Oetwil/Geroldswil

Die Schulpfleger erhalten miliztaugliche Pensen – es stehen aber noch weitere Arbeiten an

Im Schulhaus Huebwies sollen die Nasszellen erneuert werden. Für neue Fenster und Storen wird eine Urnenabstimmung notwendig. (Archivbild)

Im Schulhaus Huebwies sollen die Nasszellen erneuert werden. Für neue Fenster und Storen wird eine Urnenabstimmung notwendig. (Archivbild)

Die Besoldungsverordnung der Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil wird nach kurzer Debatte einstimmig genehmigt. Die Primarschule Oetwil-­Geroldswil will ein Geschäftsleitungsmodell einführen, um ihr Milizsystem zu stärken.

Auf den ersten Blick gibt sich die Schulpflege einen «stolzen Lohn», wie ein Stimmberechtigter anmerkte: Die neue Besoldungsverordnung der Primarschulgemeinde Oetwil-Geroldswil sieht vor, dass ein Mitglied der Schulpflege in einem Vollzeitpensum jährlich 130'000 Franken erhalten würde. Dieser Betrag sei für die strategische Führung einer Schule angemessen, hielt Präsidentin Daniela Kugler fest. Die Besoldungsverordnung sei in sich schlüssig. Das sahen am Ende einer kurzen Diskussion auch die 30 Anwesenden so; sie genehmigten die Verordnung einstimmig.

«Es geht uns nicht darum, mehr zu erhalten», hatte Kugler an der Schulgemeindeversammlung am Montagabend ausgeführt. Es gehe um eine neue Verteilung, welche die bereits beschlossene Strukturanpassung berücksichtige. Erwin Bühler, der Präsident der Rechnungsprüfungskommission, bezeichnete die neue Verordnung denn auch als «logische Konsequenz aus dem neuen Modell».

Die Primarschule Oetwil-­Geroldswil hat sich entschieden, ein Geschäftsleitungsmodell einzuführen. Viele operative Aufgaben werden auf die Schulverwaltung übertragen; die Schulpflege soll sich so auf die strategischen Belange konzentrieren können. Das Schulpräsidium dürfte gemäss einer Analyse nun noch einem Pensum zwischen 20 und 30 Prozent entsprechen, ein Mitglied der Schulpflege wird noch 10 bis 15 Stellenprozente für das Behördenamt aufwenden müssen.

Mehrere Anwesende zeigten sich erstaunt über diese «kleinen Pensen»; so liesse sich ein Schulpflegeamt doch nicht mehr gewissenhaft ausüben, merkte eine Stimmberechtigte an. Eine zeitliche Entlastung war ja gerade das Ziel der neuen Struktur, wie Daniela Kugler entgegnete. Es seien immer weniger Personen bereit, die bisherigen Pensen zu stemmen. Mit einem Arbeitsumfang von 10 bis 15 Prozent sollte es auch beruflich engagierten Personen möglich sein, eine Behördentätigkeit zu übernehmen. «Mit dieser Anpassung können wir unser Milizsystem stärken», hofft Kugler.

Da der Arbeitsumfang mit der Fokussierung auf die strategische Führung kleiner ausfallen soll, dürfte die Entschädigung für die gesamte Schulpflege trotz des «stolzen Lohns» insgesamt geringer ausfallen. In den Jahren 2017 bis 2019 lag die Entschädigung jährlich zwischen 158'000 und 180'000 Franken. Mit dem neuen Modell sollen die sieben Schulpflegerinnen und Schulpfleger zusammengezählt zwischen 120'000 und 135'000 Franken erhalten.

Lächelnd statt zähneknirschend 

Wie die neue Besoldungsverordnung hiessen die Stimmberechtigten auch die Jahresrechnung 2019 oppositionslos gut. Diese schliesst auch erfreulich ab: Statt dem budgetierten kleinen Gewinn von rund 22000 Franken resultiert unter dem Strich ein Plus von 433'000 Franken.

Dies ist auf Mehreinnahmen bei den Steuern (plus 350'000) und beim Finanzausgleich (plus 60'000) zurückzuführen. Das restliche Budget wurde weitgehend eingehalten. «Wir haben gut gearbeitet», konnte Finanzvorsteherin Christine Sieber deshalb bilanzieren. Und Erwin Bühler merkte an, dass diesmal die Rechnungsprüfungskommission ihre Zustimmung geben könne, ohne den Zusatz «zähneknirschend» zu verwenden.

Die Primarschule hat 2019 netto 5,4 Millionen Franken investiert. Gemäss Liegenschaftenvorstand Marcel Dousse stehen weitere Arbeiten an; so sollen im Schulhaus Huebwies sollen die Nasszellen erneuert sowie Fenster und Storen ersetzt werden. Für Letzteres wird eine Urnenabstimmung notwendig, da die Kosten die Grenze von 1,5 Millionen übersteigen werden. 

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