Uitikon
Umgestürzter Kran: Strasse ist für den Verkehr wieder frei – Bau verzögert sich nicht

Die Folgeschäden des umgestürzten Krans bei der Baustelle der Überbauung „Sunshine Scenery“ in Uitikon halten sich in Grenzen. Seit Mittwochmorgen ist die Schlierenstrasse wieder befahrbar, der Bezugstermin der Eigentumswohnungen ist weiterhin im Ok

Alex Rudolf
Merken
Drucken
Teilen

Wie die ZVV meldet, konnten die Aufräumarbeiten in der Nacht auf Mittwoch beendet werden. Die Schlierenstrasse in Uitikon ist somit für sämtliche Verkehrsmittel wieder frei befahrbar.

Um neun Uhr morgens krachte der Kran in die Gebäude im Rohbau. Bild: Alex Rudolf
11 Bilder
Auch von den Feldern unter der Siedlung ist das Malheur mit dem Kran gut zu sehen. Bild: Alex Rudolf
Die Spitze des Krans wurde offensichtlich so gebogen, dass sie gerade gen Himmel zeigt. Bild: Alex Rudolf
Vom Balkon des Ehepars Egli zeigt sich, dass der Schaden an den Gebäuden nicht so gross sein. Bild: Alex Rudolf
Die Schlierenstrasse war für den Verkehr beidseitig gesperrt. Bild: Alex Rudolf
Die Arbeiten auf der Baustelle mussten nur im Gebiet des Krans eingestellt werden. Bild: Alex Rudolf
Der imposante Kran kippte seitwärts auf die Uitiker Neubausiedlung. Bild: Alex Rudolf
Wann die Aufräumarbeiten erledigt sind, weiss die Polizei noch nicht. Bild: Alex Rudolf
Der Fahrzeugteil wurde durch das Kippen des Kranarms angehoben. Bild: Alex Rudolf
Der gekippte Kran muss mittels herbeigeschafften Kränen wieder aufgestellt werden.
In Dietikon ereignete sich im Juni 2014 ein ähnlicher Unfall.

Um neun Uhr morgens krachte der Kran in die Gebäude im Rohbau. Bild: Alex Rudolf

Limmattaler Zeitung

Ein mobiler Baukran war am Dienstagvormittag dabei, Glaspalette abzuladen, als er aus bisher unbekannten Gründen auf die rechte Seite kippte. Der Ausleger des Gerätes krachte auf einen Teil der Neubausiedlung sowie auf Teile der Schlierenstrasse. Die Ursache wird von der Zürcher Kantonspolizei, dem forensischen Institut Zürich sowie der Staatsanwalt Limmattal / Albis untersucht.

Wie die ZVV meldet, konnten die Aufräumarbeiten in der Nacht auf Mittwoch beendet werden. Die Schlierenstrasse in Uitikon ist somit für sämtliche Verkehrsmittel wieder frei befahrbar.

Für die künftigen Besitzer der 76 Eigentumswohnungen, ergeben sich keine Verzögerungen, wie die Totalunternehmerin HRS Real Estate AG auf Anfrage erklärt. „Bereits am Mittwoch konnte mit der Sanierung des Daches begonnen werden“, sagt sie. Zudem sei bereits ein Statiker auf der Baustelle, der das Gebäude auf weitere Schäden untersuche.: „Die Wohnungen der zweiten Etappe können planmässig im kommenden Oktober bezogen werden“, so die Sprecherin weiter. Über die Schadenssumme wisse man noch nichts Genaueres. Nur: Bei der von der Kantonspolizei Zürich gemachten Schätzung von mehreren Hunderttausend Franken, seien auch die Schäden am Kran enthalten. „Die Sanierungskosten am Gebäude können im Moment noch nicht genau beziffert werden“, so die Totalunternehmerin weiter.

Feierabendverkehr betroffen

Am Dienstag herrschte in Uitikon noch Ausnahmezustand. Von der Schliessung der Schlierenstrasse war nicht nur der motorisierte Individualverkehr betroffen, sondern auch der Busverkehr. Der Ortsbus der Linie 201 verkehrte nur noch zwischen Uitikon Dorf und Bahnhof Waldegg, die Haltestellen Wängi, Gläsern und Roracher konnten nicht angefahren werden – bis nach dem Feierabendverkehr.

Zwei italienische Bauarbeiter, die ihre Namen nicht nennen wollen, aber beim Unfall zugegen waren, halten den Kransturz für unspektakulär. «Unsere Maschinen waren derart laut, dass man absolut nichts anderes hörte», sagt der eine. Der andere machte um neun jedoch eine kleine Pause. «Ja, ich habe gehört, wie es Rums gemacht hat. Auffällig laut war das Geräusch jedoch nicht», sagt er und vergleicht die Lautstärke mit anderen lärmintensiven Arbeiten rund um eine Baustelle.

Heute jährt sich der Sturz eines Krans im Dietiker Gjuchquartier, erst im Oktober letzten Jahres kam es in Affoltern am Albis zu einem vergleichbaren Unfall. Was können die Gründe sein? Markus Grosser von Richi Weiningen verwaltet die Kräne des Unternehmens und hat bereits den einen oder anderen gestürzten Kran wieder aufrichten müssen. «Zwar kommt diese Art von Unfall nicht oft vor, aber jeder ist natürlich einer zu viel», sagt Grosser. Es gebe zwei Hauptgründe, weshalb Kräne stürzen: «Der Platz auf der Baustelle erlaubt manchmal eine optimale Abstützungsfläche von rund 100 Quadratmetern nicht», sagt Grosser. Weil die Stützen nicht ganz ausgefahren werden können, fehle somit der Halt. Auch komme es vor, dass der Untergrund – in Extremfällen habe man einen Stützdruck von bis zu 100 Tonnen – nachgebe. «Menschliches Versagen des Kranführers ist hingegen sehr selten der Grund, da diese eine fundierte Ausbildung durchlaufen», so Grosser. (aru)