Urdorf
Gute Beziehungen zu den Jugendlichen sind am wichtigsten: Die Jugendarbeit blickt auf ihr erstes Jahr zurück

Die Gemeinde und die Jugendarbeiter sind zufrieden mit dem Start der Jugendarbeit in Urdorf. Deshalb hat der Gemeinderat beschlossen, die Arbeit mit dem Verein für Jugend und Freizeit fortzusetzen.

Virginia Kamm
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Benjamin Timischl und Ramona Hochrainer leiten seit rund einem Jahr den Urdorfer Jugendtreff auf dem Embri-Areal.

Benjamin Timischl und Ramona Hochrainer leiten seit rund einem Jahr den Urdorfer Jugendtreff auf dem Embri-Areal.

Severin Bigler

Rund ein Jahr ist es her, seit die Gemeinde Urdorf ihre neue Jugendstrategie umsetzte. Im November 2020 eröffnete der Jugendtreff auf dem Embri-Areal, den die beiden Urdorfer Jugendarbeiter Ramona Hochrainer und Benjamin Timischl vom Verein für Jugend und Freizeit (VJF) leiten. Bereits im Mai entschied der Urdorfer Gemeinderat nach einer halbjährigen Pilotphase, das Konzept der Jugendarbeit weiterzuführen und die Zusammenarbeit mit dem VJF fortzusetzen. «Die Gemeinde ist sehr zufrieden mit der Jugendarbeit», sagt Michael Frei, Bereichsleiter Soziales und Gesundheit.

Wegen der Coronapandemie sei die Jugendarbeit in ihrem ersten Jahr zwar in ihren Tätigkeiten eingeschränkt gewesen, sagt Frei. «Trotzdem konnte sie bereits viele positive Akzente setzen und hat die formulierten Ziele des Gemeinderates sehr gut erfüllt.» Zu diesen gehörten die Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen, die Errichtung eines Jugendtreffs für 12- bis 17-Jährige und die Präsenz der Jugendarbeit im öffentlichen Raum. «Der Gemeinderat hofft nun, dass die Jugendarbeit durch Lockerungen der Coronamassnahmen bald wieder uneingeschränkt funktionieren kann», sagt Frei.

Das Streetsoccer-Turnier war ein Highlight

Auch Jugendarbeiterin Ramona Hochrainer blickt zufrieden auf ihr erstes Jahr in Urdorf zurück: «Wir konnten sehr gute Beziehungen zu den Jugendlichen knüpfen, was ja auch unser Fokus ist», zieht sie Bilanz. Wegen der Pandemie seien zwar eher kleinere Events möglich gewesen, trotzdem habe sich eine Regelmässigkeit ergeben. Der neue Jugendtreff musste seit seiner Eröffnung nämlich nie seine Tore schliessen, weil er eine soziale Institution ist, die auch im Winter geöffnet haben durfte. «Genau zu dieser Zeit, als vieles schliessen musste, waren wir eine wichtige Anlaufstelle für die Jugendlichen», sagt Hochrainer.

Die Highlights ihres ersten Jahres in Urdorf seien für sie zwei Graffiti-Anlässe im Frühling und im Sommer gewesen, wo Jugendliche nach Lust und Laune sprayen durften, erzählt Hochrainer. Auch die Streetsoccer-Anlage, die nach den Sommerferien zweieinhalb Wochen lang auf dem Embri-Kiesplatz beim Jugendtreff stand und für ein Turnier genutzt wurde, gehöre dazu. «Am meisten hat es mich aber gefreut, so viele Jugendliche kennen zu lernen und zu erfahren, was sie bewegt», sagt sie. Es sei ihr dabei wichtig, die Jugendlichen schon in einem möglichst jungen Alter kennen zu lernen, um früh ein Vertrauensverhältnis schaffen zu können.

An zwei Graffiti-Anlässen im Frühling und Sommer durften Jugendliche ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

An zwei Graffiti-Anlässen im Frühling und Sommer durften Jugendliche ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Sibylle Egloff

Am 6. November startet das nächste Projekt der Jugendarbeit: Erstmals finden die «Nightsports Urdorf» in der Turnhalle Embri statt. Dort können Jugendliche von der sechsten bis zur neunten Klasse von 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr Sport treiben. Bis im April lädt die Jugendarbeit fünfmal zu den «Nightsports». «Momentan suchen wir Oberstufenschüler, die als Coaches die Abende leiten wollen», sagt Hochrainer. Diese werden eine Schulung erhalten und dabei lernen, Verantwortung zu übernehmen und Regeln durchzusetzen. Auch ein erwachsener Coach wird noch gesucht. Zudem wird mindestens ein Jugendarbeiter an den Sportabenden anwesend sein.

Ziel sei, auch Urdorfer Vereine an die «Nightsports» einzuladen, damit diese ihre Sportart vorstellen können, verrät Hochrainer.

«So können wir einerseits eine Plattform für die Vereine aus dem Dorf bieten, andererseits bringen die Vereine Struktur in den Abend.»

Zurzeit sei die Jugendarbeit zudem in Kontakt mit der Gemeinde Urdorf, um sie bei der Organisation der jährlichen Eisdisco auf der Kunsteisbahn Weihermatt im Dezember zu unterstützen.

In Zukunft wolle die Jugendarbeit Urdorf weiterhin auf die Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen, sagt Hochrainer. Wichtig sei, dass sich das Konzept der Jugendarbeit stets weiterentwickle. «Wir spüren zurzeit zum Beispiel, dass Jugendliche gerne mehr Treffpunkte im öffentlichen Raum hätten», sagt sie. «Ein weiterer Punkt, den man ausbauen könnte, ist die aufsuchende Jugendarbeit.» Mit diesen Themen will sich der Gemeinderat im Rahmen seines Strategieprozesses im Jahr 2022 noch auseinandersetzen.

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