Dietikon
Der Leinenzwang interessiert längst nicht alle Hündeler

Im Grunschen-Park wäre es Pflicht, Hunde an die Leine zu nehmen, darauf weisen Tafeln an allen drei Parkeingängen drauf. Nicht jeder Hundehalter hält sich aber daran, mit verschiedenen Folgen.

Lucien Fluri
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«Hier darfst du nicht frei rumlaufen», sagt das Plakat unmissverständlich. Einigen Herrchen und Frauchen scheint das egal zu sein. Lucien Fluri

«Hier darfst du nicht frei rumlaufen», sagt das Plakat unmissverständlich. Einigen Herrchen und Frauchen scheint das egal zu sein. Lucien Fluri

Etwas kleines Braunes spaziert da durch den idyllischen Grunschen-Park. Kräftig kläfft das kleine Wesen in den nasskalten Morgen hinein, als weitere Hunde entgegenkommen. Das Gemeine: Der schwarze Sennenhund ist angeleint, der Rehpinscher ist frei.

Dabei müsste ihn sein junges Herrchen ebenfalls anleinen. Im Grunschen-Park ist Leinenpflicht. Die Tafeln an allen drei Parkeingängen sprechen eine klare Sprache: Und sogar ohne Tafeln wäre im Park Leinenzwang, erklärt Thomas Winkelmann, Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung der Stadt.

Denn generell verbiete das kantonale Hundegesetz, dass Hunde auf Spielplätzen frei herumlaufen dürfen. Ein morgendlicher Augenschein zeigt, dass einige Hundebesitzer den Paragrafen offenbar nicht kennen. Nur auf dem kurzen Abschnitt beim Spielplatz ist Leinenpflicht, für einige wenige Hundehalter, die grössere Touren unternehmen, ein zu kurzes Wegstück, um den Hund anzuleinen.

«Sonst braucht es Regeln nicht»

Den Augenschein nimmt der Dietiker Raymond Chevalley oft. Zwei- bis dreimal pro Woche führt ihn seine Joggingrunde durch den Park. «Ich bin kein Hundehasser. Es gibt viele sehr gut erzogene Hunde», sagt der Chevalley, der schon den Zürich Marathon gelaufen ist.

«Wenn die Vorschriften nicht eingehalten werden, kann man die Tafeln wegnehmen.» Vor einigen Wochen hat Chevalley die Stadtpolizei in einem Brief auf das Problem hingewiesen.

Was ihn stört: Viele Familien bräteln im Park, Kindergartenklassen sind dort anzutreffen und trotzdem halten sich nicht alle Hundehalter an die Regeln. «Leider», sagt Chevalley. Denn es gebe Kinder, die Angst vor den Hunden hätten, und das mit den Robidogs klappt offenbar auch nicht bei allen freilaufenden Hunden, Kot bleibt dann in der Wiese zurück.

Viele befolgen die Regeln auch

Hunde und Jogger: Das ist ein Reizthema, das viel Konfliktpotenzial bietet. «Ich habe gerade eine gute Phase», sagt Chevalley, lacht und erzählt vom jungen Bernhardiner, der ihm die Pfoten auf das weisse T-Shirt legte.

Überhaupt: Wie einer, der nörgelt, wirkt der Läufer nicht. Er scheint zufrieden mit sich und dem Leben. Jogger Chevalley lobt denn auch zahlreiche Hundebesitzer, die ihren Hund bei entgegenkommenden Joggern zu sich nehmen oder einen Baumast so weit wegwerfen, dass der Hund weit weg vom Jogger ist.

«Ich bedanke mich immer», sagt der Läufer. Nur bei denjenigen, die ihre Vierbeiner nicht anleinen, scheint das Ansprechen aufs Fehlverhalten aussichtslos. Oft treffe er dann auf kein Verständnis, so Chevalley.

Polizei kann Bussen verteilen

Stramm neben Kinderwagen und Hundehalter läuft inzwischen ein Dalmatiner durch den Park, angeleint ist er nicht. Selbstverständlich scheint es dagegen für die Walkerin, ihre drei ebenso sportlichen Hunde beim Morgensport anzuleinen. Und auch das Ehepaar mit dem weissen Terrier, das extra mit dem Auto zur Grünanlage gefahren ist, hält sich an die Regeln.

Der Spielplatz Grunschen werde im Rahmen der üblichen Patrouillentätigkeit der Polizei immer wieder kontrolliert, erklärt Thomas Winkelmann von der Stadt Dietikon. Gerade an warmen Sommertagen würden diese Plätze öfters kontrolliert. Hundehalter, die ihre Hunde nicht anleinen, könnten von der Polizei verwarnt oder gebüsst werden. «Ein grösserer Konflikt oder Vorfälle sind uns aber nicht bekannt.» Auch seien ausser dem entsprechenden Brief keine Beschwerden über freilaufende Hunde im Park eingegangen.

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