Urdorf/Arosa
Nach dem Tod von Bärin Jambolina: «Was soll ich sagen? Es ist einfach traurig»

Der 68-jährige Beat Schmid aus Urdorf arbeitet als Freiwilliger im Bärenland Arosa. Der Tod von Jambolina nach einem Narkose-Drama am vergangenen Donnerstag geht ihm nahe.

Ruedi Burkart
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Jambolina zwei Tage vor ihrem tragischen Tod.

Jambolina zwei Tage vor ihrem tragischen Tod.

Beat Schmid

Am Donnerstag ist das Bärenland Arosa um eine Attraktion ärmer geworden. Bei einer Routineoperation ist Jambolina, eine Bärin, die seit Dezember 2020 in Arosa lebt, verstorben. Sie wachte aus einer Narkose nicht mehr auf. Eine spezielle Beziehung zu dem Tier hatte der Urdorfer Beat Schmid, der seit 2019 als Freiwilliger im Bärenland tätig ist. Der Limmattaler schoss am vergangenen Dienstag noch ein Foto von Jambolina, tags darauf – also 24 Stunden vor ihrem tragischen Tod – sah er sie ein letztes Mal lebend. «Sie war wie immer», erinnert sich Schmid, «und genau so werde ich Jambolina auch in Erinnerung behalten.» Nämlich als lebenslustiges Tier, das viele Besucher in seinen Bann gezogen hatte.

Seit 2019 im Bärenland aktiv: Beat Schmid aus Urdorf.

Seit 2019 im Bärenland aktiv: Beat Schmid aus Urdorf.

Margret Stöcklin

Dass die Bärin an den Folgen einer Narkose vor einer Routineoperation gestorben ist, geht Schmid sehr nahe. «Was soll ich sagen? Es ist einfach traurig. Zwei Bären innert so kurzer Zeit zu verlieren, das schmerzt.» Im November 2020 musste Bär Napa – der früher ein tristes Leben als Zirkusbär gefristet hatte – von seinen Leiden erlöst werden.

Auf die Frage, ob er nach dem zweiten Todesfall innert relativ kurzer Zeit nicht den einen oder anderen Gedanken an ein Ende seiner Arbeit in Arosa verschwendet habe, sagt Schmid bestimmt:

«Nein, Aufhören ist keine Option. Ich mag meine Arbeit hier, und darum mache ich auch weiter.»

Schmid arbeitet seit drei Jahren als freiwilliger Helfer in dem 2018 eröffneten Aroser Bärenland. Er gibt Besuchern Auskunft über die pelzigen Tiere, erzählt, was er selbst den ganzen lieben, langen Tag macht und steht für alle Fragen zur Verfügung. Noch bis am kommenden Montag weilt der Urdorfer im Schanfigg, dann zieht es ihn wieder ins Unterland. Lange bleibt er indes nicht im Limmattal. «Am 15. August gehe ich wieder nach Arosa und bleibe dort wieder zehn Tage.»

Eishockeyaner ehren die Bärin in jedem Spiel

Das spezielle Jambolina-Trikot des EHC Arosa.

Das spezielle Jambolina-Trikot des EHC Arosa.

zvg

Ironie des Schicksals: Der Eishockeyclub Arosa liess seine Einlauftrikots für die kommende Saison in der MySports League – die dritthöchste Liga der Schweiz – mit dem Konterfei von Jambolina bedrucken. Eigentlich war die Aktion geplant als Werbung für das Aroser Bärenland. «Jetzt wird es ein Erinnerungsjersey an Jambolina sein», meldet der Traditionsklub auf seiner Website. Pascal Jenny, der Aargauer Präsident der Bärenland-Stiftung, lobt die spezielle Aktion der Eishockeyaner: «Das freut uns natürlich sehr.» Erstmals gezeigt werden die «Bären-Trikots» heute Abend anlässlich des mit Spannung erwarteten Bündner Derbys zwischen dem EHC Arosa und dem HC Davos.

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