Coronavirus

«Unsere Situation ist nicht so schlecht»: Restaurant Hochwacht auf Lägerngrat startet mit Take-away

Seit Ende August 2016 ist der Restaurantbetrieb auf der Hochwacht eingestellt. Nun ist das Gebäude erneuert.

Seit Ende August 2016 ist der Restaurantbetrieb auf der Hochwacht eingestellt. Nun ist das Gebäude erneuert.

Eigentlich hätte das Restaurant auf dem Lägerngrat am 8. Mai wieder eröffnen sollen. Nun gibt es Wurst vom Grill.

Am 8. Mai hätte die Hochwacht auf dem Lägerngrat nach vier Jahren Bauzeit endlich wieder eröffnen sollen. Die Fans des beliebten Ausflugziels auf 850 Meter über Meer mussten sich lange gedulden – und nun ist die Wiedereröffnung abermals verschoben – bis die bundesrätlich angeordnete Restaurantschliessung aufgehoben ist.

Auch die Eröffnungsfeier, die für Auffahrt geplant war, am Donnerstag, 22. Mai also, ist abgesagt. Das Pächterpaar Irene Bolliger und Urs Fankhauser hat die Coronakrise mitten in den Vorbereitungen zur Restauranteröffnung erwischt. Doch die Vorfreude auf den Tag, an dem «ihre» Gaststube sich endlich mit Leben füllt, ist ungebrochen.

Das Paar wird am 28. April in die Wirtewohnung im historischen Turm des Ausflugslokals einziehen. Denn am 8. Mai will es die Gäste vor dem Restaurant bedienen. Statt regionaler Spezialitäten in der gemüt­lichen Gaststube bieten die Hochwachtwirte ab dem 8. Mai ein Angebot zum Mitnehmen: Würste vom Grill, Nussgipfel und Kuchen. Auch beim Take-away bleibt das Wirtepaar bei seinem Grundsatz, ausschliesslich regionale Produkte zu verwenden. So beziehen Bolliger und Fankhauser die Würste von einer Metzgerei der Region, Brot und Nussgipfel von einer Bäckerei im aargauischen Lengnau. Die Kuchen bäckt Bolliger ­selber.

Sanfter Einstieg

Zum Trinken will das Wirtepaar Mineralwasser, Kaffee und Bier ausschenken, Bier aus der Wettinger Brauerei Lägerebräu. Der Verkaufsstand auf der Lägern wird von 9 bis 20 Uhr bedient sein, wobei Montag und Dienstag Ruhetage sind. Ganz strikt seien die Öffnungszei­ten allerdings nicht gemeint: «Abends werden wir den Grill nach Bedarf offen haben», sagt Bolliger. Irene Bolliger gewinnt dem Eröffnungsverbot für ihr Restaurant gar eine positive Seite ab.

«Für uns bedeutet es einen sanften Einstieg in den Betrieb der Hochwacht.» Ihre Freude auf die Eröffnung sei dennoch ungebrochen gross. Bis es so weit ist, wird das Wirtepaar persönlich hinter dem Grill und dem Verkaufsstand stehen. «Unsere Situation ist nicht so schlecht», sagt Bolliger. Noch seien keine Arbeitsverträge unterzeichnet. Darum müssten sie sich um keine Mitarbeitende sorgen, sagt die Wirtin mit einem Seufzer der Erleichterung. «Mit dem Take-away werden wir immerhin ein bisschen Einnahmen haben, aber keine hohen Ausgaben.»

Das anhaltend schöne Wetter zieht bereits vor der geplanten Hochwacht-Eröffnung viele Ausflüglerinnen, Wanderer und Biker auf die Lägern. Besonders an den Wochenenden sei der Parkplatz am Ostfuss der Lägern sehr gut besetzt, weiss Bolliger. Angst, von Ausflüglern überrannt zu werden, hat sie nicht. Dennoch spricht sie von einer Herausforderung.

Denn Sitzgelegenheiten wie Stühle und Bänke dürfen Restaurants auch im Freien derzeit keine anbieten. «Die Gäste müssen sich selber ein Plätzchen zum Sitzen suchen, etwa in der Wiese oder auf der Mauer vor dem Restaurant.» Dass die coronabedingte Distanzregel von zwei Metern eingehalten wird, liege in der Verantwortung der Gäste.

Der Hochwacht-Parkplatz an der Verbindungsstrasse zwischen Regensberg und Boppelsen ist derzeit offen. Doch weil das kantonale Tiefbauamt zwischen Regensberg und dem Parkplatz eine Natursteinstützmauer erneuert, ist die Strasse in diesem Abschnitt bis Ende Juli gesperrt. Während der Bauzeit ist der Parkplatz also nur von Boppelsen aus erreichbar. Doch bis die Gastrobetriebe wieder öffnen dürfen und auch die Hochwacht endlich Gäste in der neuen Wirtsstube begrüssen kann, dürfte man den Parkplatz bald auch wieder von der Regensberger Seite erreichen.

Bis zu diesem Zeitpunkt werden Bolliger und Fankhauser für den Ansturm auf der Lägern bestens vorbereitet sein. «Dann werden wir auch die Eröffnungsfeier nachholen», verspricht Bolliger.

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