Dietikon

Per Livestream: In Dietikon kommen die Konzerte nun direkt ins Wohnzimmer

Kulturveranstaltungen in Dietikon können ab heute auch per Livestream verfolgt werden. Hier im Bild: Der Auftritt der Band Gigi Moto im Gleis 21 im Februar.

Kulturveranstaltungen in Dietikon können ab heute auch per Livestream verfolgt werden. Hier im Bild: Der Auftritt der Band Gigi Moto im Gleis 21 im Februar.

Die Stadt Dietikon überträgt ihre Kulturveranstaltungen neu auch per Livestream im Internet. Den Auftakt macht das Konzert des Perkussionisten Fabian Ziegler heute Abend um 20.15 Uhr im «Gleis 21».

Unter dem Label «Kultur Dietikon Digital» möchte die Kulturkommission der Stadt jenen Menschen, die einer Kulturveranstaltung fernbleiben möchten oder müssen, eine Alternative zum Live-Erlebnis bieten, wie es in einer Mitteilung heisst. So kann ein Grossteil der Veranstaltungen, die im «Gleis 21» stattfinden, direkt von zu Hause aus auf dem Smartphone, Computer oder Tablet angeschaut werden.
Interessierte können über den Veranstaltungskalender auf der städtischen Website ein Online-Ticket erwerben und erhalten dann einen Code, der sie von zu Hause aus am Liveerlebnis teilnehmen lässt. Ein Ticket kostet fünf Franken, für Besitzer des städtischen Kultur-Generalabonnements ist der Zugang kostenlos. Der Ticketverkauf wird wie beim normalen Online-­Vorverkauf über die Plattform Ticketpark abgewickelt. Auch die Events von «Theater Dietikon», die zurzeit ebenfalls im «Gleis 21» stattfinden, können so online aus dem eigenen Wohnzimmer geschaut werden.

Das von der Stadt finanzierte Projekt soll vorerst bis Ende Jahr andauern. In den letzten Monaten habe sich abgezeichnet, dass die Schutzverordnungen das städtische Kulturangebot vor grosse Hürden stellen werden, sagt Irene Brioschi, die Kulturbeauftragte Dietikons. Deshalb suchte sie mit ihrem Team nach Alternativen und gleiste die Online-Liveübertragungen auf. Die meisten Kunstschaffenden seien einverstanden gewesen mit der Idee, schliesslich sei das letzte Halbjahr auch für sie ein schwieriges gewesen: «Viele Künstler wurden nicht mehr gebucht und ohne Engagements wird es eng für sie. Veranstalter planen mittlerweile auch für nächstes Jahr nicht mehr», sagt Brioschi. Die Kulturlandschaft stagniere und verändere sich; die Künstler hätten realisiert, dass man nun auch in digitalen Dimensionen denken müsse.

Für die auftretenden Künstler ändert sich durch die Liveübertragungen auf der Bühne nichts. Eine Kamera überträgt das Geschehen im Vollbild – schlicht und ohne Schnitt. Ein Techniker kümmert sich um das Equipment und mischt den Ton professionell ab. Mit diesem neuen Zugang zu regionalen Kulturanlässen sollen auch jüngere und technikaffine Menschen angesprochen und für Kunst und Kultur begeistert werden, sagt Brioschi.

Werden Liveübertragungen zum Kultur-Alltag?

Sie könne sich vorstellen, dieses Zusatzangebot über die Coronakrise hinaus weiterzuführen. «Wir möchten Kultur möglichst vielen Leuten zugänglich machen.» Dies stösst auch bei den Verantwortlichen des «Gleis 21» auf offene Ohren. «Wir sind grundsätzlich offen für entsprechende Vorhaben», sagt Co-Präsidentin Carla Hohmeister. Trotzdem will das Kulturlokal in erster Linie Live-­Erlebnisse vor Ort anbieten und das Publikum persönlich begrüssen.

Meistgesehen

Artboard 1