Dietikon
Die Aldi-Filiale beim Reppischhof verfügt neuerdings über eine Solaranlage – und versorgt damit auch örtliche Haushalte

Am vergangenen Donnerstag ist der Aufbau der Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Aldi-Filiale in der Bernstrasse abgeschlossen worden. Es ist der einzige Ableger von Aldi im Limmattal, der künftig mit Solarstrom gespeist wird.

Sven Hoti
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Die Solaranlage auf dem Dach der Aldi-Filiale in Dietikon soll jährlich rund 250'000 Kilowattstunden Strom produzieren.

Die Solaranlage auf dem Dach der Aldi-Filiale in Dietikon soll jährlich rund 250'000 Kilowattstunden Strom produzieren.

Bild: Severin Bigler

Wer in den letzten Wochen den Aldi Dietikon in der Bernstrasse ansteuerte, dem dürfte die dortige Baustelle nicht aufgefallen sein. Doch auf dem Dach der Filiale tat sich in der Zwischenzeit so einiges. Fernab der Aufmerksamkeit der Kunden liess der Detailhändler eine Fotovoltaikanlage errichten.

Die Arbeiten dazu begannen am 8. Dezember des letzten Jahres. Aufgrund des starken Schneefalls von letztem Monat hätten sie allerdings zwischenzeitlich unterbrochen werden müssen, sagt Vanessa Senn, Mediensprecherin bei Aldi Suisse. Am Donnerstag waren die Bauarbeiten schliesslich beendet. Das Gerüst wurde am Freitag demontiert.

Bis allerdings Strom durch die Solaranlage fliesst, dürfte es noch ein Weilchen dauern. Laut Senn ist die ganze Installation mit grossem Aufwand verbunden. Das Unternehmen rechnet daher mit einer Inbetriebnahme bis Anfang oder Mitte März.

Andere Limmattaler Filialen erfüllen die baulichen Voraussetzungen nicht

Aldi hat die Fotovoltaikanlage in Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) errichtet. Der Stromversorger war neben der Planung auch für die Finanzierung und den Aufbau verantwortlich und übernimmt fortan den Betrieb der Anlage. Aldi stellte die Fläche zur Verfügung und bezahlt das ewz für den produzierten Strom. Zu den Kosten möchte sich Aldi-Suisse-Mediensprecherin Senn auf Anfrage nicht äussern.

Der Aufbau der Solaranlage gehört zum Plan des Detailriesen, bis im Sommer 2021 rund 40 Prozent seiner Ableger in der Schweiz – umgerechnet 77 Filialen – mit Solarenergie zu speisen. Den Anfang machte Aldi Anfang des vergangenen Jahres mit der Errichtung von 20'000 Solarpaneelen auf dem 45'000 m2 grossen Dach des Verteilzentrums in Perlen LU. Gemäss Aldi ist es die grösste Solaranlage auf einem einzelnen Dach in der gesamten Schweiz. Sie nahm im Februar 2020 ihren Betrieb auf.

Doch nicht alle Filialen erfüllen die nötigen baulichen Voraussetzungen für eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Aus diesem Grund seien für die übrigen Filialen im Limmattal, etwa diejenige in Spreitenbach oder die beiden in Schlieren, keine Anlagen vorgesehen, so Mediensprecherin Senn.

Aldi ist nicht der einzige Detailhändler mit diesem Vorhaben

Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden gesamtschweizerisch alle Anlagen zusammen so jährlich rund 16 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Gemäss ewz entspricht dies dem Jahresverbrauch von rund 6100 Zweipersonenhaushalten. Die Anlage auf dem Dach der Dietiker Filiale wird gemäss Mediensprecherin Senn voraussichtlich 250'000 Kilowattstunden pro Jahr produzieren.

«Wir werden knapp mehr als die Hälfte des produzierten Solarstromes als Eigenverbrauch in unserer Filiale verbrauchen können», sagt Senn. Der überschüssige Strom soll gemäss der Sprecherin ins örtliche Verteilnetz gespeist werden und somit zusätzlich Haushalte in der Umgebung mit Energie versorgen.

Aldi ist nicht der einzige Detailhändler in der Schweiz, der vermehrt auf Solarenergie setzen will. Auch die grösseren Konkurrenten Coop und Migros rüsten die Dachflächen ihrer Filialen um oder haben dies bereits getan. Die Migros Rietbach in Schlieren etwa besitzt seit deren Eröffnung im Juni 2019 eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Seit neuestem verfügt die Filiale zudem über eine Batterie im Keller, welche die gewonnene Energie speichert.

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