Dietikon

Der Kampf um die Sauberkeit auf privatem Boden geht weiter

Rund um den Rapidplatz findet man beim Spazieren einige Zigarettenstummel – doch nicht nur sie sorgen für Ärger.

Dietiker Stadtrat wird bei einem Streit zwischen Mietern und Vermietern am Rapidplatz nicht intervenieren

Die Interpellation des Dietiker Gemeinderats Peter Metzinger (FDP) von Juni 2018 begann mit einer einfachen Frage: «Stimmt der Stadtrat zu, dass eine saubere Umgebung für die lokalen Geschäfte und den Ruf eines Quartiers eher positiv ist, eine starke Verschmutzung hingegen schädlich?»
Auf diese hat die Stadt nun eine auf den ersten Blick klare Antwort: Der Stadtrat teile die Meinung von Metzinger – auch ihm sei die Sauberkeit der Quartiere ein grosses Anliegen. Der öffentliche Grund beim Rapidplatz sowie die restlichen Plätze der Stadt werden regelmässig gereinigt. Doch die grosse Problematik, die angesprochene Verunreinigung auf privatem Boden an der Heimstrasse, bleibt ungelöst.

Direkte Intervention bleibt aus

Diese war ein wichtiges Anliegen von Metzinger und zwei Mitunterzeichnern aus seiner Partei. In seiner Interpellation moniert er, das Gewerbe unter den Arkaden an der Heimstrasse beklage sich über die starke Verschmutzung der Gehwege sowie der Strassenränder, etwa in Form von Zigarettenstummeln. Auch Schmutzflecken an der Fassade würden für Ärger sorgen. Der Kontakt mit der Verwaltung des privaten Grundstücks sei nicht aufschlussreich gewesen. Metzinger wollte vom Stadtrat wissen, was er unternehmen könnte, um für mehr Sauberkeit rund um den Rapidplatz sorgen. Weiter fragte der Politiker, ob der Stadtrat die Möglichkeit sähe, bei den Immobilienverwaltungen zu intervenieren, damit diese auf ihrem Land für weniger Schmutz sorgen würden. «Hat der Stadtrat Kenntnis davon, wie es in anderen Quartieren Dietikons aussieht und wenn auch dort Handlungsbedarf besteht: Was gedenkt der Stadtrat zu tun?», schrieb Metzinger am Schluss seiner Interpellation.
Die Stadt versuche, die privaten Eigentümer mittels Schreiben und Flyern für dieses Thema zu sensibilisieren. «Einzelne Liegenschaftsverwaltungen werden weiterhin gezielt auf die Problematik angesprochen», heisst es in der Antwort weiter.
«Ich bin zufrieden mit der umfassenden Antwort des Stadtrats», sagt Peter Metzinger. «Sie zeigt aber, dass es noch Handlungsbedarf gibt. Die Situation bleibt ungelöst, weil die Stadt nichts gegen den privaten Eigentümer unternehmen kann.» Irritierend findet Metzinger einzig den Kartenausschnitt, den der Stadtrat in seiner Antwort beifügte, um zu zeigen, wo die Stadt für die Sauberkeit zuständig ist und wo Private. «Sie ist derart unscharf, dass doch wieder unklar bleibt, wer wo zuständig ist», moniert Metzinger.

Aschenbecher eingerichtet

Seit Juni 2018 habe sich die Situation leicht verbessert. «Nach der Berichterstattung der Limmattaler Zeitung wurden endlich Aschenbecher aufgestellt und das Gebäude gereinigt. Das ist nun schon lange her, und die hässlichen Flecken auf den Arkaden sind immer noch dort», sagt Metzinger. Nun hofft er auf eine Sitzung, die von einer am Rapidplatz vertretenen Immobilienverwaltung organisiert wird. «Mal schauen, ob dort eine Lösung präsentiert wird», sagt Metzinger.
«Die Verunreinigung ist das kleinste Problem», sagt eine Person, die bei einem gastronomischen Betrieb unter den Arkaden an der Heimstrasse arbeitet und anonym bleiben will. «Im Gebäude gibt es keinen einzigen Abfalleimer, ich musste selbst einen zur Verfügung stellen.» Windet es, würde es unter den Arkaden besonders dreckig werden. «Man sieht überall Bankkontobelege, Blätter und Zigarettenstummel. Eine Katastrophe». Eine andere betroffene Person, die ihren Namen auch nicht in der Zeitung lesen will, ist anderer Meinung. «Ich empfinde es nicht als allzu schlimm. Wenn etwas schmutzig ist, wische ich es weg.»

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