Schlieren/Urdorf

Kein Schwimmunterricht für Schlieremer Kinder – jetzt wird die Forderung nach einem eigenen Hallenbad laut

Abgetaucht: Die Schlieremer Schülerinnen und Schüler erwartet eine Schwimmunterricht-Pause, weil sie nicht mehr in Urdorf schwimmen dürfen. (Symbolbild)

Abgetaucht: Die Schlieremer Schülerinnen und Schüler erwartet eine Schwimmunterricht-Pause, weil sie nicht mehr in Urdorf schwimmen dürfen. (Symbolbild)

Wegen den verschärften Corona-Schutzmassnahmen im Urdorfer Bad fällt der Schlieremer Unterricht ins Wasser.

Die Schülerinnen und Schüler aus Schlieren sitzen im Winter bezüglich Schwimmunterricht auf dem Trockenen. Der Schwimmunterricht fand bislang in Urdorf oder im Freibad im Moos statt. Sobald die Temperaturen sinken, fällt der Schwimmunterricht für die Schlieremer Kinder nun aus. Denn in den letzten Jahren konnten die Schulen den regulären Schwimmunterricht in den kühlen Monaten im Hallenbad Urdorf abhalten. Wegen den ­Corona-Schutzmassnahmen ist das Urdorfer Hallenbad aber bis mindestens Ende Jahr prioritär den eigenen Schülerinnen und Schüler vorbehalten.

«Dies ist das Risiko, das Gemeinden tragen, welche nicht über ein eigenes Hallenbad verfügen», sagt Andrea Fus, Abteilungsleiterin Bildung und Jugend der Stadt Schlieren, auf Anfrage. Wenn der Schlieremer Schwimmunterricht in Urdorf längerfristig ausfällt, findet stattdessen Sportunterricht statt. Die Schülerinnen und Schüler kämen mit diesem Modell gemäss kantonalem Lehrplan aber nicht in Verzug mit ihrer Schwimmausbildung. Der Plan empfiehlt, dass in der Primarschule von der 1. bis zur 3. Klasse jeweils 40 Schwimmlektionen durchgeführt werden sollen, das wären rund 14 Lektionen pro Schuljahr. In der 4. bis 9. Klasse sind es rund sechs Lektionen pro Jahr. «Diese Empfehlungen kann die Schule auch ohne Hallenbad erfüllen, indem beispielsweise in den Sommermonaten im Freibad Schwimmunterricht erteilt wird», so Fus.

Das ist aus Sicht des GLP-­Gemeinderats Henry Jager nicht genug. Als er am Elternabend seiner Tochter über die Absage des Schwimmunterrichts an ihrer Schule informiert wurde, war er alarmiert. «Wir müssen eine Lösung finden, damit man den Schwimmunterricht bald wieder durchführen kann. Durch diese Situation zeigt sich ein altes Problem», sagt er.

Schlieren ohne Lernbecken trotz bald 19'000 Einwohnern

In Oberengstringen und Geroldswil zum Beispiel gibt es Lernbecken, in denen die Kinder auch bei schlechtem Wetter an ihren Schwimmkünsten feilen können. Es sei nicht gut, dass Schlieren mit bald 19'000 Einwohnern kein eigenes Lernbecken für Kinder habe, sagt Jager. Dass man nun bald aufgrund des Wetters nicht mehr im Möösli schwimmen könne und wegen des Coronavirus auch das Urdorfer Bad wegfalle, zeige den Bedarf eines eigenen Bades umso deutlicher. «Wir müssen nun nach einer Alternative suchen und beispielsweise Verträge abschliessen, die uns nicht so schnell gekündet werden können», so Jager. Er sagt zudem, seine Kinder hätten schon vor Corona nur bis zur 3. Klasse Schwimmunterricht erhalten.

Jager wandte sich mit seinem Anliegen an den Schlieremer Stadtrat. Er stellte eine Anfrage, um zu erfahren, wie dieser den Schwimmunterricht in den nächsten Wochen und Monaten sicherstellt. Zudem wollte er wissen, was die langfristige Lösung sei, damit der Schwimmunterricht der Schlieremer Schülerinnen und Schüler künftig nicht mehr von Dritten abhängig ist. «Wir brauchen eine stabile Lösung», sagt er.

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