Schlieren

Nur zwei Vereine beantragten Soforthilfe – Mario Fehr will Verbände durch fussballfreie Phase geleiten

Sie lieben den Zürcher Fussball: Stefan Schötzau, Leiter des kantonalen Sportamts, Mario Fehr, Sicherheitsdirektor, Patrick Meier, Geschäftsleiter des Fussballverbands Region Zürich (FVRZ), und Rita Zbinden, Präsidentin des FVRZ, in der FVRZ-Geschäftsstelle am Alten Zürichweg in Schlieren.

Sie lieben den Zürcher Fussball: Stefan Schötzau, Leiter des kantonalen Sportamts, Mario Fehr, Sicherheitsdirektor, Patrick Meier, Geschäftsleiter des Fussballverbands Region Zürich (FVRZ), und Rita Zbinden, Präsidentin des FVRZ, in der FVRZ-Geschäftsstelle am Alten Zürichweg in Schlieren.

Regierungsrat Mario Fehr hat den Zürcher Fussballverband am Alten Zürichweg in Schlieren besucht. Er will auch darauf hinweisen, dass Sportvereine Gesuche für Corona-Soforthilfe einreichen können.

Mit zwei Millionen Franken will der Kanton Zürich den Sportvereinen und Sportverbänden in der Corona-Zeit helfen. Die Soforthilfe wird an die ­lokalen Vereine verteilt. Bislang gingen insgesamt 91 Gesuche beim Sportamt des Kantons Zürich ein, davon stammten 22 aus dem Fussball. Aus dem ­Limmattal waren es bisher aber insgesamt nur zwei Gesuche; für diese beiden zu­sammen wurden 5000 Franken aus­bezahlt.

Am Montag letzter Woche ­besuchte der Zürcher Sicherheits­direktor Mario Fehr (SP) den Fussballverband Region Zürich (FVRZ) in Schlieren. «Wir sind sehr dankbar für die Arbeit der Vereine», sagt Fehr. Der Sport sei nicht nur für die Gesundheitsförderung da, sondern unterstütze die Gesellschaft als Ganzes und fördere die ­Integration. Damit dies ge­schehen ­könne, brauche es die unzähligen Sportvereine. Die Coronakrise ­be- drohe aber deren Existenz und Tätigkeit stark.

Auch wenn Trainings in Klein­gruppen mit maximal fünf Personen wieder stattfinden dürfen, so sind die Fussballplätze doch noch meistens leer und an öffentliche Spiele ist ­momentan nicht zu denken. «Wenn wir im August wieder spielen können, sind wir mit einem blauen Auge davongekommen, ansonsten wird es sehr schwierig», sagt Patrick Meier, Geschäftsführer des FVRZ. Dem Fussballverband gehören 176 Vereine, über 47000 lizenzierte Fussballerinnen und Fussballer, 1900 Juniorenteams und viele Ehrenamtliche an.

Müssen Vereine die Beiträge der Mitglieder jetzt zurückzahlen?

In den letzten fussballfreien Monaten hatte Meier und seine Mitarbeitenden ein offenes Ohr für die besorgten ­Vereine. «Viele wollten einen Austausch mit uns», sagt Meier. Dabei sei es auch um rechtliche Fragen ge­gangen. Etwa ob ein Verein die Mit­gliederbeiträge zurückzahlen muss, wenn nicht gespielt wird. «Sie müssen die Beiträge aus juristischer Sicht nicht erstatten», sagt Meier. Das sei gut so, denn die Clubs finanzierten sich zu rund 70 Prozent aus Mitglieder­beiträgen. «Ein guter Fan würde seinen ­Beitrag auch nicht zurückwollen», wirft Fehr ein. Er hat besonders für drei Fussballmannschaften ein Herz. «Ich bin Gönnermitglied beim FC Adliswil und habe eine Saisonkarte beim FCZ sowie bei den Tottenham Hotspurs in England.»

Im halbprofessionellen Bereich ist die Gefahr besonders gross

Fehr hofft, dass er bald wieder live Fussballspiele mitverfolgen kann. Bis dahin will er dafür sorgen, dass die Vereine die schwierige Phase gut überleben. Damit ihr Verein über die Runden kommt, verzichten manche Fussballtrainer zwar auf ihr Gehalt, aber vielerorts fallen auch die Werbeeinnahmen weg. Gerade bei halb­professionellen Vereinen kann es laut Fehr brenzlig werden, da diese ­bereits komplexere Strukturen haben. «Auf jeden Fall können die Vereine noch bis Ende Juni Soforthilfe be­antragen», sagt Fehr.

Weniger gelbe und rote Karten, weniger Geld für den Verband

Auch der FVRZ in Schlieren leidet unter den finanziellen Folgen der Corona­krise. Denn beinahe die Hälfte seiner Einnahmen generiert der Fussball­verband über Bussen, die er an den Spielen verteilt. «Deshalb ist es gut, wenn bald wieder rote und gelbe ­Karten verteilt werden können», sagt Fehr und lacht.

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