Steuerfuss

Der Bezirk Dietikon steigert seine steuerliche Attraktivität weiter

In drei Gemeinden dürfen sich die Einwohner dieses Jahr über einen tieferen Steuerfuss freuen. (Archiv)

In drei Gemeinden dürfen sich die Einwohner dieses Jahr über einen tieferen Steuerfuss freuen. (Archiv)

In drei Gemeinden im Bezirk dürfen sich die Einwohner dieses Jahr über einen tieferen Steuerfuss freuen.

Auf dieses Jahr hin haben drei Gemeinden im Bezirk Dietikon die Steuern gesenkt: Das Schlieremer Parlament beschloss mit 20 zu 16 Stimmen und gegen den Willen des Stadtrats, den Steuerfuss neu auf 111 Prozent festzusetzen (2019 waren es noch 114 Prozent). Damit hat Schlieren neu den gleichen Steuerfuss wie Geroldswil. Dies wäre früher undenkbar gewesen, denn 2013 zum Beispiel lag der Schlieremer Steuerfuss noch bei 119 Prozent und jener von Geroldswil bei 91 Prozent.

Einhellig fiel der Entscheid der Uitiker Gemeindeversammlung im November aus, ebenfalls die Steuern zu senken: 150 zu 0 lautete das Stimmverhältnis, als die Steuerfusssenkung um 2 Prozentpunkte beschlossen wurde. Somit liegt der Uitiker Gesamtsteuerfuss, wie vom Gemeinderat beantragt, neu bei 80 Prozent statt wie bisher 82 Prozent. Schon per 2019 hatte Uitikon den Steuerfuss um einen Prozentpunkt von 83 auf 82 Prozent gesenkt.

Steuerfüsse im Bezirk Dietikon 2020

Steuerfüsse im Bezirk Dietikon 2020

Auch in Unterengstringen entschied man sich ohne Gegenstimme für eine Steuersenkung um 2 Prozentpunkte, sodass der Gesamtsteuerfuss neu bei 100 Prozent liegt. 108 Personen sagten an der Gemeindeversammlung Ja zum Vorschlag des Gemeinderats.

Von den drei Entscheiden profitieren Tausende Personen: Rund 27'000 Einwohnerinnen und Einwohner zählen die drei genannten Gemeinden.

In den anderen Gemeinden des Bezirks Dietikon bleiben die Steuerfüsse genau gleich. Dies allein könnte für viele Steuerzahler auch schon eine Freude sein, zumindest wenn man die zahlreichen Steuererhöhungen insbesondere in den 2010er-Jahren bedenkt (siehe Grafik).

Noch letztes Jahr gingen die Steuern in vier Gemeinden rauf

Der Trend steigender Steuern pausiert also dieses Jahr. Noch letztes Jahr war das anders, vor allem in Geroldswil. Dort stieg der Gesamtsteuerfuss auf das Jahr 2019 hin um satte 7 Prozentpunkte. 2 davon kamen von der Oberstufenschulgemeinde Weiningen – und betrafen damit auch Oetwil, Weiningen und Unterengstringen –, 5 Prozentpunkte kamen von der politischen Gemeinde Geroldswil.

Der Fels in der Brandung: Urdorf bleibt stabil

Im Jahr zuvor, per 2018, hatte schon die Primarschule Oetwil-Geroldswil ihren Steuerfuss und damit auch den Gesamtsteuerfuss von Oetwil und Geroldswil um 7 Prozentpunkte ansteigen lassen – ein besonders markantes Beispiel dafür, dass mit den Schülerzahlen oft auch die Steuern steigen. Zuversicht, dass Geroldswil die Steuern dereinst wieder senken kann, gibt es aber. Denn die jetzige Zeit gilt als Durststrecke. Im nächsten Winter soll das neue Zentrum Huebegg eröffnet werden. Die Überbauung auf dem Baufeld Ost mit Wohnungen und Verkaufsflächen wird der Gemeinde neue Einnahmen bescheren, dank denen die Gemeinde womöglich auch mit einem tieferen Steuersatz ihren Haushalt im Gleichgewicht halten kann.

Der Fels in der Brandung bleibt in Sachen Steuerfuss nach wie vor die Gemeinde Urdorf: Schon seit 2008 liegt der Gesamtsteuerfuss bei 118 Prozent. Veränderungen gibt es nur insofern, als die politische Gemeinde und die Schulgemeinde hin und wieder ein paar Steuerprozente hin- und herschieben. Doch der Gesamtsteuerfuss von 118 Prozent ist sozusagen unantastbar.

Ebenfalls sehr stabil zeigt sich der Gesamtsteuerfuss von Aesch, der schon seit 2011 bei attraktiven 87 Prozent liegt. Einzig Uitikon kann das unterbieten – und Bergdietikon: Dort wurde der 2011 in Kraft getretene Steuerfuss von 87 Prozent auf dieses Jahr hin gesenkt auf noch 84 Prozent. Damit liegt der Bergdietiker Steuerfuss neu sogar 39 Prozentpunkte unter dem grossen Nachbar Dietikon. Allerdings kann man die Steuerbelastung in Bergdietikon nicht direkt mit jener in Gemeinden im Bezirk Dietikon vergleichen – in Bergdietikon gelten die Aargauer Steuergesetze und damit auch ein anderer kantonaler Steuerfuss.

Im Kanton Zürich liegt der kantonale Steuerfuss schon seit 2003 bei 100 Prozent. Zwar hatten SVPler und FDPler im Kantonsrat – darunter auch André Müller (FDP, Uitikon) – eine kantonale Steuersenkung für die Jahre 2020 und 2021 verlangt, doch kamen sie damit nicht durch.

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