Limmattal
Sommernächte führen zu mehr Littering entlang der Limmat

Bis Ende Juli 2013 wurden durch die Stadtpolizei Dietikon rund 100 Ordnungsbussen wegen Littering ausgestellt. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2012 wurden insgesamt 153 Litteringbussen verteilt.

Anina Gepp
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Damit an Grillplätzen kein Abfall liegen bleibt, stellt der Werkhof Schlieren einen grossen Container zur Verfügung (Symbolbild).

Damit an Grillplätzen kein Abfall liegen bleibt, stellt der Werkhof Schlieren einen grossen Container zur Verfügung (Symbolbild).

Keystone

Achtlos weggeworfener Abfall sorgt immer wieder für rote Köpfe bei der Dietiker Bevölkerung. Während der vergangenen heissen Sommermonate kam es besonders entlang der Limmat vermehrt zu Littering. Obwohl die vorhandenen Abfalleimer in der Stadt bereits Anfang Jahr vergrössert und 50 zusätzliche aufgestellt wurden, bleibt das Litteringproblem bestehen.

Bis Ende Juli 2013 wurden durch die Stadtpolizei Dietikon rund 100 Ordnungsbussen wegen Littering ausgestellt. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2012 wurden insgesamt 153 Litteringbussen verteilt. Gerade in einem schönen Sommer gäbe es mehr Abfall, da sich mehr Leute im Freien aufhalten, sagt Thomas Winkelmann, Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung Dietikon. «Littering ist aber kein saisonales Problem, sondern ein dauerhaftes», so Winkelmann.

Machtlos gegen die Abfallmengen

Dietikon ist nicht alleine mit seinem Abfallproblem. Im Sommer wird auch am Limmatufer in Unterengstringen gerne grilliert, getrunken und gegessen. Entsprechend viel Abfall bleibt liegen, besonders an den Wochenenden.

«Es sind schlimme Zustände, die unsere Werkarbeiter jeweils am Montagmorgen antreffen», sagt Charlotte Kälin, Leiterin des Gesundheits- und Polizeisekretariats in Unterengstringen. «Mehrere Stunden sind sie unterwegs, um den Abfall einzusammeln.» In diesem Sommer seien besonders oft Einweggrills gefunden worden, die noch heiss liegen gelassen wurden.

Gegen die Abfallmengen sei die Gemeinde oft machtlos. Es sei schon vieles unternommen worden, doch weder Abfalleimer noch zusätzlich aufgestellte Container würden dem Problem am Limmatufer Abhilfe schaffen, so Kälin. «Wir können schlecht das ganze Ufer mit Anschlägen zupflastern. Es liegt an den Menschen, Verantwortung zu übernehmen und ihren Abfall richtig zu entsorgen.»

Im Dorf selbst habe man weniger Probleme mit Littering, so Kälin. «Wir sind stetig im Gespräch mit umliegenden Gemeinden. Vom Problem des Littering sind alle gleichermassen betroffen.»

Container als günstigste Lösung

Markus Moosmann, Bereichsleiter des Abfuhrwesens Schlieren, konnte diesen Sommer zwei Brennpunkte in der Stadt feststellen, an denen es zu mehr Abfall kam. «Auf der Kampwiese bräteln an warmen Sommerabenden bis zu 100 Personen. Sämtliche Abfallkübel wurden daher durch einen grossen Container ersetzt», so Moosmann. Es gebe Leute, die ihren Abfall vorbildlich in einem Gebührensack deponierten - aber auch solche, die ihn einfach lose in den Container schmissen, so Moosmann.

«Uns kommt es auf jeden Fall günstiger, diesen Container zur Verfügung zu stellen, als nach den Wochenenden eine Stunde lang mühsam den Abfall zusammensuchen zu müssen.» Daher sei der Container eine gute Lösung, zumal die Wiese dadurch meistens nicht auch noch voller Müll sei. «Das Ziel wäre eigentlich, dass jeder seinen Abfall mit nach Hause nimmt, doch das ist schlichtweg nicht umsetzbar», sagt Moosmann.

Auch am alten Reitplatz in Schlieren wird oft und gerne Abfall liegen gelassen. Dort steht deshalb das ganze Jahr hindurch ein Container. «Wir bemerken aber keine Abfallzunahme im Sommer», sagt Moosmann. Im Gegensatz zur Kampwiese habe der alte Reitplatz den Vorteil, dass man ihn nur zu Fuss erreichen könne und die Leute so tendenziell weniger Sachen mitschleppten, die später zu Abfall führten.

Nachhaltiges Zeichen setzen

Um die Bevölkerung auf den liegen gelassenen Abfall aufmerksam zu machen, beteiligt sich Birmensdorf dieses Jahr am nationalen Clean-Up Day. Gemeinde, Firmen und Schulen aus der ganzen Schweiz können sich daran beteiligen und mit einer Aktion ein nachhaltiges Zeichen gegen Littering setzten. Am 21. September sammeln Jugendliche und Lernende der Gemeinde in Birmensdorf sämtlichen Abfall auf dem Wüeriplatz und den Schulhausplätzen zusammen. In einer transparenten Litfasssäule soll das Gefundene den Einwohnern präsentiert werden.

Da sich das Datum des Clean-Up Days mit dem Herbstmarkt der Gemeinde überschneidet, werden besonders viele Leute mit dem Abfallberg konfrontiert werden. «Wir haben zusätzlich einen Stand, den wir zusammen mit unserer Jugendsozialarbeiterin betreiben, um auf das Thema Littering aufmerksam machen», sagt Daniela Suppiger, Leiterin Einwohnerkontrolle und Gesundheit Birmensdorf. Ausserdem finde ein Wettbewerb statt, bei dem geschätzt werden kann, wie viel Abfall sich alleine an diesem Tag ansammelte.

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