Fussball
Das Frauenteam des FC Schlieren legt im Abstiegskampf vor

Die Schlieremer NLB-Fussballerinnen gewinnen das «Zitterderby» gegen Walperswil mit 2:1. Und erreichen ein Zwischenziel.

Ruedi Burkart
Drucken
Teilen
FC Schlieren schlägt Walperswil 2:1. Hier luchst FCS-Stürmerin Sanja Mijovic (17) Walperswils Mittelfeldspielern Esin Bardakci den Ball ab, rechts beobachtet Saranda Hashani die Szene.

FC Schlieren schlägt Walperswil 2:1. Hier luchst FCS-Stürmerin Sanja Mijovic (17) Walperswils Mittelfeldspielern Esin Bardakci den Ball ab, rechts beobachtet Saranda Hashani die Szene.

Ruedi Burkart

Na also, es geht ja doch. Eine Woche nach der blamablen Vorstellung bei der 1:2-Heimpleite gegen Luzern haben sich Schlierens Fussballerinnen eindrücklich zurückgemeldet im Kampf um den direkten Ligaerhalt. Dank einer kämpferisch einwandfreien Leistung und Toren von Adriana Bösiger (23.) und Sanja Mijovic (65.) gewannen sie am vergangenen Samstag bei Dauerregen und Kälte gegen Walperswil mit 2:1. Der Anschlusstreffer der Berner Seeländerinnen fiel in der Nachspielzeit und war nicht mehr als Resultatkosmetik.

Mit diesem Sieg im Direktduell um den Platz über dem Strich haben die Limmattalerinnen ihr Zwischenziel erreicht. In den letzten drei Meisterschaftsrunden haben sie den direkten Ligaerhalt in den eigenen Füssen. Aktuell liegen sie drei Zähler vor Walperswil auf dem rettenden achten Zwischenrang.

Wenig Spektakel, viel Kampf und Krampf

Von Beginn weg war spürbar, was für beide Teams auf dem Spiel stand. Safety first war die Devise, nur keine Fehler in der eigenen Defensive zulassen das oberste Gebot. So entwickelte sich ein regelrechter Abnützungskampf, der sich mehrheitlich in der neutralen Zone abspielte. Torchancen waren über die gesamte Spielzeit auf beiden Seiten Mangelware, das Spiel lebte von der Dramatik, von der Spannung.

Zweimal jedoch sorgten die Schlieremerinnen mit einem Geniestreich für den Unterschied. Nach 23 Minuten fasste sich Flügelspielerin Adriana Bösiger auf halbrechter Position ein Herz und drosch den Ball über die zu weit vor dem Tor postierte Walperswil-Torhüterin Michelle Herren hinweg zum umjubelten 1:0 in die Maschen.

Sanja Mijovic schloss eiskalt ab

In der zweiten Halbzeit musste man sich phasenweise ein wenig Sorgen um die Limmattalerinnen machen. Grund: Sie verlegten sich auf das Verwalten des knappen Vorsprungs. Und liessen die Bernerinnen so besser ins Spiel kommen. Doch just in dieser heissen Phase fiel der zweite Schlieremer Treffer. Im Anschluss an einen Walperswiler Eckball schloss Sanja Mijovic nach 65 Minuten einen der selten gewordenen Schlieremer Angriffe mit dem vorentscheidenden 2:0 ab. Beeindruckend, wie die 34-jährige Stürmerin all ihre Routine ausspielte und den Ball eiskalt in der entfernten Ecke des Walperswiler Tors versenkte.

In der Folge schalteten die Limmattalerinnen erneut in den Verwaltungsmodus. Mit der Konsequenz, dass die Gäste nun wieder mehr vom Spiel hatten. Der Anschlusstreffer fiel allerdings erst in der Nachspielzeit; ins Zittern kam ausser den frierenden Zuschauern an diesem verregneten Abend niemand mehr.

Nach dem Schlusspfiff freuten sich die Schlieremerinnen ausgelassen über den ersten Vollerfolg nach zuletzt fünf sieglosen Partien. «Ein Kompliment an alle. Wir zeigten 93 Minuten lang vollen Einsatz», lobte FCS-Trainer Alessandro Vicedomini sein Team.

Am Mittwoch geht's mit einer Pflichtübung weiter

Weiter geht der Kampf um den Ligaerhalt bereits am kommenden Mittwoch mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Worb. Dass die Bernerinnen nach der jüngsten 0:2-Niederlage gegen Luzern auch rechnerisch keine Chance mehr auf den direkten Ligaerhalt haben, kann ein Vorteil für Schlieren sein. «Wir wissen, was auf dem Spiel steht», so Vicedomini, «und wir wissen, was wir können.»

Aktuelle Nachrichten