Finanzen

Die Steuern fliessen später: Mit schwarzen Zahlen präsentiert sich die Jahresrechnung von Aesch

Die Jahresrechnung 2019 der politischen Gemeinde Aesch schliesst bei einem Minus von knapp 626'000 Franken ab. (Symbolbild)

Die Jahresrechnung 2019 der politischen Gemeinde Aesch schliesst bei einem Minus von knapp 626'000 Franken ab. (Symbolbild)

In Aesch haben sich Bauprojekte verzögert. Das schlägt sich in der Jahresrechnung nieder.

Während unter anderem Oberengstringen, Urdorf und Birmensdorf für das Jahr 2019 höhere Steuererträge und damit erfreuliche Rechnungsabschlüsse präsentieren konnten, sieht die Lage in der Gemeinde Aesch auf den ersten Blick anders aus. Denn sowohl die Primarschule als auch die politische Gemeinde haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Steuereinnahmen verzeichnen können, als sie im Budget erwartet hatten. Die Steuerkraft ging dabei so stark zurück, dass sie gar knapp unter das kantonale Mittel fiel.

Bei den Finanzverantwortlichen dürften diese Entwicklungen aber keine grossen Sorgenfalten hinterlassen; denn die verzeichneten Rückgänge sollten sich nicht wiederholen, sondern eine einmalige Sache bleiben, wie der Weisung zur Gemeindeversammlung vom 8. Juli (Gemeindesaal, 19.30 Uhr) zu entnehmen ist.

So ist der unerwartet tiefe Steuerertrag insbesondere auf den Posten «Grundstückgewinnsteuer» zurückzuführen. Im Budget hatte die Gemeinde mit Einnahmen von 1,5 Millionen Franken gerechnet. Effektiv verbucht werden konnten nun aber im vergangenen Jahr nur knapp 650'000 Franken. Die damit in der Rechnung fehlenden rund 850'000 Franken sind aber nicht verloren: «Grössere Grundstückgewinn-Abrechnungen verzögerten sich ins Folgejahr», heisst es dazu in der Weisung. Das bedeutet, dass diese Einnahmen im laufenden Jahr oder später bei der Gemeinde eingehen dürften.

Die tiefere Steuerkraft ist gemäss den Erläuterungen des Gemeinderates auf einen Steuerausscheidungsfall zurückzuführen. 2019 zeigte sich, dass Aesch der anderen beteiligten Gemeinde statt wie budgetiert einen Anteil von 59'000 Franken gleich einen solchen von 268'000 Franken überweisen muss. Der Gemeinderat spricht von einem «einmaligen Steuer-­Einschätzungsfall». Dass die Steuerkraft gesunken ist, wirkt sich in den Jahresrechnungen der Schulgemeinde und der politischen Gemeinde aber auch positiv aus. Sie müssen für einmal kein Geld in den kantonalen Finanzausgleich einzahlen. Dies wird sich aber wieder ändern – denn ohne den einmaligen Steuer-­Einschätzungsfall wird die Aescher Steuerkraft in den kommenden Jahren wieder hoch sein.

Und doch gibt es einmal schwarze Zahlen

Die Jahresrechnung 2019 der politischen Gemeinde schliesst bei einem Gesamtaufwand von 5,6 Millionen Franken mit einem Minus von knapp 626'000 Franken ab. Gegenüber dem Budget, das ein Plus von 181500 Franken vorgesehen hatte, entspricht dies einer Verschlechterung um rund 800000 Franken. Investiert hat die Gemeinde netto 1,1 Millionen Franken. Das sind 850'000 Franken weniger als geplant, was auf die Verschiebung der Sanierung der Feldstrasse zurückzuführen ist.

Die Primarschule erzielt – trotz der tieferen Steuereinnahmen – ein gegenüber dem Budget leicht besseres Ergebnis. Bei einem Gesamtaufwand von 2,6 Millionen Franken resultiert unter dem Strich ein Plus von rund 64000 Franken. Das Budget hatte ein Minus von rund 35'000 Franken vorgesehen. Die Jahresrechnung sei geprägt durch «tiefere Steuereinnahmen, welche durch geringere Ausgaben in verschiedenen Bereichen mehr als nur kompensiert wurden», hält die Schulpflege fest. Insbesondere bei den Lohn- und Materialkosten gab die Schule weniger aus; es wurden unter anderem weniger Aushilfen benötigt als erwartet.

An der Gemeindeversammlung vom 8. Juli steht neben den beiden Jahresrechnungen sowie den aktuellen Informationen aus der Primarschulpflege und dem Gemeinderat zudem eine Abnahme einer Kreditabrechnung an. Für die Projektierung des Ersatzbaus Mehrzweckgebäude und den Neubau der Doppelturnhalle fielen Kosten von 367'000 Franken an. Der gesprochene Kredit von 400'000 Franken musste nicht ganz ausgeschöpft werden. Die Versammlung wird zudem über drei Einbürgerungen befinden. 

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