Uitikon

Neu kontrolliert auch Zürich die Fahrten hinauf zum Üetliberg

Neue Kontrollen auf dem Zürcher Hausberg.

Neue Kontrollen auf dem Zürcher Hausberg.

Die Stadt Zürich installierte auf dem Üetliberg ein zweites Fahrtenkontrollsystem, ohne sich mit den Betreibern des ersten von der Gemeinde Uitikon abzusprechen.

Seit wenigen Tagen hat es auf dem Üetliberg nicht mehr ein Fahrzeug-Kontrollsystem, sondern deren zwei. Wie der Verein Pro Üetliberg in einer Medienmitteilung schreibt, nahm die Stadt Zürich die neue Messstation zwischen der Abzweigung Uto Staffel und dem Kulm-Plateau Anfang September in Betrieb. Ein Sprecher des Stadtzürcher Sicherheitsdepartements bestätigte die von dem Naturschutzverein gemachten Angaben auf Anfrage der Limmattaler Zeitung.

Bereits 2017 trat der Gestaltungsplan Uto Kulm in Kraft, der die Nutzung des im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung aufgelisteten Berggipfels detailliert regelt. Dies war die Lösung im Rechtsstreit zwischen dem Naturschutzverein Pro Üetliberg und dem Hotel- und Restaurantbetreiber Giusep Fry.

Neben einigen Bauten und Nutzungsrechten war die Anzahl Autofahrten, die zum Hotel Uto Kulm erlaubt sein sollten, einer der strittigen Punkte. Diese wurden auf jährlich 4000 festgelegt. Bestimmt wurde auch, dass die Stadt Zürich die Fahrten mittels technischer Einrichtung erfassen muss.

Uitikon ist für die Bewilligungen zuständig

Die Stadt Zürich habe es mit der Umsetzung des Kontrollsystems nicht eilig gehabt, deshalb habe man sich regelmässig nach dem Stand der Dinge erkundigt, sagt Rolf Kuhn, Vorstandsmitglied von Pro Üetliberg. «Wir sind sehr froh, dass die Stadt diese Anlage endlich in Betrieb nehmen konnte, da es auf dem Üetliberg konstant viel Verkehr hat», sagt er weiter.

So sieht die neue Anlage aus.

So sieht die neue Anlage aus.

Bereits seit April 2016 kontrolliert die Gemeinde Uitikon unweit der Bahnstation Ringlikon die Fahrten auf den Zürcher Hausberg mittels einer Kamera (die «Limmattaler Zeitung» berichtete). Weiter ist die Gemeinde vom Kanton beauftragt, die Ausnahmebewilligungen zu erteilen, wie Sicherheitsvorsteher Patrik Wolf (FDP) auf Anfrage ausführt. Diese erhalten etwa Anwohner, Zulieferer oder Unternehmen, die technische Anlagen bewirtschaften. Bezüglich der neuen Anlage sei er von der Stadt Zürich jedoch weder informiert noch zur Nutzung allfälliger Synergien kontaktiert worden. «Das finde ich sehr schade, denn der Standort der neuen Anlage ist strategisch wichtig», sagt Wolf.

So würden bei der neuen Kontrolle jene Autos, die von Stallikon oder Zürich aus in Richtung Uto Kulm fahren, erfasst. Dies war bisher nicht der Fall. «Ein Austausch wäre sehr sinnvoll, um das grosse Ganze nicht aus den Augen zu verlieren, da bei der neuen Anlage auch die Autos aus Stallikon registriert werden.»

Laut Kuhn hat Pro Üetliberg bei der Stadt Zürich auch nachgefragt, ob man Synergien mit der bestehenden Kontrollanlage nutzen werde. Eine Antwort stehe bislang aus.

«Zusammenarbeit ist nicht erforderlich»

Auf Anfrage sagt Robert Soos, Mediensprecher des Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich, dass das neue «Fahrtenzählsystem Uto-Kulm» einzig zum Ziel habe, die Menge der Fahrten am Kontrollpunkt zu registrieren und die Zuweisung dieser in die Kategorien «Hotel Uto-Kulm Fahrt» oder «übrige Fahrten» zu ermöglichen. «Weitere Überprüfungsmöglichkeiten durch diese Zählanlage sind – zumindest bis jetzt – nicht vorgesehen», sagt er. Weiter sei eine nähere Zusammenarbeit oder technische Verknüpfung zwischen der Gemeinde Uitikon und der Stadtpolizei Zürich für den Betrieb der Zählanlage nicht erforderlich.

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