Dietikon

Helfern bei Herzstillstand die Angst nehmen – dieser Defibrillator schaltet sofort die Notrufzentrale zu

Defibrillator mit eingebautem Mobiltelefon in den Händen von CEO Mirko Djuric.

Defibrillator mit eingebautem Mobiltelefon in den Händen von CEO Mirko Djuric.

Die Firma Lifetec AG aus Dietikon vertreibt Defibrillatoren, die sich automatisch mit der Notrufzentrale verbinden.

In der obersten Etage des Bürogebäudes im Dietiker Gebiet Silbern hat man eine schöne Aussicht auf die Umgebung. So weit dieser Blick reicht, so gut scheinen auch die Perspektiven des Unternehmens Lifetec AG zu sein. Die Firma verfolgt ein Konzept, das eigentlich auf der Hand liegt: Sie bietet Defibrillatoren an, die sich bei Entnahme aus der Halterung automatisch mit einer Notrufzentrale verbinden.

Aus einer technischen Apparatur wird so ein Gerät, hinter dem ein realer Mensch steht. Statt einer Sprachsteuerung gibt geschultes Personal Anweisungen und Ratschläge.

Dem Ersthelfer soll damit die Angst vor der Benutzung eines Defibrillators genommen werden. Das eingebaute Mobilfunkgerät ermöglicht zudem eine Ortung, sodass die Rettungskräfte schnell losgeschickt werden können.

Notrufzentralen haben Interesse

Das Unternehmen arbeitet mit den kantonalen Notrufzentralen zusammen, um die Standorte der Geräte zu hinterlegen. In den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, St. Gallen und Graubünden ist das Unternehmen bereits Kooperationen eingegangen. Weitere Kantone sollen demnächst folgen. «Die Notrufzentralen sind sehr interessiert an unserem System», sagt CEO Mirko Djuric.

Djuric, der seit Januar neu das Dietiker Unternehmen leitet, kann auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken. Bevor er zu Lifetec kam, arbeitete er bei verschiedenen namhaften Informatik-Unternehmen und leitete internationale Expansionen. «Bisher habe ich mich viel mit Softwarelösungen herumgeschlagen, jetzt will ich mich stärker mit und für Menschen einsetzen», sagt der 49-jährige Vater. Mit Lifetec habe er ein Unternehmen gefunden, das sich direkt mit Menschenleben auseinandersetze. Die Nachhaltigkeit der Geschäftstätigkeit gefalle ihm sehr gut, sagt er.

Konkurrenz in China und USA

Djuric hat grosse Pläne für die Zukunft. Er möchte mit seiner Firma in den kommenden Jahren den Markt noch stärker durchdringen und Märkte in anderen Ländern erschliessen. «Meines Wissens gibt es nur in China und den Vereinigten Staaten ähnliche Produkte», sagt er. Zudem möchte er die regionale Industrie einbinden: «Heute werden nur einige Komponenten in Dietikon montiert», so Djuric.

Seine Pläne passen bestens zu den Zielen des neuen Verwaltungsrats. Erst im vergangenen November wurde die 2012 von einem französischen Geschäftsmann gegründete Firma von einer Investorengruppe um Patrick Wegmann übernommen, mit dem Ziel, die Marktführerschaft anzustreben. Der vielseitig aufgestellte Kundenstamm – er reicht von Baufirmen über Sicherheitsdienste bis Schul- und Gastronomiebetriebe – kann dabei von Vorteil sein.

Digitalisierung wird gefestigt

Die zehn Mitarbeitenden in Dietikon arbeiten als Berater, Trainer und Entwickler. Eine Weiterentwicklung des bisherigen Geräts, an dem das Team gearbeitet hat, soll in naher Zukunft auf den Markt kommen. «Wir bewegen uns im Bereich von Internet of Things», so Djuric.

Hardware und mobile Kommunikation würden noch näher zusammenrücken. Wenn früher Technologien auf einen spezifischen Fall ausgerichtet waren, seien Geräte heute für verschiedene Anwendungsfälle gerüstet. Djuric ist überzeugt: «Das ist der Weg, um möglichst viele Menschen aus einer ernsten medizinischen Notfallsituation zu retten.»

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