Limmattal

Der Verein Idee Reppisch löst sich auf: «Wir werden Freunde bleiben»

Die Reppisch bei der Vorstadtbrücke in Dietikon.

Die Reppisch bei der Vorstadtbrücke in Dietikon.

Der Verein hatte sich während zwei Jahrzehnten um die Reppisch gekümmert. Nun sind die Ziele, die man sich gesteckt hatte, erreicht worden. Der letzte Präsident Rolf Steiner blickt zurück.

Nach 21 Jahren ist Schluss: Der 1999 gegründete Verein Idee Reppisch wird aufgelöst. «Vereine haben ein Haltbarkeits-datum», sagt Präsident Rolf Steiner. «Und unseres ist jetzt nun mal abgelaufen.» So haben die 16 verbliebenen Mitglieder zugestimmt, sich von der «Idee Reppisch» per Ende Oktober zu verabschieden. Als Grund nennt Steiner, der sein Amt seit 2011 innehatte, dass der Verein seinen Zweck erfüllt habe. «Wir hinterlassen ein Netzwerk von unterschiedlichen Gruppen. Diese kennen sich jetzt und können zusammen weiterarbeiten.» Nun sei es Zeit für neue Ideen und Impulse von anderen Vereinen.

Steiner spricht die verschiedenen Nutzer der Reppisch an, wie etwa die Landwirte oder die Stiftung «Solvita», die auf dem Götschihof im Aeugstertal Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen beruflich ausbildet. Der Verein Idee Reppisch habe stets das Ziel gehabt, den Kontakt zwischen den Parteien zu koordinieren und bei Nutzungs- und Interessen-konflikten als Schlichtungsstelle zu vermitteln, sagt Steiner. «Im Zentrum unserer Arbeit hat jedoch immer die Reppisch selbst gestanden». So beschäftigte sich die «Idee Reppisch» mit verschiedenen Aspekten des Natur- wie auch des Vogelschutzes. In den Bezirken Dietikon und Affoltern – die Reppisch entspringt am Albis – wurde entlang des Flusses Bodenfläche renaturiert und gepflegt. Der Verein förderte die Qualität der Natur- und Lebensräume und sensibilisierte die Bevölkerung mittels Öffentlichkeitsarbeit für den Lebensraum.

Vereinsauflösung ohne Nebengeräusche

Steiners persönliches Highlight während seiner Amtszeit war der «1. Tag der Reppisch» im Jahr 2015, an dem man der lokalen Bevölkerung die diversen Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses näherbrachte. Insgesamt 26 Vereine wie etwa der Pontonier-Sportverein oder der Kanu-Club, beide aus Dietikon, organisierten ihre eigenen Führungen, Shows und Aktivitäten. «Da waren viele hundert Leute auf den Beinen», erinnert sich Steiner. Im Zuge dieses Anlasses erschien auch das Dietiker Neujahrsblatt «Die Reppisch – Ein Fluss und sein Tal», herausgegeben vom Stadtverein. Letztes Jahr fand dann der «2. Tag der Reppisch» statt, allerdings blieben die grossen Besucher- und Teilnehmerzahlen aus.

Nun geht das Licht des Vereins Idee Reppisch aus, leise, ohne Aufsehen. Man habe keine Medienmitteilung oder ähnliches verschickt, sagt Steiner: «Wir müssen zum Schluss nicht noch Raketen abschiessen. Es wird alles ruhig vonstattengehen. Und wir Mitglieder werden Freunde bleiben.» Was bleibt, ist eine fünfstellige Geldsumme in der Vereinskasse, die nun fair aufgeteilt wird und anderen lokalen Naturschutzorganisationen und -verbänden zugutekommt. Und vom 2012 erschienenen Wanderführer, in dem etliche Wanderwege, Sehens-würdigkeiten, Bushaltestellen und Einkehrorte entlang der Reppisch eingetragen sind, gibt es immer noch rund 900 Exemplare. Diese kann man auf der Website www.reppisch.ch für zwei Franken bestellen.

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