau-gelbe Helikopter nach wie vor in Birrfeld; tagsüber soll er aber, um schneller zu sein, jeweils ab dem Spital Limmattal fliegen.

Seine Basis hat der blau-gelbe Helikopter nach wie vor in Birrfeld; tagsüber soll er aber, um schneller zu sein, jeweils ab dem Spital Limmattal fliegen.

Während der Coronapandemie war eine Maschine der Alpine Air Ambulance auf dem Limmi stationiert. Dies hat sich bewährt. Die ersten Erfahrungen, in der ersten Coronazeit, sind positiv ausgefallen – denn dadurch hat sich eine Kooperation zwischen dem Spital Limmattal und der Alpine Air Ambulance ergeben.

36 Mal ist in den vergangenen Wochen bei einem eingegangenen Notruf nicht ein Rettungsfahrzeug des Spitals Limmattal ausgerückt, sondern ein auf dem Limmi-Dach tagsüber abgestellter Helikopter der Alpine Air Ambulance (AAA). «Die Mehrzahl dieser Einsätze betraf Unfälle», sagt Mediensprecher Stefan Strusinski. In die meisten davon seien Kinder involviert gewesen, die dank des neuen Einsatzmittels rasch hätten betreut werden können.

Dass beim Spital Limmattal überhaupt ein Rettungshelikopter bereitstand, ist auf die Vorbereitungen zur damals erwarteten ersten Coronawelle zurückzuführen: Denn Mitte März hatte die AAA einen speziell ausgerüsteten und isolationstauglichen Intensivtransporthelikopter in Betrieb genommen, der tagsüber auf dem Limmi-Dach stationiert wurde. Dieser leistete in dieser Zeit über 80 Einsätze für Covid-19-Patienten. Daneben hatte die Besatzung aber auch die freien Kapazitäten, um die erwähnten 36 Primäreinsätze im Einzugsgebiet des Limmi leisten zu können.

Im staubelasteten und mit vielen Baustellen versehenen Limmattal bietet der Einsatz über die Luft natürlich Vorteile: «Gerade in Hauptverkehrszeiten kann ein Helikopter rascher an einem Unfallort sein als ein Fahrzeug, das auf den vollen Strassen unterwegs ist», sagt Strusinski. Die Einsatzzeit könnte in Stauzeiten dank eines Helikopters verkürzt werden.

Die ersten Erfahrungen sind äusserst positiv

Die Erfahrungen, die das Spital Limmattal und die Alpine Air Ambulance in der ersten Coronazeit machten, sind insgesamt «äusserst positiv» ausgefallen, wie die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung festhalten. Sie wollen die in Ausnahmezeiten begonnene Zusammenarbeit deshalb nun auch in gewöhnlichen Zeiten weiterführen und verstärken.

Das heisst: Dem blau-gelben AAA-Helikopter soll nun auch über die Coronazeit hinaus das Limmi-Dach als «situative Landebasis» zur Verfügung stehen. Dies führt gemäss Mitteilung zu einer weiteren Verbesserung der Versorgungsqualität in der Region und einer einwandfreien, professionellen Rettung von Patienten.

Der Rettungshelikopter soll dabei nicht jeden Tag das Spital anfliegen, wie es beim Limmi heisst. Der Landeplatz des Spitals werde weiterhin «situativ genutzt.» Während der Coronazeit setzte der AAA-Helikopter in der Regel jeweils am Vormittag auf dem Limmi auf, am Abend verliess er den Landeplatz. Die Nachtstunden verbrachte der zur Lions Air Group gehörende AAA-Helikopter in seiner Basis in Birrfeld. Die fast täglichen An- und Abflüge führten in den umliegenden Wohnquartieren zu gewissen Diskussionen und Anfragen. Das Limmi hält fest, dass offiziell keine Lärmklagen eingegangen seien. Es hätten sich «einige Personen über die aktuelle und zukünftige Situation informieren» wollen.

Die Spital- und die Flugverantwortlichen verweisen auf die «deutlich überwiegenden positiven Auswirkungen», die mit dem tagsüber bereitstehenden Heli verbunden sind. Sie seien sich aber der zusätzlichen Lärmbelastung für die unmittelbare Nachbarschaft durchaus bewusst, wie es in einem Anwohnerschreiben heisst. Es werde deshalb alles daran gesetzt, «die Belastung in einem kleinstmöglichen, erträglichen Mass zu halten». So werde an den Werktagen der Limmi-Lande­platz nur zwischen 8 und 20 Uhr sowie an den Wochenenden und an Feiertagen nur zwischen 10 und 20 Uhr genutzt – ausser natürlich, es erfolgt ein konkreter Rettungseinsatz. Aber: «Leerflüge werden wann immer möglich vermieden.»

Limmi wird für Notärzte und Rettungssanitäter attraktiver

Mit der nun verlängerten zeitweisen Stationierung eines Helikopters auf dem modernen Landeplatz des neuen Spitals Limmattal ergeben sich auch für Notfallärzte und Rettungssanitäter neue Möglichkeiten: Ausgewählte Limmi-Mitarbeiter werden zukünftig im Rotationsmodus in der Flugrettung eingesetzt. Im Gegenzug kann der Helikopter-Notarzt auch bei bodengestützten Rettungen zum Einsatz kommen. So liessen sich die Einsatzzeiten verkürzen und die Kapazitäten erhöhen, sagt Limmi-Mediensprecher Strusinski. Diese neue Zusammenarbeit erhöht gemäss Spital Limmattal auch die Attraktivität als Arbeitgeber; so liesse sich fürs Limmi weiterhin gut qualifiziertes Personal finden und die fachliche Kompetenz hochhalten.

Die Zusammenarbeit mit der Alpine Air Ambulance hat für das Spital Limmattal keine finanziellen Folgen. Der Zusammenarbeitsvertrag sieht keine Befristung, aber die üblichen Kündigungsfristen vor. Wie viele Einsätze der AAA-Helikopter, der tagsüber auf dem Limmi-Dach zwischenstationiert ist, ausführen wird, lässt sich noch nicht festlegen: «Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nur schwer zu beantworten», heisst es beim Spital. Jeder Einsatz, der mit dem geeignetsten und raschesten Mittel erfolgen könne, sei wichtig.

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