Limmattal

So wütet Covid-19 in den Stadt- und Gemeindehäusern der Region

Nicht auf jeder Gemeindeverwaltung ist die Arbeit im Homeoffice möglich.

Nicht auf jeder Gemeindeverwaltung ist die Arbeit im Homeoffice möglich.

Sechs Limmattaler Gemeindeverwaltungen blieben bislang von Corona-Infektionen verschont. Andere traf es dafür stark, wie eine Umfrage bei den Gemeindeschreibern zeigt.

Die Coronapandemie trifft die Limmattaler Gemeinden unterschiedlich stark. So gibt es solche, die ihre Verwaltung temporär schliessen mussten und solche, die bislang noch keinen einzigen Fall zu verzeichnen hatten. Alle haben jedoch etwas gemein: Weil man aus der ersten Welle Lehren zog, geht man gelassener auf die zweite zu.

So spüre etwa die Oberengstringer Verwaltung die zweite Welle viel deutlicher als die erste, wie Gemeindeschreiber Matthias Ebnöther auf Anfrage sagt. Von den 30 Gemeindeangestellten wurden bislang sieben positiv auf das Virus getestet. Zwölf gingen aufgrund eines Coronaverdachts in Quarantäne. «Man ist ruhiger und abgeklärter, obwohl uns das Virus bezüglich Fall- und Quarantäne-Zahlen härter trifft als im Frühling», sagt er. Auch in Schlieren hinterliess die Pandemie ihre Spuren: So musste der Schalter der Steuerverwaltung für einige Tage geschlossen werden, wie Geschäftsführer Patrick Schärer auf Anfrage sagt. «Auch wir spüren die zweite Welle sehr viel deutlicher als die erste», fügt er an. Bislang wurden zehn der zirka 400 Mitarbeitenden der Stadt positiv getestet, rund doppelt so viele mussten in Quarantäne. «Wir behalten uns vor, die Verwaltung wie im Frühling nur morgens zu öffnen, weil ein Betrieb mit reduziertem Pensum nur schwer möglich ist.»

Die Geroldswiler Verwaltung ist seit Montag wieder offen

Noch sind auch in Dietikon die Schalter zu den gewohnten Öffnungszeiten bedient. «Doch auch wir spüren die zweite Welle heftiger», sagt Michael Weber. Der Leiter der Dietiker Sicherheits- und Gesundheitsabteilung verweist darauf, dass man das Personal eng begleite und eine interne Coronahotline für die rund 400 Stadtangestellten, – rund 180 von ihnen arbeiten im Stadthaus – eingerichtet habe. Total wurden bisher 11 positive Fälle verzeichnet, 18 weitere Personen mussten sich in Isolation begeben. Weber zeigt sich optimistisch, denn die Maskenpflicht werde vom Personal wie auch von den Besuchern äusserst gut eingehalten.

Einen Schreckensmoment gab es vergangene Woche auf der Geroldswiler Gemeindeverwaltung. Zwei Mitarbeiterinnen aus unterschiedlichen Abteilungen wurden positiv auf Covid-19 getestet. Als Massnahme schloss die Gemeindeverwaltung während einer Woche für die Öffentlichkeit. Seit diesem Montag ist sie wieder zu den regulären Öffnungszeiten besuchbar. Auch bei den Uitiker Gemeindeangestellten habe es drei Personen gegeben, die positiv getestet wurden, sagt Gemeindeschreiber Sinisa Kostic auf Anfrage . Weil sich ein Werkhof-Mitarbeiter angesteckt hatte, unterzogen sich fünf Teammitglieder einem Covid-19-Test, was einen weiteren positiven Fall hervorgebracht habe. In der rund 20 Personen zählenden Verwaltung habe es nur einen Fall gegeben. «Da diese Person aber keine oder nur sehr kurze Kontakte mit genügend Abstand zu anderen Personen der Verwaltung gehabt hatte, konnten wir von einer Schliessung der Verwaltung absehen», so Kostic.

Auf der Urdorfer Verwaltung, die 81 Mitarbeitende zählt, wurden bislang keine Coronafälle verzeichnet. Drei Personen mussten aber vorübergehend in Quarantäne. Trotz tiefer Zahlen sei die derzeitige Covid-19-Situation unmittelbarer als noch im Frühling, sagt Leiter Stab Patrick Müller. «Verwaltung und Betriebe sind so organisiert, dass die Mitarbeitenden im Rahmen des Möglichen geschützt sind und der Betrieb aufrechterhalten werden kann», sagt er. Heimarbeit werde praktiziert, wo diese möglich und sinnvoll sei.

Die restlichen Verwaltungen haben noch keinen Coronafall

In Birmensdorf habe sich aufgrund der strengen Maskenpflicht bislang noch keiner der rund 50 Mitarbeitenden in Quarantäne begeben müssen, wie Gemeindeschreiber Andreas Strahm auf Anfrage sagt. «In einigen Fällen warteten Mitarbeitende mit Symptomen zu Hause auf ihr negatives Testergebnis», sagt er. Homeoffice mache derweil niemand. Dennoch würden die mittel- und langfristigen Konsequenzen der Gemeinde Sorgen bereiten.

Weiningen sei mit seinen 25 Verwaltungsangestellten bislang von Ansteckungen verschont geblieben, wie ein Sprecher der Gemeinde auf Anfrage sagt. Vorteilhaft sei in diesem Fall wohl, dass sich die Verwaltung auf mehrere Gebäude verteile. Rund zehnmal seit Frühling hätten sich Angestellte in Quarantäne begeben müssen. Vom Arbeiten im Homeoffice werde derweil abgesehen, da sich gezeigt habe, dass die Umstände dafür ungünstig seien.

Auch auf der Unterengstringer Gemeindeverwaltung kam es zu vereinzelten Fällen, bei denen Mitarbeitende in Quarantäne mussten. Positiv getestet wurde hingegen niemand, wie Gemeindeschreiber Pascal Brun auf Anfrage sagt. Im kaufmännischen Bereich arbeite derzeit rund die Hälfte von zu Hause aus.

Auch in Bergdietikon und Oetwil verzeichnet man noch keine Coronafälle auf den Verwaltungen. Dies bei 17 beziehungsweise 13 Gemeindeangestellten. In Bergdietikon wie auch in Oetwil begaben sich jeweils zwei Personen in Sicherheitsquarantäne. Der Oetwiler Gemeindeschreiber Pierluigi Chiodini verweist darauf, dass die erste Welle rückwirkend prägnanter in Erinnerung sei. «Da die bestehenden Schutzkonzepte lediglich angepasst werden mussten, ist die Bewältigung der zweiten Welle aus Sicht der Verwaltung mit weniger Aufwand verbunden», sagt er. Das Kundenverhalten mit Maskenpflicht sei vorbildlich. Eine Anfrage dieser Zeitung bei der Aescher Gemeindeverwaltung wurde ausgeschlagen mit dem Verweis, nicht an dieser Erhebung teilnehmen zu wollen.

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