Dietikon

Die bürgerlichen Stadtratskandidaten markieren Einigkeit

Roger Brunner (SVP), Otto Müller (FDP), Reto Siegrist (CVP), Jean-Pierre Balbiani (SVP), Roger Bachmann (SVP) und Rolf Schaeren (CVP).

Roger Brunner (SVP), Otto Müller (FDP), Reto Siegrist (CVP), Jean-Pierre Balbiani (SVP), Roger Bachmann (SVP) und Rolf Schaeren (CVP).

Die sechs Stadtratskandidaten der SVP, FDP und CVP steigen als bürgerliches Team in den Wahlkampf ein. Beim Publikum - erschienen waren gegen 50 Personen, mehrheitlich aus den drei Parteien der Allianz - kamen die Präsentationen gut an.

Elf Wochen dauert es noch, bis die Dietiker Bevölkerung am 9. Februar 2014 einen neuen Stadtrat wählt. Am Samstag brachten sich die bürgerlichen Parteien mit einem Wahlauftaktanlass schon einmal in Position.

Die sechs Stadtratskandidaten der SVP, FDP und CVP, die sich für den Wahlkampf zu einer Allianz zusammengeschlossen haben, präsentierten sich im Dietiker Kino Capitol der Öffentlichkeit. Die Frage stehe im Raum, sagte SVP-Präsidentin Astrid Dätwyler, wieso der Zusammenschluss nötig sei. Ihre Antwort: «Es braucht eine bürgerliche Politik, die sich in den wichtigen Fragen durch Einigkeit auszeichnet.»

Über Differenzen diskutieren

Wo sie sich nicht einig sind beziehungsweise in welchen Bereichen sich die Kandidaten unterscheiden, dazu wollte die bürgerliche Allianz nicht viel sagen. «Die Botschaft ist: Wir unterstützen uns gegenseitig», sagte CVP-Stadtrat Rolf Schaeren. «Das heisst nicht, dass wir überall gleicher Meinung sind.» Wichtig sei die bürgerliche Grundhaltung, sagte SVP-Stadtrat Jean-Pierre Balbiani: «Es geht um Sachpolitik. Wo wir im Stadtrat Differenzen haben, diskutieren wir darüber.»

Trotzdem machten die sechs Herren in kurzen Einzelpräsentationen klar, wo ihre Schwerpunkte liegen. Zum Beispiel im Bereich Stadtentwicklung, wie Stadtpräsident Otto Müller (FDP) sagte. Dietikon solle nicht möglichst schnell wachsen, sondern mit der nötigen Qualität: «Wir wollen uns Zeit nehmen für gute Lösungen.» Eines der drängendsten Themen ist zudem die schwierige finanzielle Lage.

Finanzvorstand Rolf Schaeren (CVP) betonte jedoch: «Wir werden die Situation nicht über Nacht ändern können.» Wichtig sei aber, dass man die richtigen Weichen stelle - was der Stadtrat auch bereits getan habe. Geplant sei unter anderem eine Aufwertung der Liegenschaften, um bessere Steuerzahler anzuziehen, oder eine genaue Prüfung der Ausgaben im Bereich Sonderschulung.

Reto Siegrist (CVP), der seinen zurücktretenden Parteikollegen Johannes Felber beerben will, sprach sich für die Limmattalbahn aus und stellte sich hinter die vom Stadtrat favorisierte Linienführung entlang der Zürcherstrasse. «Ich bin überzeugt, dass wir den Kirchplatz nicht noch weiter zerschneiden dürfen», sagte er. Für das Gewerbe sei es vor allem wichtig, dass auch der motorisierte Individualverkehr flüssig vorankomme und dass es genügend Parkplätze habe, betonte Infrastrukturvorstand Roger Brunner (SVP). Das Gewerbe brauche keine weiteren Vorschriften, sondern Freiheiten: «Gefragt ist gesunder Menschenverstand.»

Eltern müssen Vorbilder sein

Schulpräsident Jean-Pierre Balbiani (SVP) wies darauf hin, dass man trotz Massnahmen für schwierigere Schüler die «normalen» Kinder nicht vergessen dürfe: «Sie drohen durch die Maschen zu fallen.» Zudem müsse man hinsichtlich Integration auch die Eltern in die Verantwortung nehmen. Ähnlich äusserte sich Roger Bachmann (SVP), der neu für den Stadtrat kandidiert. «Wenn Eltern ihre Vorbildfunktion nicht wahrnehmen und sich sprachlich nicht integrieren, färbt das auf die Kinder ab», sagte er. Das Nicht-Einhalten von Integrationsvereinbarungen müsse Konsequenzen haben - wie die drastische Kürzung von Sozialhilfegeldern oder sogar einen Landesverweis.

«Ich könnte alle wählen»

Beim Publikum - erschienen waren gegen 50 Personen, mehrheitlich aus den drei Parteien der Allianz - kamen die Präsentationen gut an. «Ich könnte sofort alle sechs Kandidaten wählen», sagte eine Frau. Pia Felber, die Mutter des scheidenden Sozialvorstands Johannes Felber (CVP), wollte hören, wie die bürgerlichen Stadtratskandidaten die dringenden Probleme in Dietikon lösen wollen. Mit dem Gesagten sei sie zufrieden. Robert Spiess, ebenfalls CVP-Mitglied, war gekommen, weil es ihm am Herzen liege, «was lokal geschieht». Und Karin Doppler, die selber für den Gemeinderat kandidiert und der SVP angehört, wollte «die Kandidaten unterstützen» und hören, was ihre Motivation sei.

Für den Stadtrat kandidieren zudem Esther Tonini (SP, bisher), Sven Koller (SP, neu), Peter Wettler (SP, neu) und Ernst Joss (AL, neu), die sich ebenfalls zu einer Allianz zusammengeschlossen haben, sowie Heinz Illi (EVP, bisher), Lucas Neff (Grüne, neu) und Martin Müller (DP, neu).

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