Oberengstringen
Die SVP verliert und die FDP holt einen Sitz bei den Oberengstringer Wahlen

Bei den Oberengstringer Erneuerungswahlen wurden die politische Mitte verstärkt und der Gemeindepräsident André Bender wiedergewählt.

Lydia Lippuner
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Das ist der neu gewählte Oberengstringer Gemeinderat von links nach rechts: David Döring (Mitte, neu), René Beck (Mitte, bisher), Kurt Leuch (Forum, bisher), Gabriella Martini (parteilos, neu), André Bender (SVP, bisher), Andreas Leupi (SVP, bisher) und Peter Zahnd (FDP, neu).

Das ist der neu gewählte Oberengstringer Gemeinderat von links nach rechts: David Döring (Mitte, neu), René Beck (Mitte, bisher), Kurt Leuch (Forum, bisher), Gabriella Martini (parteilos, neu), André Bender (SVP, bisher), Andreas Leupi (SVP, bisher) und Peter Zahnd (FDP, neu).

Lydia Lippuner

Der Oberengstringer Wahlsonntag hielt einige Überraschungen bereit. Denn zwei Neulinge erhielten am meisten Wahlstimmen. Für die nächsten vier Jahre wurde David Döring (Mitte) mit 811 Stimmen und Peter Zahnd (FDP) mit 796 Stimmen in den Gemeinderat gewählt. Sie geben der politischen Mitte ein stärkeres Gewicht. «Ich war happy, als ich das Wahlresultat sah», sagt Döring, der bislang als Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK) amtete.

Auch Zahnd war überrascht und erleichtert zugleich, als er das Resultat sah. Seine Partei ist nun zurück im Gemeinderat.

David Döring (Mitte, neu) wurde mit 811 Stimmen gewählt. Er möchte als Gemeinderat auch für eine transparente Kommunikation sorgen.
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Peter Zahnd (FDP, neu) wurde mit 796 Stimmen gewählt. Er wünscht sich eine grössere Teilnahme an der Gemeindeversammlungen.
Kurt Leuch (Forum, bisher) wurde mit 792 Stimmen gewählt. Er plant mehr Frühförderung.
André Bender (SVP, bisher) wurde mit 741 Stimmen gewählt. Zudem holte er sich mit 565 Stimmen wieder das Gemeindepräsidium.
Andreas Leupi (SVP, bisher) holte 699 Stimmen. Er würde gerne in den Bereichen Sicherheit und Infrastruktur arbeiten, in denen er bereits bisher aktiv ist.
René Beck (Mitte,bisher) erhielt 672 Stimmen. Im Kampf ums Gemeindepräsidium unterlag er mit 363 Stimmen.
Gabriella Martini (parteilos, neu) erzielte 617 Stimmen. Sie möchte den Steuerfuss unbedingt stabil halten.

David Döring (Mitte, neu) wurde mit 811 Stimmen gewählt. Er möchte als Gemeinderat auch für eine transparente Kommunikation sorgen.

Zvg

Gemeindepräsident Bender siegt mit klarem Vorsprung

Im Vorfeld sorgte vor allem die Wahl des Gemeindepräsidenten für Diskussionen. René Beck (Mitte), dem der Gemeinderat letztes Jahr drei seiner vier Ressorts entzogen hat, hat den amtierenden Präsidenten André Bender herausgefordert. Nun hat Beck mit 363 Stimmen deutlich gegen Bender, der 565 Stimmen holte, verloren.

Bei der Gemeinderatswahl holte Bender sogar 741 Stimmen. Der wiedergewählte Gemeindepräsident sagt: «Dieser Wahlausgang war zu erwarten. Wenn man vier Jahre einen guten Job macht, geht man davon aus, dass man wieder gewählt wird.» Nun werde er weitermachen wie bisher. Beck, der das Nachsehen hat, sagt: «Es lohnte sich, zur Verfügung zu stehen. Ich bin happy für die Stimmen, die ich erhielt.»

Die SVP hat ihren dritten Sitz verloren

Er sehe der neuen Legislatur, die am 1. Juli startet, zuversichtlich entgegen. Beck wurde mit 672 Stimmen wieder in den Gemeinderat gewählt. Er sagt: «Ich bin froh, kamen neue Mitglieder in den Gemeinderat. Die SVP hat nun nicht mehr drei Sitze.» Der neue SVP-Kandidat Urs Streichenberg verpasste die Wahl mit 559 Stimmen, die SVP verlor so den 2018 eroberten Sitz wieder.

Limmattaler Zeitung

Die SVP hatte geplant, dass Streichenberg den Sitz von Jean-Fritz Weber (SVP) übernimmt, der nun nicht mehr kandidierte. Neben Weber kandidierte auch Jürg Bruppacher (Mitte) nicht mehr. Sein Sitz hat die Mitte nun mit Döring wieder gesichert. Vor ihm wurde die parteilose Gabriella Martini (neu) mit 617 Stimmen gewählt.

Mit ihr kommt nach Elsbeth von Atzigen (parteilos), die nicht mehr antrat, wieder eine parteilose Frau in den Gemeinderat. Martini kandidierte bereits 2014 für den Gemeinderat, damals aber noch erfolglos. Über den diesjährigen Wahlausgang sei sie überrascht und zufrieden zugleich:

«Ich werde mich für Oberengstringen einsetzen. Wir werden die nächsten vier Jahre gut gemeinsam meistern.»

Wiedergewählt wurde der amtierende Vizepräsident Kurt Leuch (Forum) mit 792 Stimmen. Er sagt: «Für mich ist das Wahlresultat gut ausgefallen. Nun schaue ich positiv in die Zukunft. Mit Gabriella Martini ist meiner Vermutung nach auch die linke Seite im Gemeinderat besser abgedeckt.»

Weiter wurde Andreas Leupi (SVP) mit 699 Stimmen wiedergewählt. Er sagt: «Es war die erste Kampfwahl für mich. Für mich persönlich lief die Wahl super, für die Partei aber weniger.» In den nächsten vier Jahren müsse der Gemeinderat nun dafür sorgen, dass man den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen könne. Die Stimmbeteiligung betrug rund 29,5 Prozent.

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