Oberengstringen

Nach langem Warten: Oberengstringen erhält seine Jubiläumschronik

Gemeindepräsident André Bender und Autor Peter Naef präsentieren die neue Chronik auf dem Dorfplatz.

Gemeindepräsident André Bender und Autor Peter Naef präsentieren die neue Chronik auf dem Dorfplatz.

Zum 1150-Jahre-Jubiläum von Oberengstringen hat Peter Naef die Geschichte des Dorfs aufgearbeitet.

Lange musste man auf die Präsentation der Chronik zum 1150-Jahr-Jubiläum von Oberengstringen warten. Gestern Freitag wurde sie nun im kleinen Rahmen vorgestellt. Eigentlich hätte die Schrift bereits im Mai am Mittelalterfest der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Doch der Anlass wurde wegen Corona auf nächstes Jahr verschoben. Am Dorfplatzfest von diesem Wochenende hätte die Präsentation nachgeholt werden sollen. Aber auch dieser Anlass musste abgesagt werden. Und so übergab nun Chronist Peter Naef dem Gemeindepräsidenten André Bender (SVP) das Werk auf dem Dorfplatz, ganz ohne Publikum.

Die 74-seitige Jubiläumsbroschüre bildet die Fortsetzung der 1982 erschienenen Schrift «Halt auf Verlangen». Die Geschichte von Oberengstringen wird darum nicht noch einmal im Detail erörtert. Stattdessen liegt der Fokus auf der näheren Vergangenheit. Ausserdem wirft Naef einen Blick in die Zukunft von Oberengstringen.

Chronist Peter Naef ist mit Herzblut Oberengstringer

Peter Naef ist in Höngg aufgewachsen, wohnt aber bereits seit 50 Jahren in Oberengstringen und ist in der Region verwurzelt. «Das ganze Dorf kennt mich, ich habe hier lange unterrichtet», sagt der pensionierte Lehrer. Bereits bei der ersten Chronik konnte er mitarbeiten, dieses Mal war er alleine verantwortlich für das Sammeln des Materials. «Ich hatte am Schluss 180 Seiten zusammen», sagt Naef. Etwa ein halbes Jahr hat er die Archive durchstöbert und im Dorf fotografiert. Die Chronik liefert einen Überblick über die Geschichte der Gemeinde, die Entwicklungen in den Kirchen sowie Schulen und eine Übersicht über die Geschichte der Strassennamen.

«Die Chronik ist sein Baby», sagt Bender. Darum schmerzt es Naef, dass sie stark gekürzt werden musste. Aus 180 Seiten wurden 74. Zur Schule wäre noch einiges enthalten gewesen. «Ich habe alles kopiert, etwa Spicks oder Strafarbeiten. Ich war 45 Jahre im Schulhaus Allmend tätig», sagt Naef. «Ausserdem wohne ich mitten im Dorf und habe immer alles miterlebt. Wenn etwas passiert ist, holte ich meine Kamera und fotografierte.» Die Chronik ist darum reich bebildert.

Fast alle Fotos stammen von Naef. Eine Ausnahme bildet das Kapitel zum Sport, für das er Bildmaterial zusammensuchen musste. In Oberengstringen wohnen und wohnten einige bekannte Sportler. Naef hebt besonders Walter Tschudi hervor. Der Sekundarlehrer war als Zehnkämpfer in den 1950ern erfolgreich und wurde 1957 zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. «Er war mein Lehrer, als ich noch in Höngg zur Schule ging», sagt Naef. Darum sind einige Anekdoten zu ihm aus der Sicht von Naef in der Chronik vorhanden.

An Geschichten fehlt es Naef nicht

Naef wüsste noch vieles zu erzählen. Während der symbolischen Übergabe fallen ihm unzählige Anekdoten ein. «Peter Naef könnte Dorfführungen machen», sagt Bender. Mit den Bildern in der Jubiläumsbroschüre will Naef den Einwohnerinnen und Einwohnern von Oberengstringen auch unbekannte Orte in der eigenen Gemeinde nahe­bringen. Vor zwei Wochen ging die Chronik in den Druck. Diesen Dienstag erhielt die Gemeinde die 1000 Exemplare druckfrisch. Eine flächendeckende Verteilung sei nicht vorgesehen. «Das wäre ökologisch nicht sinnvoll», betont Bender.

Auf dem Titelbild prangt das Jubiläumslogo, das Stephanie Böhmert, ein Mitglied der Kulturkommission, kreiert hat. Bei der Gemeinde hat man bereits Masken mit dem Logo erstellt. Neue Weinetiketten sind ebenfalls geplant. Sie hätten beim Dorfplatzfest präsentiert werden sollen. Bender bleibt zuversichtlich: «Vielleicht kommen sie nun auf den Herbst.»

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