Oetwil

Seit 36 Jahren gehört er zu den jüngsten Sängern im Chor

Daniel Dittli freut sich auf ein abwechslungsreiches Chränzli 2019.

Daniel Dittli singt seit Jahren im Heimetchor Limmiggruess mit und präsidiert den Verein seit 2001.

Der Heimetchor Limmiggruess lädt einmal im Jahr zum traditionellen Chränzli in die Gemeindescheune Oetwil ein. 16 Personen stehen als aktive Mitglieder auf der Bühne und singen die Lieder, die sie einmal in der Woche gemeinsam proben. Ergänzt wird dieser Auftritt mit einem Lustspiel. Der Chor kann auf eine lange Tradition zurückblicken und feierte 2016 das siebzigjährige Bestehen. Der Weg geht für die Aktiven auch deshalb weiter, weil Daniel Dittli den Verein seit über 18 Jahren präsidiert und die anfallenden kleinen und grösseren Aufgaben übernimmt. «Es ist wichtig, dass man in der Gemeinschaft etwas bewegt. Ich kann nicht verstehen, wie man gar nichts machen kann und sich nirgendwo beteiligt», sagt er. Das Singen wirke befreiend, die zweitägigen Ausflüge seien immer toll und das Chränzli seit Jahren ein sehr gut besuchter Anlass und sein Highlight, fasst Dittli seine Leidenschaft zusammen.

Der Verein engagiert sich am Dorfleben

Dittli ist in Oetwil aufgewachsen und wohnt mit seiner Familie nach wie vor in diesem Ort. Bereits mit 21 Jahren hatte er sich damals entschieden, dem Chor beizutreten. «Früher war man in der Feuerwehr oder im Turnverein aktiv und kam so automatisch in Kontakt mit anderen Vereinen», sagt er. Heute gehöre er mit seinen 57 Jahren immer noch zu den jüngsten Sängern. Fest verankert in den Gemeinden Oetwil und Geroldswil, engagieren sich die Mitglieder des Heimetchors auch an diversen Anlässen unter dem Jahr. Man müsse Präsenz zeigen, das sei wichtig, findet Dittli. So sind die Sängerinnen und Sänger etwa am Oetwiler Kellerfest oder beim Adventssingen im Dezember in derselben Gemeinde zugegen.
Der Verein kann dabei dank mehr als 200 Mitgliedern auf viele helfende Hände im Hintergrund zählen. Es sind oftmals die passiven Mitglieder, die sich einsetzen. «Manchmal wünsche ich mir, dass sich mehr beteiligen; es sind immer dieselben engagierten Personen, die mithelfen», so Dittli weiter. Bei den Aktiven hingegen, die auch am Chränzli zu hören sind, schwindet die Anzahl seit geraumer Zeit. «Es ist eine grosse Geduldsprobe, bis neue Mitglieder zu uns stossen», sagt er.

Dittli zeichnet ein eher düsteres Bild der Zukunft

Der Präsident spricht die Problematik des fehlenden Nachwuchses beim Chor an, ohne die Situation dabei beschönigen zu wollen. Auch die Antwort auf die Frage seiner Motivation für seine langjährige Tätigkeit als Präsident fällt eher ernüchternd aus: «Weil es kein anderer Esel macht», sagt er und lacht. «Es gibt nicht sehr viel zu tun, aber all das, was in einem Jahr ansteht, muss man eben machen», sagt er.
Der Verein habe auch deshalb keine Homepage, weil er einen schlecht betreuten Online-Auftritt verhindern wolle: «Wenn wir eine Homepage betreiben, dann muss sie jemand à jour halten; es ist mir lieber, wir haben keine, als eine, die nicht aktualisiert wird», sagt er.

Trotz der schwierigen Zeit singen die Aktiven weiter

Auch Bemühungen über Werbung, um neue Mitglieder zu gewinnen, hätten in der Vergangenheit nicht gefruchtet. «Ich bin der Meinung, dass Mundpropaganda noch immer die beste Werbung ist. Wir versuchen durch die Zusammenarbeit mit dem Turnverein Oetwil, auch neue Mitglieder für die Zukunft zu gewinnen.» Am Freitag- und Samstagabend heisst es für die Aktiven am Chränzli – der Erfolgsgeschichte des Vereins – ein weiteres Mal: Vorhang auf!

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Autor

Cynthia Mira

Cynthia Mira

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