Coronavirus

Deshalb kommt der Zivilschutz nicht mehr an den Egelsee – zum Missfallen der Gemeinde

Der Zivilschutz-Einsatz am Egelsee im April kam zwar gut an, wird nun aber zum Missfallen der Gemeinde nicht mehr weitergeführt.

Der Zivilschutz-Einsatz am Egelsee im April kam zwar gut an, wird nun aber zum Missfallen der Gemeinde nicht mehr weitergeführt.

Die Präventionsmassnahmen beim Egelsee wurden eingestellt, weil Bergdietikon keine Bewilligung mehr erhielt.

Das Gebiet rund um den Bergdietiker Egelsee wird auch in Zeiten des Coronavirus als Naherholungsgebiet geschätzt. Besonders an schönen Tagen zieht er viele Menschen an. Zuletzt kam es aber zu Problemen: Die Richtlinien des Bundes zur Bekämpfung des Coronavirus wurden nicht eingehalten. Am Ufer kam es am Wochenende vor Ostern zu grösseren Menschenansammlungen. Die Gemeinde zog es deshalb in Betracht, das Gebiet abzusperren.

Doch sie versuchte es zuerst mit einer anderen Massnahme: Sie holte sich Unterstützung von der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal. Diese patrouillierte am Osterwochenende in Zweier-Teams und informierte die Ausflügler mit Flugblättern über die Regeln des Bundes. Das Ziel der Aktion: Prävention statt Absperrung.

Die Bemühungen waren nur von kurzer Dauer

Auf Nachfrage heisst es nun bei der Gemeinde, dass es nach dem Osterwochenende vom Kantonalen Führungsstab keine Bewilligung mehr für diese Präventionstätigkeiten der Zivilschutzorganisation gab. Die Kantonspolizei sei ab sofort zuständig und werde diese Aufgabe übernehmen. «Wir waren erstaunt und auch enttäuscht über diesen Entscheid», sagt der Bergdietiker Gemeindeschreiber, Patrick Geissmann. Überrascht sei man insbesondere deshalb, weil die Rückmeldungen zur Aktion positiv ausgefallen seien. Die Bevölkerung habe die Aktion befürwortet und auch die Verantwortlichen der Zivilschutzorganisation hätten sich stets mit einem guten Feedback zurückgemeldet. «Wir müssen die Situation am Egelsee nun der Polizei überlassen», sagt Gemeindeschreiber Gassmann.

Dennoch gilt: Das Gebiet wird nicht abgeriegelt. Denn es habe keine nennenswerten Vorfälle mehr gegeben, sagt Geissmann. «Nach Ostern hat es auch vermehrt Regentage gegeben, sodass sich die Situation auch rund um den Egelsee wieder entspannt hatte.» Diese Tatsache bestätigt auch Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

Die Polizei musste bisher nicht mehr eingreifen

Es ist somit die Polizei, die das Waldstück künftig weiterhin aufsuchen wird. «Hauptsächlich an den Wochenenden kontrollieren wir den Egelsee regelmässig», sagt Graser. In den vergangenen Wochen habe es aber keine Zwischenfälle gegeben. «Es ist so, dass sich die Besucher im recht weitläufigen Gebiet gut verteilen. Dementsprechend haben wir bislang auch keine ­Verstösse festgestellt.» Der Egelsee wird somit dank diesem positiven Verlauf weiterhin nicht mit rot-weissen Bändern ab­gesperrt werden, wie dies zum Beispiel bei der Dietiker Nötzliwiese an der Limmat der Fall ist.

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