Kommentar

Kompostierbar heisst nicht kompostierbar – es gibt aber einen Weg zur Lösung

Ein persönliches Anliegen von Mike Schärer von der Kaffeerösterei «Caffé Ferrari»: kompostierbare Kaffeekapseln.

Ein persönliches Anliegen von Mike Schärer von der Kaffeerösterei «Caffé Ferrari»: kompostierbare Kaffeekapseln.

Die Grüngut­sammlung weigert sich, kompostierbare Kaffeekapseln weiterzuverarbeiten – wegen ihres Aussehens. Das ist unverständlich.

Das Dietiker Traditionsunternehmen Caffè Ferrari verkauft neuerdings ­kompostierbare Kaffeekapseln. Die Entwicklung war Geschäftsführer Mike Schärer ein persönliches Anliegen. Schärer ist nicht der einzige, der auf kompostierbare Produkte setzt. Längst gibt es unter anderem auch Teller, Besteck und Spielzeuge, die kompostierbar sind. Die Grüngut­sammlung nimmt diese neuen Kapseln aber nicht mit. Wer keinen eigenen Komposthaufen hat, muss die Kapseln in den Müll werfen.

Das ist unbegreiflich. Zumal nicht technische Gründe ausschlaggebend sind. Die kompostierbaren Kaffeekapseln liessen sich bei der Biogas Zürich AG wie Küchenabfälle und Balkonpflanzen problemlos vergären. Es könnten so Gas und Dünger gewonnen werden. Sie sind im Grüngut aber einzig und allein nicht erlaubt, weil sie sich in einer vollen grünen Bioabfall-­Tonne nicht von den herkömmlichen Kapseln unterscheiden lassen.

Kleine Betriebe wie Caffè Ferrari können daran nichts ändern. Wegen ihren paar Kapseln wird das System nicht umgestellt. Es müssten sich die grossen Produzenten, Grossverteiler und Verwerter an einen Tisch setzen und eine Lösung suchen, allenfalls braucht es politischen Druck dazu. Solange das nicht passiert, kaufen Konsumentinnen und Konsumenten weiterhin bei KMUs und Grossverteilern bewusst kompostierbare Kaffeekapseln. Dass diese aber gar nicht so einfach kompostierbar sind, ist nur wenigen bekannt.

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