Coronavirus

Getränkeverkauf eingebrochen – neue Ideen sind gefragt

Bereit, aber nicht bestellt: Die Getränkebranche leidet unter massiven Umsatzeinbussen.

Bereit, aber nicht bestellt: Die Getränkebranche leidet unter massiven Umsatzeinbussen.

Die Coronakrise macht manche Limmattaler Getränkehändler erfinderisch und einige Konsumenten solidarisch.

Die Unternehmen der Schweizerischen Getränkebranche trotzen der Coronakrise mit neuen Ideen. Limmattaler Getränkehändler und Produzenten wie die Darkwolf Brewery oder das Brausyndikat bie- ten beispielsweise Heimlieferdienste an. Getränkeunternehmen schweizweit bewerben vermehrt heimische Produkte, um andere Schweizer Unternehmen zu unterstützen. Manche bieten konkrete Hilfe für Kunden an, indem sie beispielsweise die Zahlungsfristen verlängern. Das schreibt die Arbeitsgemeinschaft der Schweizerischen Getränkebranche (ASG). Sie ermittelte in einer Umfrage die aktuelle Situation in der Schweizer Getränkebranche.

Manche starten auch kreative Alternativen: «Produzenten alkoholischer Getränke lassen ihre Produkte zum Teil in Alkohol umwandeln, damit daraus dringend benötigte Desinfektionsmittel hergestellt werden können», schreibt die ASG. So stellt etwa die Urnäscher Firma Swifiss AG mit Alkohol der Appenzeller Brauerei Locher Desinfektionsmittel her.

Die Heimlieferungen nahmen bereits wieder ab

Das Umdenken ist nötig, denn der Lockdown setzt dem Getränkehandel arg zu. Das zeigt sich auch am Beispiel der Schmidinger Getränke in Urdorf. Dort brach der Bereich der Festbelieferungen komplett zusammen, nur schon deshalb fielen 40 Prozent des Umsatzes weg. Bis Mitte März konnten die Angestellten noch Restaurants und Büros beliefern. Diese Anfragen sanken nun ebenfalls auf null. So brach ein weiteres Standbein des Getränkehändlers weg. Einzig der Getränkeverkauf vor Ort, der aber nur fünf Prozent des Umsatzes betrage, funktioniere noch wie bis anhin.

Zu Beginn der Krise stieg der Heimlieferdienst an. «Doch dieser flaute bereits wieder ab», sagt Simon Schmidinger, Stellvertretender Geschäftsführer der Fest-Service Schmidinger GmbH. «Wir haben Kurzarbeit eingeführt, versuchen jedoch, wenn immer möglich, unsere Mitarbeiter als Dienstleistung an Dritte zu vermitteln», sagt Schmidinger. Er habe durch gute Freunde schon den einen oder anderen Auftrag erhalten, doch das decke nicht einmal ansatzweise die Fixkosten. Um diese zu berappen, setzt Schmidinger nun auf digitale Werbung.

«Im Moment überarbeiten und optimieren wir unseren Webshop, damit er mobilfähig wird», sagt Schmidinger. Seine Kun­-den kaufen momentan am liebsten Mineralwasser und Süssgetränke. Um den Verkauf zu steigern, hat Geschäftsführer Roger Schmidinger ein Werbevideo auf Facebook geladen. Dieses habe bereits guten Anklang gefunden und führte zu einigen Bestellungen. In der Umfrage in der schweizerischen Getränkebranche wünschten sich viele Unternehmen Kredite und Unterstützung von selbstständigen Unternehmern. Die Hälfte der Befragten zeigten sich aber zufrieden mit den Massnahmen des Bundesrates.

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