Dietikon
SVP-Politikerin Eveline Heiniger und die Operation Libero kämpfen gemeinsam für die Ehe von Lesben und Schwulen

SVP-Parlamentarierin Eveline Heiniger und die Operation Libero haben auf dem Kirchplatz gemeinsam Flugblätter für die «Ehe für alle» verteilt – so kam es zur ungewohnten Allianz.

David Egger
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In Dietikon kommen nicht nur die unterschiedlichsten Kulturen zusammen, sondern auch die unterschiedlichsten politischen Lager: Eveline Heiniger von der Dietiker SVP und ein Mitglied der Operation Libero bei ihrer Flugblatt-Verteilete auf dem Dietiker Kirchplatz.

In Dietikon kommen nicht nur die unterschiedlichsten Kulturen zusammen, sondern auch die unterschiedlichsten politischen Lager: Eveline Heiniger von der Dietiker SVP und ein Mitglied der Operation Libero bei ihrer Flugblatt-Verteilete auf dem Dietiker Kirchplatz.

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Lesben und Schwule sollen auch heiraten und damit mehr partnerschaftliche Rechte erlangen können – falls sie das ­wollen. Das fordert die Initiative «Ehe für alle». Über diese stimmt das eidgenössische Volk am 26. September ab.

Auf dem Dietiker Kirchplatz wurden am Mittwochabend Flugblätter für dieses Anliegen verteilt. Hinter der Aktion standen die Operation Libero sowie die ­Dietiker SVP-Gemeinderätin Eveline Heiniger.

Das überrascht viele, denn die wählerstärkste Partei und die junge politische Organisation haben das Heu nicht auf der gleichen Bühne. Die Operation Libero setzt sich neben der «Ehe für alle» beispielsweise auch ein für den «Schweizer Pass für alle»: Es soll möglichst einfach sein, sich hier einbürgern zu lassen. Auch Gendersternchen und Europa stehen bei der Operation Libero hoch im Kurs – diese teilte zum Beispiel auch mit, sie sei «wütend und enttäuscht», nachdem der Bundesrat im Mai dieses Jahres das Rahmenabkommen mit der EU gebodigt hatte.

Die Flugblatt-Aktion ging am Mittwochabend über die Bühne.

Die Flugblatt-Aktion ging am Mittwochabend über die Bühne.

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Das erste Mal überhaupt zusammen unterwegs

Dass SVP-Politikerin Heiniger und die Operation Libero trotz der sonst unterschiedlichen Position nun gemeinsame Sache gemacht haben, ist vor allem eines: schweizerisch. Je nach Sachthema spannt man in unserer Demokratie auch mal mit dem Gegner zusammen. Gleichwohl war die Aktion in Dietikon speziell. Denn die Operation ­Libero arbeitete erstmals so mit einer SVP-Vertreterin zusammen. «Ja, das war das erste Mal überhaupt», bestätigt Libero-Sprecher Simon Städeli.

Wie kam das? Städeli sagt:

«Eveline Heiniger bestellte bei uns Flyer und Plakate, und so merkten wir, dass die Scheuklappen vielleicht gar nicht so tief sitzen. Deshalb haben wir sofort Kontakt aufgenommen mit ihr und diese Aktion in Dietikon organisiert.»
SVP-Gemeinderätin Eveline Heiniger (mit Regenbogenfahne) für einmal zusammen mit den sogenannten Liberos und Liberas.

SVP-Gemeinderätin Eveline Heiniger (mit Regenbogenfahne) für einmal zusammen mit den sogenannten Liberos und Liberas.

zvg

Für Heiniger ist klar:

«Die Ehe für alle ist längst überfällig.»

Ihre Partei, die SVP Dietikon, hatte auch dank ihres Einsatzes Stimmfreigabe beschlossen – bei der entsprechenden Mitgliederversammlung wurde Heinigers Position durch Parteipräsident Rochus Burtscher vertreten, da sie gerade an einer Kommissionssitzung war.

Anders ist es bei der Kantonalpartei. An der Delegiertenversammlung in Weiningen am vergangenen Wochenende gab es 93 Stimmen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe. Die 40 Stimmen dafür waren aber durchaus ein Achtungserfolg für Heinigers Lager.

Auch beim Banhofplatz wurden Flugblätter verteilt.

Auch beim Banhofplatz wurden Flugblätter verteilt.

zvg

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