Abstimmung

Die Limmattalbahn war in Aesch, Birmensdorf und Uitikon kein Thema

Visualisierung des Bahnhofs Dietikon mit der Limmattalbahn

Visualisierung des Bahnhofs Dietikon mit der Limmattalbahn

Die Bevölkerung in Uitikon, Birmensdorf und Aesch betrachtete die Vorlage aus einer anderen Optik.

Nur drei Gemeinden im Bezirk Dietikon stimmten vergangenen Sonntag für die Limmattalbahn: Uitikon, Birmensdorf und Aesch. Die Gemeindepräsidenten der drei Dörfer im Süden des Bezirks sagen auf Anfrage, die Vorlage sei in ihrer Bevölkerung nie umstritten gewesen. Und dies, obwohl sich für die dortigen Bewohner kein offensichtlicher Vorteil aus der Bahn ableiten lasse.

«Ich war schon etwas überrascht von der Ablehnung der Bahn im Bezirk Dietikon», sagt der Birmensdorfer Gemeindepräsident Werner Steiner (SVP). Er und seine Ratskollegen seien vor der Urnenabstimmung davon ausgegangen, dass die Gegner der Bahn zwar laut, aber nicht in der Überzahl seien. In Birmensdorf war die Bahn weder an den Stammtischen noch in den Parteien umstritten, wie Steiner sagt: «Und dies, obwohl die positiven Auswirkungen der Bahn bei uns wohl nur sekundär spürbar werden.» Er und der Gemeinderat hätten sich schon früh hinter das Bahnprojekt gestellt und seien auch jetzt noch davon überzeugt, dass die Kantonsbevölkerung die richtige Entscheidung getroffen habe.

Auch die Kaserne war umstritten

Als vor bald 30 Jahren darüber abgestimmt wurde, ob die Kaserne im Reppischtal gebaut werden soll, waren die beiden Standortgemeinden Urdorf und Birmensdorf die einzigen im Bezirk, welche die Vorlage ablehnten. Rückblickend würde wohl keine der beiden Gemeinden mehr dagegen stimmen, so Steiner: «Ich bin überzeugt, dass auch das Limmattal die Bahn nicht mehr hergeben will, sobald sie einmal fährt.»

Sein Aescher Amtskollege Hans Jahn (Forum Aesch) bestätigt Steiners Eindruck, dass die Limmattalbahn in den Gemeinden am Fuss des Üetlibergs kaum Kontroversen auslöste: «Wir hier oben gehören ja eigentlich nicht zum Agglomerationsraum Limmattal», erklärt er. Auch wenn die Bevölkerung in seiner Gemeinde weder von den positiven noch von den weniger angenehmen Auswirkungen der Bahn betroffen sei, so hätten sich Exekutive und Stimmbürger dennoch hinter das Projekt stellen können. «Aus regionalplanerischer Sicht macht die Bahn Sinn», sagt Jahn.

Auch für den Uitiker Gemeindepräsidenten Victor Gähwiler (FDP) sprach aus der Optik der Gemeinden oberhalb des Limmattals nichts gegen das Bahnprojekt. Im Gegenteil: Für seine Stimmbürger werden sich sogar sehr konkrete Vorteile aus der Bahn ergeben, wie er sagt. Die Gemeinde Uitikon arbeitet mit den Schlieremer Behörden derzeit an einer neuen Buslinie, welche die Dorfbevölkerung ins Zentrum der Nachbarstadt bringen soll. Steht sie, so wird die Limmattalbahn zu einer zweiten wichtigen Verbindung in den Grossraum Zürich, sagt Gähwiler: «Wenn unser Entwicklungsgebiet Leuen bezogen ist, reicht die Verbindung zum Triemli nicht mehr aus, um die Uitiker Pendler dort hinzubringen.»fni

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