Schlieren/Baden

Prototyp präsentiert: So sehen die Limmattalbahn-Haltestellen aus

Nun ist klar, wie die Haltestellen der Limmattalbahn aussehen werden: Auf der Schlieremer Geissweid steht jetzt der Prototyp.

Wie die 27 Haltestellen entlang der 13,4 Kilometer langen Strecke der Limmattalbahn dereinst aussehen (21 in Zürich, 6 im Aargau), zeigte sich am Dienstag auf der Schlieremer Geissweid. Dort wurde der Prototyp präsentiert, anhand dessen die Ausmasse der künftigen Haltestellen ersichtlich werden. Auf den jeweils 45 Meter langen und 2,8 Meter breiten Perrons wird zueinander versetzt eine je 12 Meter lange und 2,5 Meter breite Wartehalle pro Richtung erstellt. «Die Haltestellen kommen schlicht und elegant daher, besonders gefällt mir die Gestaltung der Glaswände», sagt Daniel Issler, Gesamtprojektleiter der Limmattalbahn AG.

Welch eine gewichtige Rolle die künftigen Ein- und Aussteigeorte dereinst einnehmen, betonte der verantwortliche Architekt Jürg Senn vom Architekturbüro 10 zu 8. «Bei solchen Haltestellen kreuzen sich die Wege, treffen die Menschen aufeinander. Hier entsteht das Stadtleben.»

NEUES VIDEOS VERWENDEN Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Die Redaktoren der Limmattalerzeitung sind die künftige Strecke schon einmal abgefahren, respektive abgelaufen.

Bereits bei der Platzierung der Haltestellen sei darauf geachtet worden, dass sie an strategisch sinnvollen Orten – teils bei bereits bestehenden Haltestellen – zu stehen kommen. Den Entwurf, mit welchem das Architekturteam punkten konnte, bezeichnet Senn folgendermassen: «Wir erstellen ein grosses Schwebedach – das zwei Tonnen wiegt – über einer langen Sitzbank aus einheimischem Holz. Eingefasst werden diese beiden Elemente von einem Glasvorhang.»

Grossen Wert legten die Planer auf die Glaswand. «Für uns war zentral – besonders im dicht bebauten Limmattal –, dass die Haltestellen grosse Transparenz aufweisen», sagte Senn weiter. Aus gestalterischer Sicht gilt es zu erwähnen, dass die Glaswand beidseitig mit grünen Punkten bedruckt ist. Einerseits aus Gründen des Vogelschutzes, andererseits habe man eine Vorhang-Wirkung erzielen wollen, die Wohnlichkeit ausstrahle. Farblich dominieren Erdtöne und verschiedene Graustufen. Der Bau einer solchen Haltestelle kostet rund 100'000 Franken, ohne die technischen Elemente wie etwa der Billettautomat.

An VBZ-Haltestellen orientiert

Bemerkenswert ist zudem, dass die Haltestellen über die verschiedenen Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg dieselben sein werden. «Wir orientierten uns an den gestalterischen Grundlagen der VBZ-Haltestellen, sorgen jedoch dafür, dass jene der Limmattalbahn stark identitätsfördernd sind», so Senn.

Diese Erfahrung machte der für die Realisierung zuständige Martin Burri von Burri Public Elements bereits bei der Gestaltung der Haltestellen der Glattalbahn. «Besonders für junge Menschen im Glattal sind die Gemeindegrenzen seit Inbetriebnahme der Bahn in den Hintergrund gerückt. Sie sehen sich als Glatttaler. Ich bin überzeugt, dass die einheitliche Gestaltung der Bahn-Haltestellen massgeblich dazu beigetragen hat», so Burri.
Mit dieser Prototyp-Haltestelle habe man einerseits die Gesamtwirkung und das Zusammenspiel der verschiedenen Elemente prüfen wollen, sagt Architekt Senn. «Doch testen wir auch die Funktionalität und die Materialität.» Kleine Anpassungen könne es also noch geben.

Übergabe nach den Sommerferien

Bereits nach den Sommerferien soll die Strassenverkehrsführung über die Geissweid der Öffentlichkeit übergeben werden. Die Verlängerung der Tramlinie 2 zwischen Zürich-Farbhof und Schlieren-Geissweid wird im Sommer 2019 in Betrieb genommen. Ob die zweite Etappe der Limmattalbahn definitiv erstellt wird, zeigt sich erst Ende Jahr. Dann befindet das Zürcher Stimmvolk über die Initiative «Stoppt die Limmattalbahn», in welcher der Verzicht auf den Bau der zweiten Etappe gefordert wird. Erst diese Woche entschied der Kantonsrat mit 162 zu einer Stimme, die Initiative nicht zu unterstützen.

Der Ausgang dieser Abstimmung wird keinen Einfluss auf die Erstellung der sieben Haltestellen haben, die im Rahmen der Verlängerung der Tramlinie 2 nach Schlieren erstellt werden. Die Erste wird im Frühling 2019 aufgebaut.

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