Allmend Glanzenberg

Jetzt gibts auch was zu futtern und zu trinken für die Gummiböötler

Kurt Münger betreibt den neuen Kiosk auf der Allmend Glanzenberg.

Kurt Münger betreibt den neuen Kiosk auf der Allmend Glanzenberg.

Die Allmend Glanzenberg ist als Gummiboot-Anlaufstelle weiter aufgewertet: Nun gibts dort mehrere Stände mit Essen und Trinken. Ihr Betreiber ist Kurt Münger, dessen bislang einzige Erfahrungen als Gastro-Unternehmer von der Fussball-WM 1994 stammen.

Nach dem trüben Samstag hat die Hitze am Sonntag das Limmattal wieder fest im Griff. Auf der Allmend Glanzenberg spielen Kinder Fangen, ein Hund jagt einem Ball nach, einige Gummiböötler haben ihre Boote an Land gezogen und sich unter der Sonne ausgestreckt. «Hier lässt man die Seele baumeln und hat seinen Frieden», sagt Kurt Münger (55), der Betreiber des neuen Kiosks «The Beach», der am Samstag eröffnete. Abgesehen von der Organisation eines Public Viewings bei der Fussball-WM 1994 hat Münger keine Erfahrung im Gastro-Bereich. Er ist ein Quereinsteiger.
Wann immer Münger ab seinem Wohnort Unterengstringen die Limmat befuhr, bedauerte er, dass das Ufer nirgends bewirtschaftet wurde. So fasste er sich ein Herz, schickte eine Bewerbung an die Stadt Dietikon – und bekam eine Zusage. Vor zwei Wochen habe er die Bewilligung erhalten, noch rechtzeitig, um mit den Lieferanten alles zu organisieren, so Münger.

Jetzt gibts für die Gummiböötler auf der Allmend Glanzenberg mehrere Verpflegungsstände.

Jetzt gibts für die Gummiböötler auf der Allmend Glanzenberg mehrere Verpflegungsstände.


Neben dem Imbissstand gibt es einen Barwagen und einen Wurststand. Das Angebot kann sich sehen lassen: Hamburger, Hot Dogs, Salat, Glacés, Getränke. Morgens gibts auch Gipfeli.
Münger schöpft Pommes. Beinah hätte er das Salz vergessen. «Man lernt dazu», meint er augenzwinkernd. Bestellt haben Afra Traber aus Zürich und ihre zwei Kolleginnen. Sie sind zum ersten Mal mit dem Gummiboot unterwegs. «Tiptop ist es hier», so Traber. Auch die Nähe zum S-Bahnhof sei optimal. Sie hätten sich online schlau gemacht, im Limmatböötle-Guide. Dort wird neu die Allmend Glanzenberg als Hauptausstiegsstelle empfohlen.

Die Allmend bietet mehr als die Nötzliwiese

Derweil zieht auf der Limmat eine Schar Gummiflamingos vorüber. Welches Ziel sie ansteuern, dürfte bekannt sein: die Nötzliwiese, ein paar Minuten flussabwärts, der letzte Ausstieg vor dem Kraftwerk. Diesen Sommer kam es dort zu einigen heiklen Vorfällen, die glücklicherweise nicht tragisch endeten, aber die Stadt in ihrem Vorhaben bestätigten, die Allmend als attraktiven Anlegeplatz zu bewerben. Die Allmend ist nicht nur grösser als die Nötzliwiese, sie bietet überdies öffentliche Toiletten an – und nun eben Verpflegungsstände.
Im Schatten eines Gummiboots fläzt sich Laurin (10) aus Zürich. Den Bootsausflug mit seinen Eltern ab Wipkingen fand er «mega cool». Später darf er sich beim Kiosk noch ein Glacé auslesen. «Hier ist es ruhig und weniger überfüllt», sagt seine Mutter. Müngers Blick schweift über die Wiese: «Das Ganze muss noch etwas anlaufen.» Dafür setzt er auf Mundpropaganda. Begeistert erzählt er von den nächsten Plänen: Er möchte auf der Allmend einen «Boat-Care-Point» einrichten, wo Boote geflickt werden können. Gerade steuert ein Boot den Hafen Glanzenberg an. Einer der Passagiere steht auf und späht über die Büsche. Dann dreht er sich zu den Kollegen um: «Geil, da gömmer use!»

Am Eröffnungswochenende des neuen Kiosks ist die Allmend Glanzenberg zeitweise gut besucht.

Am Eröffnungswochenende des neuen Kiosks ist die Allmend Glanzenberg zeitweise gut besucht.


Geöffnet hat der Sommerkiosk bis 16. August täglich von 9 bis 24 Uhr. Vom 17. August bis 4. Oktober öffnet der Kiosk donnerstags ab 17 Uhr und von Freitag bis Sonntag weiterhin von 9 bis 24 Uhr.

Autor

Fabienne Eisenring

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