Handball

Schluss mit Larifari: Kombi aus Routiniers und jungen Talenten soll nun auch in der Zürcher Liga bestehen

HCDU-Urgestein Daniel Imhof (Mitte) geht auch in der neuen Saison für die Limmattaler auf Torejagd.

HCDU-Urgestein Daniel Imhof (Mitte) geht auch in der neuen Saison für die Limmattaler auf Torejagd.

Der Handballclub Dietikon-Urdorf organisiert sich neu und strebt nun auch bei den Männern nach sportlichem Erfolg.

Mit einem Heimspiel gegen die Spielgemeinschaft Küsnacht/Amicitia starten die 2.-Liga-Männer des Handballclubs Dietikon-Urdorf am Mittwoch, 15. September, in die neue Saison. Ebendieses Team wurde in den vergangenen Wochen komplett umgekrempelt und soll fortan nicht mehr als lustige Oldie-Truppe in den Kampf ziehen. In der Vergangenheit traf sich die Mannschaft, die mehrheitlich aus ehemaligen NLB- und 1.-Liga-Handballern besteht, statt zum seriösen Handballtraining einmal wöchentlich zum fröhlichen Basketballspielen in der Halle. «Wir schnappen uns einen Ball und spielen dann ein bisschen», plauderte einer der Akteure vor einem Jahr aus dem Nähkästchen.

Gegen die bedeutend jüngere Konkurrenz reichte es stets für den Klassenerhalt, in Abstiegsgefahr geriet man nie. Und wenn die Senioren – viele haben ihren 40. Geburtstag längst hinter sich – einmal schlecht drauf waren, setzte es halt eine Niederlage ab. Unvergessen das Statement des damaligen Trainers Markus Blättler, als man in der vorletzten Saison in einem Spiel gegen Wetzikon punktelos blieb: «Gegen Wetzikon hatten wir schlicht keine Lust.»

Doch jetzt ist Schluss mit Larifari. Die 2.-Liga-Truppe wurde mit talentierten jungen Akteuren der bisherigen 3.-Liga-Mannschaft des HCDU ergänzt und erhielt auch gleich noch eine neue sportliche Führung. Die wichtigste Änderung: Nun wird wieder zweimal wöchentlich jene Sportart trainiert, welche für einen Handball-Verein schicklich ist. «Der Re-Start ist geglückt, es herrscht eine sehr gute Stimmung im Team», freut sich HCDU-Vorstandsmitglied Philipp Albrecht.

Daniel Schütterle (links) und Tobias Schoch haben neu das Sagen im 2.-Liga-Team des HC Dietikon-Urdorf.

Daniel Schütterle (links) und Tobias Schoch haben neu das Sagen im 2.-Liga-Team des HC Dietikon-Urdorf.

Er muss es wissen, schliesslich gehört er auch weiterhin zum Kader. Trainiert wird das Team von Tobias Schoch und Daniel Schütterle. Beide sind langjährige, ehemalige HCDU-­Spieler mit Trainererfahrung und grossem Vereinsbezug. Schoch orchestrierte bisher zusammen mit Markus Blättler die 2.-Liga-Truppe, Schütterle stösst von der bisherigen 3.-Liga-­Mannschaft dazu. «Nach drei Jahren praktisch inexistentem Trainingsbetrieb können wir die älteren Jungs natürlich nicht wie 20-Jährige durch die Halle scheuchen. Wir geben allen die nötige Angewöhnungszeit», stellt Schütterle mit einem Schmunzeln klar. Schoch ergänzt: «Die jungen Wilden und Schütti geben der Mannschaft neue Impulse. Die Routiniers kommen wieder regelmässig und mit Freude in die Halle.»

Drei Schritte in die Zukunft

Warum diese Neuausrichtung? «Nach dem corona-bedingten, abrupten Saisonende im Frühling nahm die sportliche Leitung einen radikalen Schnitt vor», führt Albrecht aus. «Unser Sportchef Luzi Tiefenauer analysierte die aktuelle Situation und stellte drei Schritte vor, um erfolgreich in die Zukunft zu gehen.» Schritt eins: Rückzug der jungen 3.-Liga-Truppe und Integration von fünf Spielern bei den Routiniers in der 2. Liga. Schritt zwei: Personelle Unterstützung des 3.-Liga-Partnervereins HC Limmat. Schritt drei: Wiederaufnahme des regelmässigen Trainingsbetriebs der 2.-Liga-Mannschaft. Aktuell umfasst die Kaderliste 24 Namen. «Aufgrund der beruflichen und familiären Situation der Spieler sind Absenzen absehbar und jeder wird seinen Anteil zum Gelingen beitragen müssen», hält Schoch fest.

Und noch etwas ist neu: Statt wie bisher in der Basler und Aargauer Gruppe sind die Limmattaler nun wieder in die Zürcher 2.-Liga-Gruppe eingeteilt. Dort warten hochkarätige Gegner wie beispielsweise Küsnacht, Uster oder Unterstrass. Co-Trainer Schütterle zur sportlichen Zielsetzung: «Wir streben möglichst rasch den Ligaerhalt an. Weiter wollen wir den Spassfaktor hochhalten, allen Spielern ausreichend Einsatzzeit geben und attraktiven Handball spielen.» Das Team hat sich auch dazu verpflichtet, sich für ein aktives Vereinsleben zu engagieren. Albrecht: «Wichtig ist, dass die Mannschaft sichtbar ist, sowohl für unsere Mitglieder als auch für unsere externen Partner. Praktisch alle Spieler sind in der HCDU-­Family gross geworden.»

Vergleichsweise ruhig geht es in den Wochen vor dem Saisonstart im 2.-Liga-Damenteam zu und her. Unter der sportlichen Leitung von Tobias Zatti und Rückkehrer Peach Rusert streben die Limmattalerinnen den Wiederaufstieg in die 1. Liga an. Von Corona wurden sie im vergangenen Winter quasi auf der Ziellinie abgefangen. Los gehts am Samstag, 12. September, mit einem Heimspiel in Urdorf gegen Meilen/Stäfa.

Trotz Corona neuen Sponsor gefunden

Wie erfolgreich der Klub, der 1993 aus dem HC Urdorf/Stapo und dem HC Dietikon hervorgegangen ist, im kommenden Herbst und Winter sportlich sein wird, bleibt abzuwarten. Neben dem Feld können die Verantwortlichen indes bereits Vollzug melden: Trotz der Coronakrise gelang es, einen Hosensponsor zu verpflichten. Und das traditionelle Nachwuchs-Trainingslager in Bütschwil dürfte auch heuer zu einem Erfolg werden. Für die sportliche Woche im Toggenburg in den Herbstferien haben sich bereits 75 Kinder und Jugendliche angemeldet. Mehr geht nicht, die Anmeldungen wurden inzwischen gestoppt.

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