Lokalwahlen

Paul Studer und René Rey machen 2018 Platz - was sich sonst noch ändert

Paul Studer und René Rey

Paul Studer und René Rey

Im rechten Limmattal ist nun von zwei Gemeindepräsidenten klar, dass sie 2018 nicht mehr antreten – und sonst?

Eine wegweisende Sitzung stand diese Woche im altehrwürdigen Oetwiler Gemeindehaus an. Am Montag offenbarten sich die Gemeinderäte gegenseitig, ob sie gedenken, nächstes Jahr wieder anzutreten. Gemeindepräsident Paul Studer (FDP) tritt als einziger nicht mehr an – nach 20 Jahren als Gemeindepräsident. «Ich bin zwar überhaupt nicht amtsmüde. Aber nächstes Jahr werde ich 74. Für junge Leute habe ich vielleicht nicht mehr die richtige Dynamik und das habe ich bei meinem Entscheid berücksichtigt», erklärt Studer. Die Würfel sind also gefallen.

Ansonsten beschäftigt sich Studer aber noch nicht gross mit dem Abschied: «Ich bin jetzt vor allem mit dem Budget für nächstes Jahr beschäftigt. Zurückschauen kann ich später», sagt Studer. Schliesslich geht es noch etwas mehr als sieben Monate, bis das Volk des rechten Limmattals seine Exekutivgremien erneuert. In diesen fünf Gemeinden findet der erste Wahlgang am 15. April statt. In anderen Limmattaler Gemeinden wird am 4. März gewählt.

Im Präsidentenamt könnte Gemeinderätin Rahel von Planta (FDP) auf Studer folgen. Den Willen zur Kandidatur hat sie ihren Exekutivkollegen bereits mitgeteilt. Nun werden sich die Ortsparteien damit befassen. «Ich halte sie für geeignet», sagt Parteikollege Paul Studer. Von Planta sagt, die bisherigen rund dreieinhalb Jahre im Gemeinderat hätten ihr sehr gut gefallen und sie fühle sich wohl: «Gerne möchte ich mich als Präsidentin engagieren. So würde zudem das Amt bei der FDP bleiben.»

Simon Wirth wird Spitzenkandidat

Auch im modernsten Limmattaler Gemeindehaus, in Unterengstringen, kam es vor kurzem zu einer besonders spannenden Sitzung. «Wir haben vor zwei Wochen über die Gesamterneuerungswahlen gesprochen», sagt Gemeindepräsident René Rey (FDP) und macht die grosse Kunde offiziell, dass er 2018 nicht mehr antritt. Seit zwei Jahrzehnten steht er im Dienst des Volkes: Zuerst war er acht Jahre in der Rechnungsprüfungskommission, nun ist er seit zwölf Jahren im Gemeinderat. Präsident wurde er 2015, nachdem Peter Trombik (FDP) verstorben war. Reys Entscheid hat mehrere Gründe.

«Natürlich spielt das Alter eine Rolle, ich werde nächstes Jahr 67. Dazu kommen persönliche Gründe, hatte ich vor vier Jahren doch eine schwere Erkrankung», führt Rey aus. Nun sei er gesund, aber man wisse nie, was komme. Auch darum werde es 2018 Zeit, das Feld einer neuen Generation zu überlassen. «Ich hatte aber immer Spass am Amt und habe auch heute Spass daran», so Rey, der zudem seit 2015 die Spitex rechtes Limmattal präsidiert – vor ihm hatte Paul Studer dieses Amt seit 2005 inne.

Als Reys Nachfolger wird Vizepräsident Simon Wirth (FDP) kandidieren. Neben Rey tritt auch Sicherheitsvorsteher Rolf Stucki (SVP) nicht mehr an, in dessen Amtszeit unter anderem die Gründung des Polizeiverbunds rechtes Limmattal sowie die Einführung von Tempo 30 fiel. Der Garagenbesitzer sagt: «Die Belastung mit den Aufgaben im Gemeinderat und dem eigenen Geschäft war in den letzten 12 Jahren recht hoch. Auch darum stelle ich mich – mit ein wenig Wehmut – nicht mehr zur Verfügung.»

Spannend bleibt es in Geroldswil. Die Gemeinderäte haben ihre Absichten einander schon mitgeteilt, treten damit aber noch nicht an die Öffentlichkeit. Eines ist klar: Es wird auch in Geroldswil Wechsel geben, wie Gemeindeschreiber Beat Meier bestätigt.

Wechsel zeichnen sich auch in Weiningen ab. Finanzvorstand Rolf Bärenbold (FDP) sagte im März zur Limmattaler Zeitung, dass er 2018 nicht antritt und Gemeindepräsident Hanspeter Haug (SVP) sagte 2015, dass die laufende Amtsperiode seine letzte sei, hat seither aber keine Stellung mehr dazu genommen. Der Gesamtgemeinderat befasst sich nach den Herbstferien mit den Erneuerungswahlen und teilt dann den Stand der Dinge mit.

Auch der Oberengstringer Gemeindepräsident André Bender (SVP) kann noch nicht definitiv vermelden, wer alles weitermacht. Er selber will jedenfalls nochmals kandidieren, wenn ihn die Partei bei der Generalversammlung im November dafür nominiert. «Vom ganzen Oberengstringer Gemeinderat wird man es voraussichtlich bis Ende Jahr wissen», so Bender weiter.

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