Zum 49. Mal ging am Wochenende das traditionelle Oetwiler Kellerfest über die Bühne. Bereits am Freitagabend hatte das Fest begonnen; nach dem Behördenapéro, zu dem auch der Gemeinderat aus dem bernischen Guggisberg, eine Partnergemeinde Oetwils, eingeladen war. «Trotz Regenwetter erschienen am Freitag mehr Festbesucher als erwartet», so OK-Präsident Michal Felt. Grund zur Freude war die strahlende Sonne, die sich am Samstag pünktlich zum Festbeginn um 14 Uhr blicken liess. Auf rund 2000 schätzt Felt die Besucherzahl über die beiden Tage. Geboten wurde ein vielfältiges Programm.

Am Flohmarkt feilschten Kinder um Memorys, Kuscheltiere und Feuerwehrautos. Letztere gab es auch in Lebensgrösse zu bestaunen, bei der Einsatzdemo der Feuerwehr Oetwil-Geroldswil. Aus nächster Nähe konnten die Zuschauer erleben, wie jemand aus einem umgekippten Auto geborgen wurde.

Eine rote Wolke aus 180 Ballonen

Dass der Malwettbewerb kurzfristig abgesagt werden musste, trübte keineswegs die freudige Aufregung im Vorfeld des Ballonflugwettbewerbs. Inmitten einer dichten Traube von Kindern verkündete Gemeindepräsidentin Rahel von Planta die letztjährigen Gewinner. Prämiert wurden ein Kurzstreckenflug nach Unterengstringen und einige Glückliche, deren Ballone es über die Grenze nach Österreich geschafft hatten. Ein Ballon landete gar im 238 Kilometer entfernten Südtiroler Pfitschtal – und seine Absenderin damit auf dem ersten Platz. Eifrig wurden auf ein Neues Ballone gefasst. Daran geknüpft: Adresskarten und reichlich Hoffnung. «Meiner fliegt sicher bis nach Afghanistan», hörte man einen Jungen zu seiner Mutter sagen. Auf Kommando entschwebten die 180 Ballone in die Luft. Alle Versammelten legten den Kopf in den Nacken und schauten zu, wie sich die rote Wolke rasch zu den weissen gesellte. Von Planta freute sich: «Der Ballonflugwettbewerb zieht jedes Jahr an, und die Leute bleiben danach bis zum Abend zum Essen.»

Kulinarisch war für alle etwas im Angebot: Raclette, Würste, Thai-Curry, Käseplättli, Risotto – und, als Premiere, Kebab. Safet Ristemi aus Oetwil war mit seinem Imbiss-Stand zum ersten Mal am Kellerfest. Mit einem Lächeln meinte er: «Klar bin ich nächstes Jahr wieder dabei! Das OK war sehr lieb und hilfsbereit.»

Auch bei den Sechstklässlern des Schulhauses Letten herrschte Betriebsamkeit. «Ein Stutz, bitte», hiess es hinter der Theke, dann wurde einem ein Stück saftiger Schoggi-Kuchen gereicht. «Wenn man in unsere Kasse schaut, läuft es bisher sehr gut», sagte Aylin (11). Mit dem Geld verdienen sich die Schüler einen Zustupf für ihr Klassenlager. Für Nevio (12) ist es gar das erste Kellerfest überhaupt. «Ich finde es toll, dass Leute hier von weit her zusammenkommen», sagte er. Dies freute auch Urs Landis, Präsident des Oetwiler Jazzclubs, der bereits zum zweiten Mal eine Bar am Kellerfest betrieb. Hier treffe er Leute wieder, die er das ganze Jahr über nicht sehe. Auch Weggezogene, die fürs Fest zurückkehrten.

Auch jene, die sich erst kürzlich in Oetwil niedergelassen haben, kamen auf ihre Kosten. Die Neuzuzüger wurden beim Apéro in der Gemeindescheune feierlich willkommen geheissen. Brigitte und Ulf Velten zügelten vor rund einem Jahr nach Oetwil. «Uns gefällt es sehr gut hier. Es ist ländlicher als in Oberengstringen, wo wir vorher wohnten.» Das Kellerfest sei ein Fest mit Stil, so Ulf Velten. Und eine Gelegenheit, sich einzuleben. Und was verbindet mehr als Musik? Mit «dr’Äntlibuecher» und der Band «Wish and the Mob» wurde noch bis in die Nacht hinein gefeiert.