Schlieren
Im Westen der Stadt entsteht eine 30er-Zone – vorerst die letzte

An der Herrenwiesenstrasse in Schlieren soll im August das Tempo-30- Regime herrschen – drei Jahre nachdem der Entscheid gefällt wurde.

Alex Rudolf
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An der Herrenwiesenstrasse soll nach den Sommerferien das Tempo-30-Regime herrschen.

An der Herrenwiesenstrasse soll nach den Sommerferien das Tempo-30-Regime herrschen.

Limmattaler Zeitung

Rechtwinklig und in hellen Pastelltönen zeigen sich die Wohnbauten im Neubau-Quartier Schlieren West. Jetzt in den Sommermonaten befahren stets Horden kleiner Kinder auf ihren verschiedenen Gefährten die Parkallee, das Rückgrat des Quartiers. Velos, Trottinette oder Dreiräder sind an lauen Sommerabenden in Hülle und Fülle vorhanden. Die Eltern dieser Kinder dürften ihre Sprösslinge nach den Sommerferien noch sorgenloser vor der Haustür spielen lassen. Der Schlieremer Stadtrat gab nämlich kürzlich bekannt, dass die Arbeiten für den Umbau des Gebiets Schlieren West zu einer Tempo-30-Zone noch diesen August beginnen sollen. Voraussichtlich Ende August sind sie abgeschlossen. Der Entscheid für diese Verkehrslösung fiel bereits vor drei Jahren und wird mit Sicherheits- und Lärmüberlegungen begründet.

Damals argumentierte der Stadtrat ebenfalls damit, man sei an einer möglichst flächendeckenden Einführung von Tempo-30-Zonen interessiert. Dieses Ziel wurde beinahe erreicht. Wie Hans-Ueli Hohl, Abteilungsleiter Bau und Planung der Stadt Schlieren, auf Anfrage sagt, seien die kommunalen Strassen in Wohngebieten heute grossmehrheitlich Tempo-30-Zonen.

Abstimmung mit Schule Reitmen

2007 startete die Stadt mit der Drosselung des Maximaltempos auf ihren eigenen Strassen. Damals wurden in den Quartieren Zelgli und Rohrstrasse sowie auf der Schulstrasse West das neue Temporegime eingeführt. Die Quartiere Urdorferstrasse und Hübler folgten im Sommer 2008 und der Schlieremerberg im Frühjahr 2011. Schliesslich wurde der Verkehr 2014 auch im Gebiet Färberhüsli verlangsamt und beruhigt. Negative Stimmen zu diesen Massnahmen blieben – im Gegensatz zu anderen Gemeinden, welche dieses Regime einführten – grösstenteils aus. Neben der Erhöhung der Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer, argumentiert die Stadt auch damit, den Durchgangsverkehr vermindern zu wollen. Dadurch werde die Attraktivität für Verkehrsteilnehmer gesteigert und die Wohn- und Arbeitsortqualität erhöht.

Warum dauerte es zwischen dem Entscheid für eine Tempo-30-Zone in Schlieren West und der Realisierung drei Jahre? Bau- und Planungsleiter Hans-Ueli Hohl macht auf Anfrage organisatorische Gründe geltend. So habe sich die Zusammenarbeit mit einem externen Büro verzögert. «Aber auch der Schulhausneubau war ein Aspekt: die beiden Bauvorhaben mussten koordiniert werden.»

Konkret stehen bei den anstehenden Arbeiten im Quartier Schlieren West die Herrenwiesenstrasse und die Steinwiesenstrasse im Fokus. Auf einem gesamthaft rund 640 Meter langen Abschnitt sollen diese beiden zur Tempo-30-Zone werden. Zu einem späteren Zeitpunkt folgten die Storchenstrasse wie auch die Lateralstrasse Nord. Letztere verläuft parallel zur Badenerstrasse, über die auch die Hausnummerierung abgewickelt ist. Dies ist der Grund, warum sie auf Online-Stadtplänen nicht auffindbar ist.

Die Zugänge zur neuen Zone sollen erkennbar akzentuiert werden, das neue Temporegime soll zudem ablesbar in der technischen Ausgestaltung der Strasse sein. Die baulichen Massnahmen würden sich an den in Schlieren bereits vorhandenen und mehrfach verwendeten Gestaltungselementen orientieren, schreibt die Stadt weiter. So erstelle man bei der Einfahrt von der Goldschlägi- in die Steinwiesenstrasse eine Gehwegüberfahrt und verengt die Fahrbahn. Die Einfahrt von der Badener- in die Herrenwiesenstrasse wird ebenfalls mit einer solchen Überfahrt gestaltet.

Nur noch Bahnhof pendent

Die erforderliche Verengung der Steinwiesenstrasse ermögliche die Bepflanzung des Strassenquerschnitts. Gesamthaft zahlt die Stadt dafür 193 000 Franken, die Baumeisterarbeiten wurden an Gasser Hoch und Tiefbau aus Zürich, die Ingenieurarbeiten an die EWP AG aus Effretikon vergeben.

Auf der Pendenzenliste der Stadt befindet sich bezüglich der Umgestaltung zu Tempo-30-Zonen nur noch ein Projekt. Nämlich jenes am Bahnhof. Dort sind jedoch noch zwei Initiativen pendent. Eine verlangt, dass eine grosse Begegnungszone auf der Güterstrasse erstellt wird. Die andere wünscht eine grosszügige Tempo-30-Zone.