Urdorf

Teenager erhalten bald ihren eigenen Treffpunkt — sowohl live als auch digital

Im geplanten Jugendtreff werden Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren zusammen Zeit verbringen können. (Symbolbild)

Im geplanten Jugendtreff werden Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren zusammen Zeit verbringen können. (Symbolbild)

Die Gemeinde Urdorf macht sich für den Nachwuchs stark: Das aktuelle Angebot für 12 bis 17-Jährige wird im nächsten Jahr ausgebaut. Mit diversen Massnahmen möchte der Gemeinderat Jugendliche künftig besser unterstützen und fördern.

«Hängen»: Eine der liebsten Freizeitbeschäftigung von Jugendlichen. Jedenfalls wenn es nach einer Analyse der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) geht. Als Grundlage dienten der Hochschule Interviews mit Jugendlichen, Fachpersonen, Eltern und der Gemeinde.

Für die Jugendlichen bedeutet «hängen» aber nicht nur faul rumzuliegen. Für sie heisst «hängen» auch, gemütlich Zeit mit Freunden zu verbringen, Gespräche zu führen oder gemeinsam zu gamen. Hauptsache, man ist zusammen. In Urdorf soll es dafür bald einen eigenen Raum geben.

Dort können Teenager künftig ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen – sowohl live als auch digital. Dies hat der Gemeinderat in seiner aktualisierten Jugendstrategie beschlossen, wie die Gemeinde mitteilt. Als Grundlage dienten das gemeinderätliche Leitbild «Urdorf 2030» sowie die externe Analyse der ZHAW.

Bisheriges Angebot soll integriert werden

Als Teil der aktualisierten Jugendstrategie sind ein räumlich gut gelegener Treffpunkt sowie ein digitaler Sozialraum vorgesehen. In Kombination mit den bisherigen Angeboten sollen Jugendliche dadurch besser unterstützt werden. Das aktuelle Angebot besteht hauptsächlich aus organisierten Aktivitäten. Einige Beispiele sind etwa die Ice-Disco, der alljährliche Ferienspass oder themenspezifische Workshops. Weil diese Aktivitäten gut ankommen, sollen sie auch künftig fortgeführt werden – aber unter neuer Leitung.

Die Jugendkommission wird aufs kommende Jahr neu besetzt: Die heutige Funktion der Jugendbeauftragten wird auf die beiden Funktionen Jugendbeauftragte und Jugendarbeitende aufgeteilt. Die Leiterin der Jugendabteilung koordiniert als Schnittstelle die Jugendarbeitenden, nimmt an den Jugendkommissionssitzungen teil und leitet diese. «Sie ist die Bezugsperson für Gemeinde und Politik», sagt Sozialvorstand Olivier Buchs (FDP).

Ansprechpersonen für Jugendliche und Eltern sind künftig die Jugendarbeitenden. «Der Gemeinderat wird im ersten Quartal des neuen Jahres über die Neubesetzung bestimmen und das Auswahlverfahren für einen externen Anbieter für die Jugendarbeit abschliessen», sagt Buchs. Neu ist auch das Alterssegment klar definiert: «Das Angebot richtet sich an Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren», sagt Buchs.

Bisherige Jugendarbeit wird als träge empfunden

Bisher war die Jugendarbeit in Urdorf eher träge, wie aus der Analyse der ZHAW hervorgeht: Die Interview-Partner empfanden die Jugendarbeit als wenig konkurrenzfähig. Ebenfalls kritisiert wurde die derzeitige räumliche Verortung der Jugendarbeit. Momentan befindet sie sich in der Gemeindeverwaltung. Für die Jugendlichen stelle dieser Ort eine Hemmschwelle dar. Zudem sei die Jugendarbeit dadurch im Alltag sowie im öffentlichen Raum wenig sichtbar.

Aus der Analyse geht aber auch Positives hervor: So verspüren die Jugendlichen anscheinend eine starke Identifikation mit der Gemeinde Urdorf. Trotz guter Verkehrsanbindungen zu den umliegenden Gemeinden und Zürich würden sie es vorziehen, ihre Freizeit in Urdorf zu verbringen.

Zudem seien die Jugendlichen untereinander gut vernetzt, Konflikte seien sehr selten. Aktuell treffen sich die Teenager hauptsächlich an Plätzen wie dem Schulhausareal, dem «roten Platz» beim «Chinesenhüttli» oder dem Migros-Parkplatz. Und dort verbringen sie ihre Zeit eben gerne mit «hängen».

Ein Teil der Jubiläumsdividende fliesst in die Jugend

Finanziert wird der neue Treffpunkt und die weiteren Massnahmen durch einen Teil der Jubiläumsdividende der Zürcher Kantonalbank. 50'000 Franken der insgesamt 300'000 Franken, die Urdorf zustehen, sollen einmalig der Jugend zugutekommen.

Die Gemeinde anerkennt damit ein Bedürfnis, das vor allem von Eltern geäussert wurde. «Der Gemeinderat strebt an, dass in Urdorf entlang aller Lebensphasen bedarfsgerechte kommunale Angebote bestehen», sagt Buchs. «Dazu gehört auch eine die zeitgemässen Anforderungen erfüllende Jugendarbeit.» Wo und wann der Treffpunkt in Betrieb genommen wird, sei derzeit aber noch offen.

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